Last Minute Sieg gegen Essen - ECT schafft Anschluss ans Mittelfeld

Heimpleite gegen BietigheimHeimpleite gegen Bietigheim
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Als Sebastian Kottmair acht Sekunden vor Spielende den 5:4 Siegtreffer für die Tölzer Löwen erzielte, erreichte der Jubel des Anhangs schier ohrenbetäubende Ausmaße. Auch die Spieler fuhren eine Ehrenrunde nach der anderen und freuten sich wie die Schneekönige. Zurecht, denn der Erfolg gegen einen starken Gegner war eigentlich in keiner Phase der Begegnung vorhersehbar. Gerade in den ersten beiden Abschnitten dominierten die technisch versierten Gäste, ließen wenig gelungene Spielzüge der Hausherren zu, konnten aus ihrer Überlegenheit jedoch nur unzureichend Kapital schlagen. Den Unterschied an diesem Abend machten die Torleute aus. Während sich Patrick Couture gewohnt stark präsentierte und bei einigen Big-Saves zu glänzen vermochte, wackelte Petter Rönnquist auf Essener Seite nicht nur einmal und ermöglichte den ECT-Stürmern formidable Nachschussgelegenheiten, die auch entscheiden genutzt wurden. Auffälligster Protagonist auf Seiten der Gastgeber war der Kandier Jeffrey Hoad, der sein persönliches Torekonto um drei Zähler aufstockte. 
 

Flott ging es los in der Hacker-Pschorr-Arena. Gerade 50 Sekunden waren absolviert, da ließ Petter Rönnquist die Scheibe zum ersten Male unkontrolliert abprallen. Geradewegs vor die Füsse von Jeff Hoad, der sogleich zur Führung einschob. Wenig beeindruckt schlugen die Moskito alsbald zurück. Martin Wolf verwertete ein präzises Zuspiel von Eric Houde, der sich hinter dem ECT Gehäuse bester Freiheiten erfreute. Schon schnell zeigte sich, dass die Mannschaft von Toni Krinner mehr zu bieten hat, als es ihre Tabellenposition aussagt. Mit technisch ansprechendem Kombinationsspiel brachten sie die Löwen ein ums andere Mal in Verlegenheit. Mit dem Toreschießen klappte es allerdings erst im Powerplay. Andi Raubals Schlagschuss wurde kurz vor Couture unhaltbar abgefälscht. Dass es mit ausgeglichenem Ergebnis in die Pause ging war einem lichten Moment von Jeff Hoad zu verdanken. Gedankenschnell und im Fallen staubte der 31jährige ab, nachdem Rönnquist einen Blueliner von St.Croix erneut nicht festhalten konnte.  
 
In Abschnitt zwei nahm die Überlegenheit der Moskitos phasenweise beängstigende Züge an. Teilweise gelang es dem Aufsteiger sogar bei gleicher Mannschaftsstärke die Tölzer in ihrem Verteidigungsdrittel einzuschnüren. Einziges Manko blieb die Effizienz. Entweder kam der finale Pass bzw. Schuss zu ungenau oder man scheiterte an der individuellen Klasse von Couture. Bei ihm konnten sich die Buam bedanken, dass die ungeschoren aus diesem doch sehr einseitigen Abschnitt herausgekommen sind. Beinahe wäre sogar Florian Leitner noch die Führung gelungen. Sein Blueliner in Minute vierzig strich hauchdünn am Pfosten vorbei. Der Spielverlauf wäre auf dem Kopf gestanden.  
 
Das Schlussdrittel sah endlich ausgeglichene Spielanteile für beide Teams vor. Den Cracks vom Westbahnhof, die durch die Ausfälle von Frenzel und Gegenfurtner gerade fünf Defensivkräfte aufbieten konnten, fiel plötzlich nicht mehr viel ein, während die Kurstädter durch ihren unermüdlichen Einsatz sogar leicht Oberwasser bekamen. Spannend sollte es trotzdem bis zum Ende bleiben. Für die 3-2 Führung der Tölzer sorgte das personifizierte Schlitzohr im ECT-Kader. Beim Kracher von Anton Prommersberger war für Rönnquist nicht mehr drin, als eine Abwehr zur Seite. Den Abpraller schoss ihm Tim Regan postwendend wieder an den Körper, von wo die Scheibe ins Tor trudelte. Lange dauerte es nicht, ehe die Moskitos zurückstachen. Benjamin Hinterstocker glich mit einem verdeckten Schuss in das lange Toreck aus und Philippe Audet war Nutznießer eines präzisen Zuspiels von Andi Raubal. Sollte es gegen den Aufsteiger zuhause abermals nichts mit dem so sehnlichst erhofften Dreier werden ? Doch, es sollte. Weil Jeff Hoad an diesem Tag die Scheibe magisch anzuziehen schien und weil Petter Rönnquist noch zwei weitere Male unglücklich agierte. Beim Schlagschuss von Christopher St.Croix ließ der Schwede wiederholt nach vorne abprallen, Jeff Hoad reagierte am schnellsten - Ausgleich ! Als sich die Mehrzahl der 1400 Besucher bereits auf die Verlängerung eingestellt hatte, kam es zum Paukenschlag. Die erste Sturmreihe machte sich zu einem finalen Angriff auf, an dessen Ende der Siegtreffer von Sebastian Kottmair stehen sollte. Rod Stevens´ Kracher konnte Rönnquist zwar parieren, gegen den Nachschuss vom "Kottä" war der Moskitos Keeper aber machtlos. Sekunden zuvor hatte schon Tim Regan die Entscheidung auf dem Schläger.  
 
War der Sieg nun verdient oder eher glücklich? Peter Obresa wars freilich egal. Dem Tölzer war im Vorneherein klar, dass es ein enges, ein Arbeitsspiel werden würde, in dem sich wenig Räume auftun. "Essen ist defensiv hervorragend organisiert. Es war wichtig, mit dem Unentschieden mehr oder weniger heil aus dem zweiten Drittel zu kommen. Ebenso entscheidend war es, nach dem erneuten Rückstand dranzubleiben, nicht gleich das 2:4 zu kassieren", rekapitulierte Obresa. Er hofft, die beiden Siege geben seinem Team den nötigen Auftrieb für die nächsten Aufgaben.  
 
Essens Coach Toni Krinner kam verständlicherweise lediglich ein gequältes Lächeln aus. Er könne seiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie habe taktisch hervorragend zudem äußerst diszipliniert gespielt. Die Ursache, warum es trotz allem keine Punkte gab, sprach Krinner deutlich aus: "Es fehlt derzeit die konstante Torwartleistung. Rönnquist könne seinen Vorderleuten nicht die gewünschte Sicherheit geben. Über dies müsse gesprochen werden", so der Moskito Coach. Was er damit meinte, war unschwer zu verstehen: Leistung merklich verbessern oder die Planstelle wird im Winter neu ausgeschrieben. Immerhin besetzt Rönnquist eine Kontingentstelle. Dies ist bei Dominic Lonscher, dem zweiten Mann hinter Rönnquist freilich nicht der Fall. Doch auch ihm scheint Krinner nicht vorbehaltlos zu vertrauen. "Er hat vergangene Woche - insbesondere in Landshut - bravourös gehalten, jedoch in Straubing drei Mal gepatzt", urteilte der Moskito-Trainer auf seinen Back-Up angesprochen. (orab) 
 
 Tore: 
1:0 (00:51) Hoad (Prommersberger, Regan), 1:1 (01:44) Wolf (Houde, Audet), 1:2 (15:26) Raubal (Dmietriev, Calce 5-4), 2:2 (19:47) Hoad (St.Croix, Prommersberger), 3:2 (41:50) Regan (Warren, Prommersberger), 3:3 (45:51) B.Hinterstocker (Calce, Peyton), 3:4 (49:51) Audet (Rauba A., Wolf), 4:4 (52:29) Hoad (St.Croix), 5:4 (59:52) Kottmair S. (Hoad, Stevens) 
 

 Strafen: Bad Tölz 14 - Essen 14 
Schiedsrichter: Oliver Kleiner (Bremer EV) - Baumann, Maier 

Zuschauer: 1393

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