Kassel Huskies siegen in Spitzenspiel gegen die Tölzer LöwenAuch der direkte Verfolger geht beim Tabellenführer leer aus

Clarke Breitkreuz steuerte zwei Tore zum Kasseler Sieg gegen Bad Tölz bei. (Foto: dpa/picture alliance/nordphoto)Clarke Breitkreuz steuerte zwei Tore zum Kasseler Sieg gegen Bad Tölz bei. (Foto: dpa/picture alliance/nordphoto)
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In einem unterhaltsamen ersten Drittel waren es zunächst die Oberbayern, die dem Spiel ihren Stempel aufdrückten - mit gutem Forechecking ließen sie die Hausherren zunächst kaum zur Entfaltung kommen und mit dem ersten eigenen Angriff kamen sie direkt auf die Anzeigetafel: Tyler McNeely überbrückte mit seinem tiefen Pass die neutrale Zone und bediente Reid Gardiner, der Geburtstagskind Hungerecker humorlos flach von links überwand (2. Min.). Der Tabellenführer hatte fortan Schwierigkeiten ins Spiel zu kommen, Tölz stand gut und verstand es immer wieder die Angriffsbemühungen der Nordhessen zu unterbinden. Erste zaghafte Chancen durch Müller (4. Min), Paul Kranz, der zentral vergab (7. Min.), oder Spitzner, der nach tollem Querpass von Dinger das Tor verfehlte (10. Min.), waren nicht zielführend. Gerade als Kassel besser ins Spiel kam, gab es den nächsten Dämpfer. Weil Kranz klar gehakt wurde und die Scheibe verlor, schaltete Tölz blitzschnell und konterte über Ott und Tosto. Tosto schließlich tunnelte Hungerecker zum 0:2. Verkehrte Welt in Kassel, Rückstände im heimischen Stadion waren die rare Ausnahme in dieser Saison.

Der frühe Rückstand schien den Ligaprimus folglich zu beflügeln. Angriff um Angriff fuhren sie auf das Tor von Franzreb. Und das wurde belohnt: Als Oliver Granz in der 15. Minute vor das Tor zog und lieber den mitgelaufenen Breitkreuz bediente, hatte der keine Probleme ins halbleere Tor zum Anschlusstreffer einzuschieben.Die Huskies wollten mehr. Die Schlittenhunde ließen den Löwen wenig Luft zum Atmen: Es dauerte aber bis zur 20. Minute, ehe sich die Huskies für ihre starke Schlussoffensive belohnten: Bei viel Verkehr vor Franzreb behielt Spitzner nach Trivinos Schlenzer aufs Tor die Übersicht und verwandelte den Rebound im zweiten Versuch. Weil in den letzten 45 Sekunden des Drittels nichts mehr passierte, gingen die Teams beim Spielstand von 2:2 in die Kabinen.

Auch im zweiten Abschnitt kamen die Huskies schwer ins Spiel. Bad Tölz war von Anfang an am Drücker und Kassel konnte sich bei Hungerecker bedanken, dass die Gäste nicht frühzeitig die Führung erzielten. Pfleger, Gardiner, Tosto und erneut der Ligatopscorer Pfleger hätten bis zur 23. Minute den Führungstreffer erzielen können. Die große Stärke der Huskies zeigte sich im zweiten gefährlichen Angriff der Nordhessen in diesem Drittel. Saponari bediente Olsen am rechten Flügel und dessen Flachschuss ließ Franzreb durch die Hosenträger rutschen (25. Min). Als Breitkreuz im folgenden Angriff allein vor Franzreb entscheidend am Torschuss gehindert wurde, entschieden die Schiedsrichter auf Penalty, den der Kasseler Angreifer eiskalt zum 4:2 verwertete (25. Min.).

Die Huskies hatten inmitten der Sturm- und Drangphase der Gäste das Spiel gedreht. Tölz steckte nicht auf, spielte die Angriffe konzentriert weiter und kam zu guten Chancen. Als kurz Verwirrung in der Kasseler Hintermannschaft herrschte, schaltete Marco Pfleger am schnellsten und konnte in der 32. Minute zum 3:4 Anschlusstreffer einschieben. Das folgende Powerplay der Oberbayern überstanden die Mannen von Tim Kehler nur knapp unbeschadet. In der Folge spielte nur noch der Gast, die Huskies wurden mehrfach im eigenen Drittel eingeschnürt und Tölz kam folgerichtig zum 4:4-Ausgleich, als Tyler McNeely über rechts kommend den zentral mitgelaufenen Reid Gardiner bediente, der Hungerecker keine Chance ließ. Die Huskies hatten Glück, dass Tölz in den letzten Minuten nicht der Führungstreffer gelang - Pfleger, Dibelka und erneut Pfleger scheiterten am zunehmend stärker werdenden Hungerecker.

Im Schlussabschnitt stand das Spiel auf Messers Schneide. Entgegen der ersten beiden Abschnitte kamen die Huskies zu Beginn besser ins Spiel und hatten durch Olsen, der am leeren Tor vorbei schoss (41. Min.) und auch Trivino, der das Tor nicht traf (43. Min.), beste Einschussgelegenheiten. Den Gästen schwanden zunehmend die Kräfte, die Oberbayern tauchten aber trotzdem immer wieder gefährlich vor dem Kasseler Gehäuse auf. Gegen die Druckphase der Nordhessen in der 45. Minute, die sich wie Powerplay bei 5-gegen-5 anschauen ließ, konnten die gut stehenden Bayern nichts ausrichten. Zu präzise spielten die Fuldastädter und als Rutkowski sich durch die Defensive tankte und den freistehenden Olsen bediente, hatte dieser keine Schwierigkeiten zum 5:4 ins leere Tor einzuschieben (46. Min.). Die Huskies wollten die Entscheidung. Und in einem wahren Sturmlauf erzielte zunächst Eric Valentin per Rebound das 6:4 (56. Min.). Gaudet nahm bei 4-gegen-4 Franzreb vom Eis, die Überzahl konnten die Löwen aber nicht in Zählbares ummünzen - anders die Huskies. Nach Bullygewinn schoss Keussen von der eigenen Grundlinie ins verwaiste Tor der Gäste zum 7:4 ein (57. Min.). Das Spiel war somit entschieden, genug hatte der Tabellenführer jedoch nicht. Weil Olsen über rechts kommend klug mehrfach verzögerte, konnte er sich im Slot stehend die Ecke aussuchen und setzte mit dem 8:4 und zugleich seinem dritten Treffer den Schlusspunkt in einem unterhaltsamen Spiel.

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