Klassenerhalt mit Blick nach obenTeamcheck DEL2: ESV Kaufbeuren

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Die Hauptrunde war weniger erfolgreich und wurde auf dem letzten Tabellenplatz abgeschlossen. Eigentlich könnte man sagen: Minimalziel erreicht. Doch es hätte auch anders laufen können. Nicht nur die Trainer wurden getauscht, sondern auch zahlreiche Kontingentspieler. Das Verletzungspech war gewiss mit Schuld an der schlechten Punktausbeute. Nun soll alles anders und ruhiger werden. Gravierendste Änderung hinter den Kulissen ist die Ausgliederung der DEL2-Mannschaft in eine eigenständige GmbH. Der langjährige Spieler Michael Kreitl ist unmittelbar vom Eis in die Geschäftsstelle gewechselt und führt künftig die Geschicke des ESVK als Geschäftsführer. In Personalunion übernimmt er zudem die Aufgabe des sportlichen Leiters.

Was wird die neue Saison den Allgäuern bringen? Geschäftsführer Michael Kreitl dazu gegenüber Hockeyweb: „Das Erreichen des Klassenerhalts in der DEL2 hat bei uns natürlich die oberste Priorität. Wir hätten selbstverständlich nichts dagegen, wenn wir den Klassenerhalt vorzeitig durch das Erreichen der Pre-Play-Offs feiern könnten. Unabhängig von einem bestimmten Tabellenplatz wollen wir die komplette Saison über konkurrenzfähig sein, uns stets weiterentwickeln und den Zuschauern am heimischen Berliner Platz wieder mehr Freude bereiten als in der Vergangenheit. Unsere treuen Fans sollen wieder voller Stolz und Vorfreude in die Sparkassen Arena gehen.“

Dafür wurden Leistungsträger der letzten Saison gehalten und das Team qualitativ verstärkt. Besondere Aufmerksamkeit zog der Wechsel des Meisterspielers Chris St.Jacques auf sich. Im letzten Jahr erzielte er für die Steelers in 22 Spielen 18 Punkte (6 Tore). Die letzte Saison begann er in Norwegen, wechselte von dort nach Italien und zum Schluss zurück nach Bietigheim. Nun wird er für die Allgäuer auf Torejagd gehen. Die Empfehlung von 209 Scorerpunkten in 191 Zweitligaspielen machen ihn zu einer wahrlichen Verstärkung. Ebenso neu ist der aus Füssen gekommene Kanadier Josh Burnell. Im letzten Jahr erzielte er 92 Punkte (48 Tore)  für den Oberligisten EV Füssen. Die Quote von fast einem Tor pro Spiel wird er in der DEL2 sicherlich nicht halten können, in der internen Torjägerliste wird er dennoch weit oben zu finden sein.  Ebenso aus der Oberliga wechselt Michael Baindl in das Allgäu. Beim EC Peiting glänzte er primär durch Vorlagen und blickt außerdem auf 72 DEL-Spiele im Trikot der Straubing Tigers zurück. Zu Beginn der letzten Saison stand er noch mit seinem jetzigen Chef Michael Kreitl zusammen auf dem Eis der Oberliga-Süd. Während Baindl die Saison in Peiting mit 64 Scorerpunkten abschloss, wechselte Kreitl zurück zum ESVK und war maßgeblich am Klassenerhalt beteiligt.

Auch in der Defensive werden drei neue Akteure das Trikot der Buron Joker überstreifen. Dies sind Jannik Woidtke, Lee Baldwin und Mitch Versteeg. Der gebürtige Düsseldorfer Woidtke wechselt aus Dresden zurück in das Allgäu. Bereits in der Saison 2011/2012 trug er das rot-gelbe Trikot. Eine weitere Anreise haben die beiden Kanadier hinter sich. Aus Odense (Dänemark) wechselte Baldwin in den Allgäu und gar von den Nikko Icebucks aus der Asia League kommt Mitch Versteeg zurück in die DEL2. Bereits für die Heilbronner Falken und die Roten Teufel Bad Nauheim verteidigte der 26-jährige. Er blickt auf 58 Spiel mit 33 Scorerpunkten in Deutschland zurück. Bei der Vorstellung des neuen Trainers Mike Muller mögen viele gedacht haben: „Mike wer?“ Dabei ist der US-Amerikaner in Deutschland kein Unbekannter. Zuletzt war er Nachwuchs- und Co-Trainer beim EV Ravensburg bzw. den Towerstars. Als Spieler war er in Deutschland für Ravensburg, Neuwied, Bietigheim und Essen aktiv.

Hockeyweb-Prognose: Ruhiges Fahrwasser und weniger Verletzungssorgen voraus gesetzt, wird der ESVK den letzten Tabellenplatz verlassen. Ob es für die Pre-Play-Offs reicht, wird die Saison zeigen. Die direkten Konkurrenten haben personell ebenso zugelegt und werden die angriffslustigen Allgäuer gewiss nicht aus den Augen lassen. Vermutlich wird die Liga am Tabellenende näher zusammenrücken und der gravierende Punkteunterschied zwischen Platz zehn und dem Tabellenschlusslicht extrem reduziert werden. Somit ist für den ESVK weder die Abstiegsrunde, nach die erste Play-Off-Runde fix. Gut möglich, dass die Anhänger bis zum letzten Spieltag mit dem Team um die Teilnahme an den Pre-Play-Offs kämpfen werden.