Joker begeistern im bayerischen Derby ihre Anhänger

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Das frühe 1:0, ausgerechnet in  Überzahl - einer Disziplin, die derzeit nicht gerade zu den Stärken zählt - spielte den Hausherren sichtlich in die Karten. Brady Leisenring sah seinen am kurzen Pfosten stehenden Kumpel Rob McFeeters, der mit einer Drehung Torhüter Maracle verlud. Erstmals gefährlich wurden die Gäste nach etwas mehr als sechs Minuten. Kapitän Gottwald verfehlte das Kaufbeurer Tor allerdings um Haaresbreite. Eine Schrecksekunde mussten die zahlreichen Jokerfans wenig später überstehen, als Jakub Körner in Unterzahl den Puck gefährlich in Richtung eigenes Tor abfälschte. Stefan Vajs allerdings war reaktionsschnell und gewohnt souverän zur Stelle. Fast im Gegenzug waren sich zwei Rosenheimer nach einem Bullygewinn nicht einig und verhalfen damit Bernhard Ebner  zu einem Alleingang, der erst kurz vor dem Kasten der Oberbayern gestoppt wurde. Als die Joker wieder vollzählig waren, klingelte es erneut im Rosenheimer Kasten. Christian Grosch verzögerte im gegnerischen Drittel lange, passte quer vors Tor auf Bernhard Ebner, der wiederum ums Tor fuhr und den vor dem Kasten lauernden Maximilian Schäffler fand, der zum umjubelten 2:0 einnetzte. Die Joker drückten weiter und setzten die Star Bulls immer wieder im Spielaufbau unter Druck. So erarbeiteten sich Ken Lattas Jungs immer wieder Chancen, von denen zwei durch Levi Nelson knapp ihr Ziel verfehlten. Jetzt wachten auch die Gäste zunehmend auf und Stefan Vajs musste sein Team mehrmals vor dem Anschlußtreffer bewahren.

Im Mitteldrittel legten die Joker erst so richtig los. In Überzahl landete ein Klassepass von Daniel Menge vors Tor bei Ebner, dessen Direktabnahme Torhüter Maracle noch spektakulär abwehren konnte. Doch Ebner setzte nach und bediente, hinter dem Tor stehend, wiederum Menge, der dem Rosenheimer Goalie beim 3:0 ganz alt aussehen liess. Wenige Zeigerumdrehungen später gab es erneut für die Gäste eine Strafzeit. Und wieder waren die Joker brandgefährlich. Erneut kombinierte das Duo Ebner/Menge lehrbuchmässig, doch diesmal war Maracle zur Stelle. Immer wieder störten die Gastgeber mit einer engagierten, körperbetonten Spielweise erfolgreich das Aufbauspiel der Star Bulls. Auch das 4:0 entsprang aus so einer erzwungenen Situation. Der unermüdliche Dominic Krabbat setzte einem schon verlorenen Puck nach, zog vor Tor und sein Paß wurde unhaltbar für Maracle von seinem Verteidiger zum vierten Kaufbeurer Treffer abgefälscht. Auch in der Folgezeit spielten die Joker wie aus einem Guß. Einen erneut überlegten Querpass von Grosch lupfte Jannik Woidtke allerdings über das Rosenheimer Gehäuse. Die wie im Rausch agierenden Joker profitierten auch beim 5:0 durch einen platzierten Schlenzer durch Mark Soares ins Kreuzeck von einem Fehler in der Hintermannschaft der Oberbayern, die wenige Zeigerumdrehungen vor der zweiten Sirene dann doch erstmals erfolgreich waren. Marcus Marsall setzte sich mit einer tollen Einzelaktion durch und verlud auch den bis dahin bärenstarken Stefan Vajs zum 5:1. Doch dies schien die Joker erst recht zu motivieren. Nach Brady Leisenrings Traumpass - trotz gleicher Spieleranzahl konnte man meinen, dass die Joker eher einen oder gar zwei Mann in Überzahl wären - brauchte Daniel Menge seine Kelle nur noch zum 6:1 hinhalten. Dieses Tor allein war schon das Eintrittsgeld wert! Sekunden vor dem zweiten Pausentee verhinderte Vajs noch mit zwei brillanten Paraden gegen den Ex-Joker Dominic Auger und Marsall den zweiten Rosenheimer Treffer.

Zum Schlussdrittel war dann für den unglücklich agierenden Maracle der Arbeitstag vorzeitig beendet. Für ihn rückte Backup Mayer zwischen die Pfosten. Da das Spiel beim Zwischenstand von 6:1 bereits entschieden war, trugen beide Mannschaften nicht mehr Entscheidendes zum Spielgeschehen bei und setzten einige junge Spieler ein, um ihnen Spielpraxis zu verschaffen. Stefan Vajs musste lediglich noch den 6:2 Endstand nach einem Schlagschuss von Frank passieren lassen, das am klaren Sieg der Joker nichts mehr änderte.

In der anschließenden Pressekonferenz war Gästetrainer Franz Steer sichtlich unzufrieden mit der Leistung seiner Truppe, die zwei freie Tage wohl zu ausgiebig genossen hatte.

Ken Latta war selbstverständlich mehr als glücklich und sah den Schlüssel für den Erfolg neben dem unbedingten Willen seines Teams im entscheidenden dritten Tor der Partie.


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