Landshut verschenkt Sieg gegen Kaufbeuren und bleibt Tabellenführer

Pechvogel Cody Thornton - Foto: Roland Krivec - www.stock4press.dePechvogel Cody Thornton - Foto: Roland Krivec - www.stock4press.de
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Die „Menschenfresser“ aus Niederbayern begannen, angetrieben von der diesjährigen Rekordkulisse, als wollten sie sich die „Buron Joker“ bis zur ersten Drittelpause mit Haut und Haaren einverleiben: Doppelchance von Kevin Kapstad und Cody Thornton in Minute zwei, nächste Doppelchance nur Sekunden später. Trotz Strafzeit für Billy Trew blieben die Niederbayern am Drücker. Nach Leichtsinnsfehler von Thornton, neben dem eigenen Tor, eine Zufallschance für Kaufbeurens Brady Leisenring, dochSebastian Vogl war auf dem Posten. Das 1:0 im Powerplay gelang nach schöner Kombination der zweiten Angriffsreihe, ohne daß die Wertach-Städter auch nur ansatzweise hätten klären können.

Ein Angriffswirbel der aufgrund des Kracik-Ausfalls (Matchstrafe im letzten Spiel in Hannover) heute mit Elia Ostwald auf der Mittelstürmerposition zwischen Frantisek Mrazek und Andrej Bires gebildeten Angriffsformation, die diesmal als dritte, statt erste Reihe aufgeboten war, hatte die nächste Strafzeit der Gäste zur Folge. Das 2:0 war eigentlich nur eine Frage der Zeit. Stattdessen verging das Powerplay und der überragende Andrew Mc Pherson, heute mit Rob McFeeters und Marco Habermann in den wild durchgewirbelten Kaufbeurer Angriffsformationen an Nummer eins gesetzt,  konnte in Minute 12 von Heiko Smazal nur durch ein Foul am Alleingang gehindert werden – der fällige Penalty-Shot wurde jedoch zur sicheren Beute von Vogl. Dem wollten die Hausherren nicht nachstehen: Bires war von Dominic Krabbat, der zusammen mit Christian Grosch und Daniel Menge die zweite Angriffsreihe bildete, nur durch Halten zu bremsen – beim fälligen Strafschuß hatte er Keeper Stefan Vajs bereits umspielt, scheiterte dann aber doch an dessen Schlittschuh.

So ging es im zweiten Spielabschnitt weiter: Trew auf Thornton – vorbei. Markus Welz am kurzen Pfosten – Vajs dazwischen. Mrazek allein auf und davon – gerade noch vom heran eilenden Mathias Müller gestört, der zusammen mit Kapitän Christof Aßner die dritte Verteidigungsreihe bildete. Dann wieder Thornton, von Trew bedient, zu unplaziert für Vajs, der zum Joker-Turm in der Schlacht avancierte. Schließlich noch zwei Großchancen für Thomas Brandl, der mit seinem Bruder Max und dem jungen Sebastian Busch überraschend die Starting-Six anführte: Zuerst scheiterte er, frei im Slot, mit einem Schlagschuß an Vajs, dann wurde er von Mrazek bedient und plazierte den Puck wiederum schlecht. Das Spiel hätte zu diesem Zeitpunkt schon längst für die Isar-Strändler entschieden sein müssen.

Doch dann kam es, wie oft in solchen Spielen. Thornton, der bereits längst zum Matchwinner hätte werden können, nahm eine unnötige Strafzeit, die Leisenring zum Ausgleich nutzte. Nur 20 Sekunden später die Chance für Thornton, seinen letzten Lapsus zu korrigieren. Er schaffte es jedoch nicht, den Puck über den bereits liegenden Vajs hinweg ins leere Tor zu schießen. Kurz darauf die letzte Strafzeit der Gäste. Aber nicht die neuerliche Führung der Hausherren sprang dabei heraus, sondern ein grober Fehler von Kapstad ermöglichte Leisenring das Break zum 1:2-Unterzahltor. Diese Szene machte Gäste-Coach Ken Latta später als Schlüssel für den Sieg aus, weil sein Team daraus das Selbstvertrauen zog, dem Landshuter Angriffswirbel zu widerstehen.

Dennoch brach die niederbayerische Moral nicht. Kaufbeuren war gerade wieder komplett, als dem erneut bärenstarken Bires der Ausgleich gelang. Das Stadion tobte nun; von der gesamten Sitzplatztribüne gab es Standing-Ovations. Von den Jokern gab es jedoch die „kalte Dusche“: Diesmal half Vogl gehörig mit, um Aßners Schuß von der linksseitigen blauen Linie bei freier Sicht passieren zu lassen. Dies war nun zuviel für Thorntons Nerven. Mit einem Bandencheck gegen Rob Brown, um dessen Leib und Leben man zu zittern begann, bis eine 5-Minuten- plus Spieldauerstrafe gegen den Übeltäter verkündet war (dann stand und  spielte er flugs, als wäre nichts gewesen)erwies der Kanadier seinen Kollegen einen Bärendienst. Gleichwohl war nur noch eine Riesenchance für die Gäste zu notieren. Ansonsten erspielten sich die „Cannibals“ auch in Unterzahl eine Ausgleichsmöglichkeit nach der anderen. Zuletzt vergaben Toupal und Trew Sekunden vor der Schlußsirene.

Kannibalen-Trainer Jiri Ehrenberger hatte anschließend jedoch Recht, als er resümierte: „Wir haben das Spiel in den ersten 40 Minuten verloren. Da hätten wir weit höher als nur 1:0 führen müssen.“ Und sein Gegenüber Ken Latta konnte sein Glück kaum erklären. Landshut bleibt jedoch aufgrund der Ergebnisse der Konkurrenz auf Platz eins, Kaufbeuren klettert auf Zehn.

Tore: 1:0 (7.) Welz (Thornton, Trew) 5-4, 1:1 (43.)Leisenring (McFeeters, Mc Pherson) 5-4, 1:2 (45.) Leisenring (Ebner, Mc Pherson) 4-5, 2:2 (47.) Bires (Trew, Kapstad), 2:3 Aßner (McFeeters, Mc Pherson)

Strafen: Landshut , Kaufbeuren

HSR: Gast , LR: van der Heyd, Lajoie

Zuschauer: 2.852


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