Kassel verliert gegen Landshut - Favorit am Freitag unter Zugzwang

Schafft es Manuel Klinge?Schafft es Manuel Klinge?
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Die Kassel Huskies mussten am

Dienstagabend die zweite Heimniederlage der Saison hinnehmen – und das

ausgerechnet im ersten Spiel der Finalserie gegen die Landshut Cannibals. Mit

einem ungücklichen 0:1 (0:0; 0:1; 0:0) mussten sich die Nordhessen den Gästen

aus Niederbayern geschlagen geben. 

„Über sechzig Minuten waren wir klar die

bessere Mannschaft“, urteilte Huskies-Coach Stéphane Richer nach der Partie.

Aber der Kanadier wusste auch: „Wer keine Tore schießt hat keine Chance zu

gewinnen.“ Dabei versuchten die Huskies nach einem vorsichtigen Abtasten beider

Teams ab Mitte des ersten Drittels einiges, um in Führung zu gehen. Allein die

Scheibe wollte weder bei Macri, Palmer und McNeil, noch bei Saggau und Boisvert

den Weg ins Tor finden. 

Auch im zweiten Abschnitt hatten die

Kasseler deutliche Vorteile am Spiel, auch, weil Rousson bei einem abgefälschten

Schlagschuss von Bronilla und bei einer riesigen Chance von Kratoska glänzend

parierte. Ausgerechnet, als man mit einem Mann mehr auf dem Eis zur Führung

ansetzen wollte, funkte aber Andreas Geipel dazwischen. Nach einem

Scheibenverlust der Huskies, spielt Oswald Geipel mustergültig an und der hat

keine Probleme die Scheibe nach einem Alleingang hinter dem machtlosen Boris

Rousson zu versenken. 0:1 in der 26. Minute, die Huskies mussten reagieren. Das

taten sie nur leider mit fehlender Konsequenz und so blieb es bei dem

Rückstand. 

Auch im letzten Drittel starteten die

Schlittenhunde ansehnlich. In Überzahl waren es zwei Mal Bannister, sowie

Klinge, die den starken Cinibulk prüften – ohne Erfolg. Und auch, wenn die

Gastgeber am Ende noch mal ein wahres Feuerwerk an Schüssen abbrannten, nun auch

tatsächlich entschlossen wirkten, war nichts mehr drin für den Favoriten. Es

hätte jederzeit ein Treffer fallen können, doch Play-Off-Topscorer McNeil vergab

gleich mehrere aussichtreiche Chancen, genau wie Palmer, Klinge und

Bannister. 

Am Ende bleibt den Huskies, dass die

Serie erst mit drei Siegen beendet ist. Der Heimvorteil ist dahin, doch haben

die Kasseler in den Play-Offs gerade in den wichtigen Spielen ihre

Auswärtsstärke zeigen können. Ein wenig mehr Kreativität würde dem Spiel der

Huskies dabei kaum schaden, gerade, weil die Cannibals offenbar optimal auf die

Stärken und Schwachen ihrer Konkurrenten eingestellt sind. Mit konzentrierter

Arbeit und Ruhe im Umfeld sollte aber auch die Hürde dieses Rückstandes für die

Huskies zu meistern sein. 

Stimmen zum Spiel 

Andreas Brockmann, Trainer Landshut

Cannibals: 

„Wir sind wirklich sehr glücklich über

den Ausgang des Spiels. Wir sind nicht als Zuschauer im Finale, sondern wollen

etwas erreichen. Im ersten Drittel haben wir sehr gut angefangen, gerade bei

fünf gegen fünf haben wir sehr gut gespielt. Wir wussten, dass Kassel im zweiten

Drittel noch härter kommen würde, da mussten wir einige Strafzeiten nehmen. Dass

dann in Unterzahl das Tor zustande kam, war natürlich sehr glücklich, aber auch

sehr gut gespielt. Die Kasseler haben dann ein bisschen ungeduldig gespielt und

wir konnten das Ergebnis durch gute Arbeit in der Verteidigung halten. Cinibulk

hat heute überragend gespielt, besser kann man gar nicht halten. Wir haben aber

erst ein Spiel gewonnen; das ist erst ein Schritt in der

Best-of-Five-Serie.“ 

Stéphane Richer, Trainer Kassel

Huskies: 

„Wer kein Tor schießt hat auch keine

Chance zu gewinnen. Ich habe schon vor der Serie gesagt, dass es eine harte

Serie wird. Hier spielt der Erste gegen den Zweiten. Landshut ist eine sehr gute

und intelligente Mannschaft, sie stehen sehr kompakt in der Defensive und machen

uns das Leben vor dem Tor schwer. Wir hatten genug Chancen das Spiel zu

gewinnen, im letzten Drittel haben wir zwanzig Mal auf’s Tor geschossen. Aber

unsere Chancenverwertung muss besser werden. Cinibulk war heute der beste

Spieler der Landshuter. Es ist aber noch nichts passiert. Es steht 1:0, Landshut

hat jetzt den Heimvorteil, also müssen wir nach Landshut fahren und versuchen zu

gewinnen.“ 

Leona Malorny