Lazarett lichtet sich - Entscheidungen für die Zukunft

Wenn die Essener Moskitos am kommenden Wochenende ins nächste "Testspielwochenende" vor der wichtigen Play-down-Runde einsteigen, hat sich das zuletzt gut gefüllte Essener Lazarett wieder etwas gelichtet. Am kommenden Freitag (19:30 Uhr – Eissporthalle am Berliner Platz) gastieren die Moskitos beim ESV Kaufbeuren und Trainer Jari Pasanen kann dort wieder auf die Dienste von Yannick Dubé und Jean-Francois David zurückgreifen. Beide stiegen am Anfang der Woche wieder ins Training ein und dürften am Freitag fit sein. Das ist auch eminent wichtig, zum einen um die Formationen für die am 10. März beginnende Abstiegsrunde zu finden und zum anderen machen sich die Allgäuer noch berechtigte Hoffnungen, den Sprung in die Play-offs zu schaffen, da kann der Trainer jeden Spieler gebrauchen. Apropos Play-offs, umgekehrte Zeichen vor der Saison, wurden die Moskitos aufgrund ihres Kaders von den meisten Experten als Play-off-Kandidat gehandelt, so lagen die Kaufbeurer in der Einschätzung eher weit hinten. Leere Kassen diktierten die Einkaufspolitik, ein glückliches Händchen und ein guter Zusammenhalt brachte die Joker zwischenzeitlich gar auf Platz acht. Die Essener kommen nun als Tabellenletzter ins Allgäu, und selbst wenn die Joker nicht die Runde der besten acht Teams erreichen sollten, darf das Team von Pit Ustorf als einer der ärgsten Konkurrenten der Moskitos um den Klassenerhalt gesehen werden.
Früher als geplant lichtet sich das Moskitos-Lazarett möglicherweise bei zwei anderen Moskitos. Stefan Wilhelm ist nach seinen Fußbruch vom Gips befreit und beginnt gerade wieder mit dem Aufbautraining. Trainer Jari Pasanen rechnet in etwa vier Wochen mit dem Verteidiger zurück auf dem Eis. Ebenfalls sehr erfreulich verläuft der Heilungsprozess bei Markus Guggemos. Der Stürmer weilt nach seinem Achillessehnenriss zur Reha in Füssen und hat bereits wieder mit leichtem Eistraining begonnen, so dass in den Play-downs vielleicht wieder mit ihm zu rechnen sein könnte. Neu ins Krankenlager wechselten dagegen Patrick Vozar und Thomas Richter, ebenfalls mit Magen-Darm-Grippe, dabei dürfte aber Patrick Vozar am Freitag wieder mit von der Partie sein, hinter dem Einsatz von Thomas Richter steht allerdings noch ein Fragezeichen. Nicht mehr zum Kader der Moskitos gehört Keeper Eric Raymond, der Kanadier und die Essener lösten den Vertrag zu Wochenbeginn in beiderseitigem Einvernehmen auf; Raymond hat Essen bereits mit unbekanntem Ziel verlassen. Abgehakt ist allerdings auch das Thema Neuverpflichtungen, ein weiterer Wechsel war zum Transferschluss nicht mehr zu realisieren, wobei diese Tatsache Trainer Jari Pasanen aber auch keine Angst macht „Wenn wir etwas Glück mit Stefan Wilhelm und Markus Guggemos haben und sich sonst niemand nennenswert verletzt, werden wir mit einem fitten und starken Kader in die Runde gehen, dann werden wir nicht absteigen, davon bin ich und auch jeder einzelne Spieler überzeugt“.
Zu einem Wiedersehen der besonderen Art kommt es dann am kommenden Sonntag (18:30 Uhr – Eissporthalle am Westbahnhof), wenn Ex-Trainer Toni Krinner mit seinem neuen Verein, den Grizzly Adams Wolfsburg, in Essen gastiert. Zumindest bei einem Großteil der Essener Anhänger hatte der Coach zuletzt jeglichen Kredit verspielt und die meisten atmeten hörbar auf als der Wechsel des Tölzers in die VW Stadt bekannt wurde. Der DEL-Absteiger ist allerdings von seinem Sponsor unlängst zum Siegen verdammt worden. Mindestens den Sprung in die Play-off-Ränge forderte Wolfsburgs Hauptsponsor die VW-Tochter Skoda vor Wochenfrist. So sind die Grizzly Adams auch vor Transferschluss noch mal tätig geworden, nach der Verletzung von Jan Zurek sicherte sich Wolfsburg die Dienste eines DEL erfahrenen Stürmers. Von den Augsburger Panthern wechselt Konstantin Firsanov in den Allerpark. Respekt, aber keine Angst hat Jari Pasanen vor den nächsten beiden Gegnern. „Wir werden in Kaufbeuren sehr aggressiv und druckvoll beginnen, ich glaube das liegt unserer Mannschaft besser. Zumindest müssen wir das ausprobieren, denn weder Kaufbeuren und vor allem nicht Wolfsburg werden uns die Punkte freiwillig überlassen."
So wie der Trainer alle Hände voll zu tun hat, um die Grundlage für eine weitere Saison in der 2. Bundesliga zu schaffen, so ist der Vorstand der Moskitos dabei eine Grundlage zu schaffen, den Verein auf eine gesunde Zukunftsbasis zu stellen. Anfang der Woche trafen sich Vorstand und potenzielle Gesellschafter zu einem ersten Meinungsaustausch. Dabei war die Resonanz aus Sicht der Moskitos mehr als erfreulich, mehr als 20 interessierte potenzielle zukünftige Gesellschafter fanden sich ein und signalisierten ihre Bereitschaft den Verein zu unterstützen. „Wir sind darüber sehr erfreut. Das zeigt uns, dass der Eishockeysport in Essen immer noch einen hohen Stellenwert hat. Vielleicht hätten wir das schon viel eher machen sollen, aber jetzt sind wir auf dem richtigen Weg“, so Pressesprecher Bernd Werner. In den kommenden Wochen werden die Moskitos nun diesen Gesellschaftervertrag vorantreiben. Damit verteilen die Moskitos zum einen die Verantwortung auf eine breitere Basis, stellen aber gleichzeitig die Profisportabteilung auf eine selbstständige Basis. (uv)
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