Landshut: Werbung fürs Eishockey – mit (un)glücklichem Ausgang

Landshut: Werbung fürs Eishockey – mit (un)glücklichem AusgangLandshut: Werbung fürs Eishockey – mit (un)glücklichem Ausgang
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Dabei legten die Cannibals los, als gäbe es kein Morgen. Schon nach 2 Minuten nutzte Welz für die Hausherren das erste Überzahlspiel zum Führungstreffer – ein Angriff, der von Landshuts Torwart Vogl mit seiner ersten Puckberührung eingeleitet wurde. Derart berauscht vom druckvollen Spiel seiner Mannen, gestattete Vogl den Towerstars danach zwei haltbare Treffer aus dem Nichts, bevor er sich entschloss, durch einige vorsichtige Saves selbst am Spiel teilzunehmen. Dabei fiel der Ausgleich aus sehr spitzem Winkel durch einen Flachschuss des stark bedrängten Schmidle und McLeod durfte den Ravensburger Führungstreffer mit einem Schuss in den entgegengesetzten Winkel aus extremer Rechtsaußenposition, kurz hinter der blauen Linie, bei freiem Feld markieren.

Unbeirrt fuhren die Niederbayern danach weiter Angriff auf Angriff, immer wieder unterbrochen durch zaghafte Konter des Titelverteidigers. Lohn der Bemühungen war der Ausgleichstreffer von Trew, wiederum in Überzahl, der eine mustergültige Kombination über links in der Mitte vollendete. Ein kurioses Tor, kurz vor Drittelende, brachte die Towerstars erneut in Front: ein weitgehend abgeblockter Schuss McLeods von der blauen Linie hüpfte noch zweimal so hübsch durchs Kannibalen-Drittel, dass sich Vogl erneut nicht einzugreifen traute. – Statt mit einem beruhigenden 2:0, ging es so mit 2:3 in die erste Drittelpause.

Diese wurde genutzt, um durch Landshuts Idol und DEB-Vize-Präsident Erich Kühnhackl die Achtelfinalbegegnungen des DEB-Pokals auslosen zu lassen: zielsicher zog der olympische Bronze-Medaillen-Gewinner „seine“ Cannibals als erstes Team und fügte gleich „seine“ deutsche U20-Auswahl dazu – treffsicher, wie eh und je.

Das zweite Drittel begann für die Schwaben mit einer neuen Horrormeldung: nach einem fragwürdigen Check an der Bande von Thornton gegen Miller, musste dieser mit einem Cut unter dem Auge und Verdacht auf Jochbeinbruch das Spiel beenden. Damit standen dem Meister, der ohnehin auf die Verletzten Vasicek und Slavetinsky verzichten musste, fortan nur noch vier Verteidiger zur Verfügung. Die Aktion wurde von Schiedsrichter Steinecke nicht geahndet. Nach Spielhalbzeit erlahmte der Dauerdruck der Drei-Helme-Städter nun erstmals und Ravensburg kam zu gut herausgespielten Chancen. In dieser Phase hielt Vogl sein Team durch glänzende Saves gegen Schmidt und Thomson im Spiel. Den Schuss von Blue-Liner Kapzan aus Bandennähe, durch Freund und Feind hindurch, vermochte er jedoch nicht zu halten. Keine Minute später nutzte Thornton einen Querschläger im Ravensburger Drittel, um entschlossen den alten Abstand wieder herzustellen. Aber Wren schickte die Hausherren doch mit einem Zwei-Tore-Rückstand zum Pausentee, als er eine Unaufmerksamkeit der Kannibalen nutzte, von links allein auf Vogl zulief, diesen gekonnt umkurvte und souverän einschob.

Das letzte Drittel bot dann eine nochmalige Steigerung bester Eishockey-Unterhaltung: kein Meter Eis wurde kampflos aufgegeben, jedes Tempo wurde gekontert, Chance um Chance herausgespielt, jeder mögliche Zweikampf geführt, doch das Strickmuster blieb. Landshut machte das Spiel und Ravensburg die Tore. Zunächst markierte Mrozek einen Pfostenschuss für die Gastgeber, dann schloss Thomson eine schöne Überzahl-Kombination für die Gäste ab. Gleichfalls im Powerplay zielte Mrozek nun genauer und stellte den alten Zwei-Tore-Abstand wieder her. Den Landshuter Dauerdruck versuchte Gäste-Coach Liebsch schon Mitte des Schlussdrittels zu beruhigen, als Busch eine doppelte Zwei-Minuten-Strafe ausgesprochen bekam und vorerst nur noch drei Verteidiger für Liebsch verblieben. Doch wie sehr sich die Niederbayern auch mühten – Rohde im Gästetor erwies sich als Towerstar in der Schlacht und der letzte Treffer gelang trotz 5-6-„Unterzahl“ wiederum den Gästen, als Welz den aufs verwaiste Tor zulaufenden Schmidt nur noch unfair stoppen konnte und dieser deshalb ein technisches Tor zugesprochen bekam.

So endete ein Spiel, das beste Eishockey-Werbung lieferte, mit einem glücklichen Sieger, der dieses Spiel „bis zuletzt offen“ (Trainer Liebsch) sah und einem Verlierer, der „normalerweise nach so einer Leistung nicht mit leeren Händen“ dasteht (Landshuts Trainer Ehrenberger). Nicht umsonst wurden die Cannibals von ihrem viel zu spärlichen Anhang mit Standing Ovations verabschiedet. – Dieses Spiel macht Freude auf die Saison!

Tore: 1:0 (3.) Welz (Trew, M. Brandl) 5-4, 1:1 (6.) Schmidle (Samendinger, Vogt), 1:2 (7.) Mc Leod (Miller, Wren), 2:2 (15.) Trew (M. Brandl, Welz) 5-4, 2:3 (18.) Mc Leod (Schwarz) 4-4, 2:4 (38.) Kapzan (Thomson, Wren) 5-4, 3:4 (39.) Thornton (Trew, Hanusch), 3:5 (40.) Wren (Thomson, Kapzan), 3:6 (45.) Thomson (Wren), 4:6 (49.) Mrazek (Kracik, Toupal) 5-4, 4:7 (60.) Schmidt (techn. Tor/ ENG) 5-6

Strafen: Landshut 18, Ravensburg 23 + 20 Oravec (hoher Stock mit Verletzung)

SR: Jens Steinecke, LR: Andreas Hofer, Michael Sauer


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