Landshut schlägt Crimmitschau verdient nach „harter Arbeit“

Landshut schlägt Crimmitschau verdient nach „harter Arbeit“Landshut schlägt Crimmitschau verdient nach „harter Arbeit“
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„Wir sind gut gestartet. Doch durch unsere Strafzeiten haben wir Landshut geholfen, das Spiel mehr und mehr zu bestimmen“, resümierte Crimmitschaus Trainer Fabian Dahlem anschließend zutreffend. Tatsächlich sah die Partie einen schwungvollen Beginn mit Torchancen und Pfostenschüssen auf beiden Seiten. Doch schon ihr erstes Überzahlspiel nutzten die Isar-Strändler durch Andreas Geipel zur Führung, der nach einem Mrazek-Schuß den Abpraller nur noch hoch ins Netz setzen mußte. Fortan hatten die Westsachsen sich nicht nur dem bekannt zermürbenden Spiel der Niederbayern entgegenzustellen, sondern auch stets einem Rückstand hinterherzulaufen.

Sie versuchten dies leidlich, scheiterten aber immer wieder am sehr sicheren Sebastian Vogl im Tor der Gastgeber. Andererseits mußten sie sich mehr und mehr bei ihrem eigenen Goalie Vollmer bedanken, der trotz eines Torschußverhältnisses von 25:5, 29:7 und 26:10 in den einzelnen Dritteln mit einer starken Leistung einen höheren Rückstand der Eispiraten verhinderte. In der 17. Spielminute war aber auch Vollmer erneut geschlagen, als Billy Trew nach einem schönen Solo nur noch unfair gestoppt werden und Maximilian Brandl zwar den Puck im Tor unterbringen konnte, dem Treffer aber aufgrund des verschobenen Gehäuses die Anerkennung verweigert werden mußte.

In der 20. Spielminute eröffnete sich den Gästen in einem Powerplay die Chance zum Ausgleich, doch schon acht Sekunden später, sorgte ihr Captain Jeff Tory mit einem ungeschickten Beinstellen gegen Maximilian Brandl erneut für zahlenmäßien Ausgleich auf dem Eis. Stattdessen konnte wenige Sekunden nach dem ersten Pausentee Trew aufgrund eines katastrophalen Scheibenverlusts der Eispiraten im eigenen Drittel erneut nur durch ein Foul am Torerfolg gehindert werden; den fälligen Penalty Shot verwertete der Kanadier zum 2:0 sicher. Doch bereits in der 23. Minute konnte Patrick Pohl nach schöner Kombination seiner Reihe zum 2:1 verkürzen.

Jetzt kam plötzlich Hektik in die Partie und mehrere unerklärliche kleine Scharmützel begannen auf dem Eis. Ab Minute 32 mußten Crimmitschauer Spieler im 2-Minuten-Takt in die „Kühlbox“ – ein zum Teil doppelter Vorteil, den die Kannibalen jedoch nicht zu weiteren Torerfolgen zu nutzen vermochten. Allein Kamil Toupal verweigerte aus besten Slot-Positionen mehrfach den Torerfolg. Dieses Versäumnis begradigte Maximilian Brandl bei der ersten Überzahlsituation im letzten Spieldrittel, ehe Crimmitschau nochmals zum 3:2 durch Pielmeier verkürzen konnte. Ein kapitaler Puckverlust von Toupal im Powerplay an der gegnerischen blauen Linie eröffnete den Gästen zwei Minuten vor Schluß nochmals die Chance zum Ausgleich, doch brachten sie sich durch eine Abseitsstellung selbst um diese Möglichkeit. Und schließlich vermochten die Sachsen auch eine Bullychance im Landshuter Drittel trotz eines sechsten Feldspielers nicht zum Ausgleich zu nutzen, während Cody Thornton die sich ihm eröffnende Break-Chance konsequent zum Empty-Net-Goal mit der Schlußsirene verwertete.

Trotz der Niederlage und insbesondere klaren Torschußstatistik sprach Dahlem anschließend von einem „Prozeß“, in dem sich sein Team befinden würde, in dem „nur der letzte Schritt fehlt“, um die Spiele erfolgreich zu gestalten. Bleibt abzuwarten, wie lange die Verantwortlichen des Tabellenvorletzten diesem Prozeß unter der Leitung ihres derzeitigen Trainers noch zusehen wollen.

Auf Landshuter Seite ersetzte heute erneut der junge Bastian Krämmer den verletzten Steve Hannusch in der dritten Verteidigungsreihe neben Heiko Smaza solide. Im Überzahlspiel brachte Trainer Jiri Ehrenberger Maximilian Brandl für den jungen Stephan Kronthaler in der Verteidigung des ersten Blocks, während Elia Ostwald stets für Andrej Bires im zweiten Sturm mitwirken darf – eine Maßnahme, die durch Ostwalds Wirkungslosigkeit ebenso Fragen aufwirft, wie durch die Tatsache, daß sich die Cannibals dadurch des einzigen Rechtsschützen und damit taktischer Möglichkeiten in der Kracik-Reihe berauben.

Trotz aller Vorsicht haben die Niederbayern inzwischen ihr Saisonziel geändert: mit der sicheren Tabellenführung nach einem Saisonviertel im Rücken will man nun zumindest den vierten Tabellenplatz erreichen, der ein Heimspiel mehr im Play-off-Viertelfinale verspricht.

Im übrigen gab es Gerüchte rund um Landshuts Gutenbergweg, daß der erst kürzlich verkündete Einstieg des neuen Gesellschafters Rainer Beck nunmehr vor dem Scheitern stünde – dem widersprachen sowohl Beck, als auch Landshuts Geschäftsführer Bernd Truntschka unisono.

Tore: 1:0 (9.) Geipel (Mrazek, Ostwald) 5-4, 2:0 (21.) Trew PS, 2:1 (23.) Pohl (Wycisk, Grünn) 5-4, 3:1 (43.) M. Brandl (Trew, Kapstad) 5-4, 3:2 (48.) Pielmeier (Martell, Schietzold), 4:2 (60.) Thornton (Smazal) ENG

Strafen: Landshut 12, Crimmitschau 22

HSR: Sicorschi , LR: Velkoski, Büse

Zuschauer: 2.342


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