Lassen sich die Wölfe vertreiben oder verteidigen sie ihren Platz an der Spitze?Saisonvorschau - Freiburg

Ein Garant des letztjährigen Erfolgs bleibt den Wölfen erhalten - Cam Spiro (Foto: dpa/picture alliance/Pressefoto Baumann)Ein Garant des letztjährigen Erfolgs bleibt den Wölfen erhalten - Cam Spiro (Foto: dpa/picture alliance/Pressefoto Baumann)
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Hinter der Bande behält Peter Russell, Trainer des Jahres der DEL2-Saison 2019/20, die Zügel in der Hand. Bereits Ende letzten Jahres war man fest überzeugt von dieser Personalie und bemühte sich erfolgreich um die vorzeitige Vertragsverlängerung des 46 Jahre alten Schotten, der parallel zum Trainerjob beim EHC Freiburg Head Coache der britischen Nationalmannschaft ist. All diese Lobeslieder auf Russell sind nicht ganz unverdient, schließlich gelang es ihm, einen Abstiegskandidaten an die Spitze der Tabelle zu führen und formte ein Top-Team der Liga.

Wagt man den Sprung von der Bank über die Bande auf die Eisfläche, geht es mit den Lobesliedern und Auszeichnungen nahtlos weiter, denn der Torhüter des Jahres 2019/20 kommt ebenfalls aus dem Breisgau und bleibt den Wölfen erhalten. So können sich die Fans des EHC auch in der kommenden Saison auf den 30-jährigen Deutsch-Kanadier Ben Meisner freuen. Mit 92,15% Fangquote, einem Gegentorschnitt von 2,55 Toren pro Spiel und sechs Shutouts nicht nur ein herausragender, aktuell ligaintern der beste Akteur auf seiner Position, sondern aufgrund seines öffentlichen und ehrlichen Umgangs mit der Krankheit Depression eine großartige Persönlichkeit, die auch neben der Eisfläche vielen Betroffenen helfen kann. Ein junges und talentiertes Backup-Duo, bestehend aus Enrico Salvarani und Luis Benzing wird für Entlastung für Meisner sorgen, wenngleich er diese nach 51 von 52 gespielten Partien in der vergangenen Spielzeit wohl nur selten bis gar nicht nötig hat.

Ein guter Torhüter ist im Eishockey vielleicht einer der wichtigsten Faktoren für eine erfolgreiche Saison, doch dieser lebt ebenso von einer guten Verteidigung und auf die konnte sich Meisner in der abgelaufenen Spielzeit voll und ganz verlassen. Mit lediglich 143 Gegentoren stellten die Freiburger sogar die statistisch gesehen beste Defensive der Liga, die mit 81,8% Penalty Killing auch in numerischer Unterzahl zu überzeugen wusste. Die meisten Namen des Erfolges zieren auch in der Spielzeit 2020/21 die Trikots der Breisgauer und so kann man sich weiterhin auf die Dienste von beispielsweise Alexander Brückmann oder auch Patrick Kurz freuen. Die vielleicht schmerzhafteste Verabschiedung im Bereich der Defensive hängt mit dem Karriereende des langjährigen Mannschaftskapitäns Philip Rießle zusammen, der im Alter von 32 Jahren eine schwere Entscheidung fällte und sich mit Hinblick auf eine bald endende Eishockeykarriere für eine leitende Position in seiner Firma entschied. Der am meisten polarisierende Verteidiger der Breisgauer hingegen trägt auch künftig den Wolf auf der Brust und ist eines der Gesichter des jüngsten Erfolges: Der 32-jährige Nick Pageau wusste letzte Saison vor allem auch mit seinen Offensiv-Qualitäten für Furore zu sorgen. Mit schlussendlich 43 gesammelten Punkten spricht man vom fünftbesten Scoring bei den Verteidigern und mannschaftsintern sogar vom vierten Platz – inklusive der Stürmer wohlgemerkt. Ganz besonders wichtig war Pageau mit seinen knallharten Bluelinern vor allem im Powerplay-Spiel der Wölfe und war ein wichtiger Faktor der drittbesten Überzahl-Mannschaft der DEL2 (23,5%). In den Topf kommen punktuelle Verstärkungen wie beispielsweise Hagen Kaisler (Eispiraten Crimmitschau) oder auch Tom Horschel (Fishtown Pinguins) zur Festigung des Abwehrverbundes und theoretisch wäre eine sattelfeste, hoffentlich ebenso souveräne Abwehr wie in der Vorsaison fertig.  

Geht der Blick durch die Abteilung Attacke, bleibt der Eindruck von „alles richtig gemacht“ bestehen. Den Verantwortlichen gelang es trotz überschaubarer Mittel tatsächlich die Leistungsträger fast vollständig zu halten – im Gegenteil, man konnte sogar einiges an Qualität dazu gewinnen. Bei den Kontingentspielern bleibt das Duo um Scott Allen und dem mannschaftsinternen Topscorer Cam Spiro stehen, welche den Gegnern in der vergangenen Spielzeit des Öfteren den letzten Nerv raubten. Ganze 26 Mal ließ US-Boy Spiro die Torsirene heulen und bereitete weitere 41 Tore vor, was ihn zum fünftbesten Scorer der DEL2 machte. Verzichten muss man hingegen auf den ebenso wichtigen Luke Pither, der aus privaten Gründen nicht wieder im Breisgau auflaufen wird. Die dadurch frei gewordene letzte Kontingentstelle besetzt der Schwede Andreé Hult, welcher aus der schwedischen SHL in das Wölfe-Trikot schlüpft und eine ebenso vielversprechende Personalie ist, wie der aus der Lausitz verpflichtete Jordan George. Eine beeindruckende Verpflichtung, denn der gebürtige US-Amerikaner George besetzt aufgrund seiner doppelten Staatsbürgerschaft keine Kontingentstelle und konnte in den vergangenen beiden Spielzeiten in der Oberlausitz beeindruckendes Scoring unter Beweis stellen (45 Tore / 59 Assists). Vor allem die Qualität der deutschen Stürmer gehört zu einer der größten Stärken der Wölfe. Mit Nikolas Linsenmaier oder auch Christian Billich, die beide auch persönlich viel mit dem Standort verbindet, besitzt man absolute Offensivwaffen, die ihre Fähigkeiten in der DEL2 bereits seit vielen Jahren zeigen konnten. Der 27-jährige Linsenmaier selbst ist auf dem besten Weg eine Legende des Freiburger Eishockeys zu werden, denn bis auf einen kurzen Abstecher zu den Schwenninger Wild Wings in die DEL trug der in Freiburg geborene Stürmer ausschließlich Trikots der am Schwarzwald gelegenen, viertgrößten Stadt Baden Württembergs und ist aufgrund seines hohen Scorings ein ganz wichtiger Faktor des Erfolgs. Ähnlich treu und wichtig ist auch der mittlerweile 31 Jahre alte Marc Wittforth, der ebenfalls bereits die achte Saison im Trikot der Wölfe auflaufen wird und für viele wichtige Tore in der Vergangenheit sorgen konnte.

Der Stamm der Leistungsträger bleibt erhalten und das liegt vor allem an der guten Arbeit, die am Freiburger Standort seit einiger Zeit betrieben wird. Auffällig ist, dass Spieler, die sich für das Trikot der Wölfe entscheiden, sesshaft zu werden scheinen und über Jahre hinweg treu bleiben – ein klares Indiz dafür, dass man sich am Schwarzwald sehr wohl fühlt und glücklich sowie unbeschwert seinem Job auf der Eisfläche nachgehen kann. Die vergangene Saison bestand aus Glanz und Gloria, was dem Freiburger Publikum durchaus gefallen hat und genau das würde man ihnen sicherlich gerne weiterhin bieten. Die Weichen sind gestellt und wirken stabil, denn die Garanten des jüngsten Erfolges laufen weiterhin für die Wölfe auf und zusätzlich gelang es auf dem Papier einiges an Qualität dazu zu holen. Es geht wieder bei null los und im Vergleich zu namhafter Konkurrenz wie Frankfurt, Kassel oder Ravensburg zählt man Freiburg nicht zwingend zu den Top-Mannschaften der Liga, was für viele Kontrahenten ein böser Fehler und die Breisgauer selbst ein entscheidender Vorteil werden könnte. In der bisherigen Vorbereitung wussten die Wölfe nahtlos an die letzte Spielzeit anzuschließen und schickten beispielsweise Ligakontrahent Ravensburg, der sich selbst gern an der Tabellenspitze sehen würde, mit einem beeindruckenden 7:1 vom Eis. Die Gefahr eines Leistungseinbruches ist erfahrungsgemäß vor allem nach einer so erfolgreichen Saison gegeben, doch scheint ein optimistischer Blick auf die neue Saison durchaus gerechtfertigt. Schaffen es die Leistungsträger an ihre jüngst gezeigten Leistungen anzuknüpfen, wird das Freiburger Eishockey auch dieses Jahr viel Spaß machen und wer weiß, ob man sich am Ende einer langen Saison und harten Playoffs nicht noch überraschender wie schon zuletzt ganz oben wiederfinden kann.

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