Kellerkind ade? Umbruch mit verstärktem Tigers-KaderSaisonvorschau - Bayreuth

Die Play-offs - das Ziel der Mannen von Petri Kujala. (Foto: dpa/picture alliance/Pressehaus)Die Play-offs - das Ziel der Mannen von Petri Kujala. (Foto: dpa/picture alliance/Pressehaus)
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Wie heißt es nach einem verlorenen Match immer so schön: „Mund abwischen und nach vorne schauen.“ Wenn sich das Prozedere allerdings über Monate hinzieht, sollten Konsequenzen gezogen werden. Und das haben die Bayreuth Tigers getan. Der bisherige „Sparkurs“ ermöglichte den Wagnerstädtern, etwas tiefer in die Vereinskasse zu greifen. Die letzte Spielzeit soll sich nämlich nicht wiederholen. Dabei sah es bis Januar für die Oberfranken gar nicht so schlecht aus. Das Team von Coach Petri Kujala hatte sogar kurzzeitig die Play-off-Plätze im Visier. Doch dann vermeldete die Ligaleitung, dass es aufgrund der Corona-Situation keinen DEL2-Absteiger geben wird. Von da an ging es mit den Tigers bergab. In dieser Saison können sich die Raubkatzen nicht im Tabellenkeller ausruhen, der Abstiegskampf soll daher von Beginn an vermieden werden. Breiter aufgestellt und mit vielversprechenden Neuzugängen wollen die Bayreuther weiter oben mitspielen. Wird es ihnen gelingen?

Starke Offensive und torreiche Special Teams

Nimmt man die Testspiele als Wegweiser für die anstehende Hauptrunde, werden folgende Stärken sichtbar: Zunächst einmal ist auf Torjäger Ville Järveläinen weiterhin Verlass. Ein Großteil der Tigers-Treffer ging in der Vorbereitung auf das Konto des Finnen. Mit dem bekannten Leistungsträger und den angriffslustigen Neuzugängen läuft es nach vorne bislang gut. Auffällig dabei ist, dass die meisten Tore im Powerplay erzielt wurden. Nimmt man die beiden Unterzahltreffer gegen Weiden dazu, könnten die Special Teams ein Erfolgsgarant der Saison werden. Ausbaufähig ist dagegen die Defensivleistung im Team. Hier fordert Trainer Petri Kujala „mehr Disziplin“. Der 50-Jährige steht weiterhin hinter der Bayreuther Bande und geht damit in seine vierte Runde am Roten Main. Unterstützt wird er diese Saison von Performance-Coach Robert Novotny. 

Tor: Timo Herden wieder alleinige Nummer eins 

Auch Timo Herden startet in sein viertes Jahr mit den Tigers. Nachdem sich Marco Wölfl aus dem Raubtierkäfig verabschiedet hat, ist der 26-jährige Keeper wieder die alleinige Nummer eins. Rückhalt bekommt er von Back-up Lukas Steinhauer, den er bereits aus Rosenheimer Zeiten kennt. Nico Zimmermann, das Bayreuther Eigengewächs, übernimmt erneut die Rolle des Stand-by-Goalies und macht das Trio komplett. 

Abwehr: Auf die Defensivarbeit kommt es an

In der Defensive war der fliegende Wechsel zur aktuellen Saison recht ausgeglichen. Mit Simon Karlsson und Nicklas Mannes verließen zwei Leistungsträger das Team. Offensivverteidiger Kurt Davis und Abwehrrecke Lubor Pokovic blieben den Tigers aber erhalten. Davis, der letzte Saison 52 Scorerpunkte sammelte, hatte bereits 2020 für zwei weitere Jahre unterschrieben. Pokovic verlängerte nun ebenfalls um zwei Spielzeiten. Auch die beiden Allrounder Moritz Schug und Dominik Meisinger bleiben den Oberfranken treu. Letztes Jahr noch als Springer unterwegs, ist der 28-jährige Meisinger nun fest für die Verteidigerposition eingeplant. Neu in der Bayreuther Abwehr ist mit Daniel Stiefenhofer ein erfahrener DEL2- und Oberliga-Verteidiger. Der gebürtige Füssener spielte zuletzt für Ligakonkurrent Ravensburg. Garret Pruden (22) war dazu schon zwei Spielzeiten im Oberhaus unterwegs, wo er beim ERC Ingolstadt unter Vertrag stand. Die Abwehr komplett macht der junge Niklas Gabriel, der sich nach seiner „Lehrzeit“ in Landshut nun in Bayreuth weiterentwickeln möchte.

Angriff: Hochkarätige Neuzugänge treffen auf bekannte Leistungsträger 

Nicht nur weiterentwickelt, sondern auch ausgebaut hat sich die Bayreuther Offensive. Da der kurze Kader der Vorsaison an seine Grenzen stieß, setzen die Wagnerstädter nun auf eine feste vierte Sturmreihe – und auf Namen, die in Bayreuth nicht alltäglich sind: Mit der Verpflichtung von Cason Hohmann zeigte der Verein früh, welche Richtung im Tigerkäfig eingeschlagen wird. Läuft alles nach Plan, wird der drittbeste Punktesammler der Liga das eine oder andere Torfestival vorbereiten. Der spielerfahrene und zweikampfstarke Christian Kretschmann (DEL, DEL2) soll die Tigers vor allem in Unterzahl stärken. Freddy Cabana und Bully-Ass Luke Pither treten mit ihren Führungsqualitäten an die Stellen von Tyler Gron und Juuso Rajala. Mit Marvin Ratmann holten sich die Oberfranken einen taktischen Stürmer ins Team, der beim Gegner auch mal unangenehm werden kann. Die individuellen Stärken der Akteure sind klar erkennbar. Das gilt für die Neuzugänge und den „alten“ Kern, der mit Kapitän Ivan Kolozvary, Ville Järveläinen und Dani Bindels stabil bleibt. Kevin Kunz wird nach seiner Knieverletzung wohl frühestens im Dezember ins Spielgeschehen eingreifen, während der 17-jährige Tom Schwarz am Roten Main ins Senioreneishockey eingeführt wird. Auf regelmäßige Eiszeit darf Tim Zimmermann hoffen. Nach seinen 50 Einsätzen in der Vorsaison konnte der Franke auch in der Vorbereitung einige Treffer landen. 

Fazit: Mit Qualität und Quantität Platz zehn überwinden 

Auf dem Papier haben sich die Bayreuth Tigers klar verstärkt. Besonders im Angriff konnte die Mannschaft an Quantität und Qualität gewinnen. Individuelle Leistungsträger und ein breiter aufgestellter Kader sollen die Wagnerstädter vom Tabellenkeller fernhalten. Ob das gelingt, hängt davon ab, wie die Akteure gemeinsam auf dem Eis funktionieren. In der Offensive ist die geschlossene Teamleistung bereits sichtbar, wobei sich die Erfolge vor allem in Überzahl zeigen. Die Defensive muss sich dagegen noch steigern, wollen die Bayreuther den Sprung über Platz zehn hinaus schaffen.


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