Indians Vormarsch abrupt gestopptHannover Indians

Indians Vormarsch abrupt gestopptIndians Vormarsch abrupt gestoppt
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Es gibt Tage, da klappt nichts. Was man auch versucht, die Scheibe will einfach nicht die Torlinie überqueren. Vermutlich hätten die Hannover Indians noch fünf Stunden spielen können, es hätte nichts genutzt. Nun kann man der jungen Truppe von Indians-Cheftrainer Christian Künast keinen großen Vorwurf machen. Am Wochenende waren gegen Rosenheim und eben Riessersee drei von sechs Punkten anvisiert worden und die Mannschaft hatte es möglich gemacht. Nur leider nicht sehr zuschauerfreundlich, denn ausgerechnet beim hohen Favoriten Rosenheim wurde mit 3:2 gewonnen und gegen das Schlusslicht aus Garmisch-Partenkirchen vor 2.306 Zuschauern mit 0:3 verloren. Die einzigen Jubelnden nach dem Schlusspfiff waren die Spieler des Gastes und die unverdrossenen zwanzig SCR-Fans, die sich bei Schnee und Eis auf den 1.500 Km-Trip gemacht hatten.

Die Sieg war auf alle Fälle verdient und das sprach dann auch nach dem Spiel ohne Umschweife Riessersees Interimstrainer Markus Bleicher an: „Wir wollten drei Punkte holen und das haben wir verdient geschafft. Ich übergebe an meinen Nachfolger ein intaktes Team, mit dem es Spaß gemacht hat zu arbeiten.“  Bereits der Spielstart der Gäste war fulminant. Scheinbar war Markus Bleicher der Ansicht, dass die Indians beim Freitagspiel Kraft und Frische verloren hätten, denn schlagartig belagerten sie das Gehäuse von Indians-Keeper Peter Holmgren, der trotz eines verschuldeten Gegentores zum besten Mann seiner Farben avancierte. Bereits in den ersten Minuten scheiterten Lord, Kastner, Pfohmann und Zilla an Holmgren und erst danach kamen die Indians mühevoll  in die Nähe von Markus Keller. Überhaupt zeigte sich Keller, wie auch Holmgren als sehr reaktionsschnell und fangsicher, gewann das Keeperduell letztendlich jedoch durch seinen Shut-Out deutlich.  Im weiteren Verlauf des ersten Drittels zeigte sich bereits in den Anfängen, später wurde es noch klarer, warum die Indians sich so schwer tun mit dem Totschießen.  Sieben Überzahlmöglichkeiten wurden vergeben, stellenweise recht kläglich und das ausgerechnet gegen jene Vertretung, die mit 77% Penaltykillingquote in der Liga auf dieser Position ganz hinten steht. Wenn hier der Hebel umgelegt wird, dann  kann die Welt aus Hannoveraner Sicht bald viel besser aussehen. Die Riesserseer jedenfalls retteten sich in die erste Pause und hatten gleich nach Wiederanpfiff das Glück, durch Adam Henrich (22.) in Führung  zu gehen.  Dieses Tor tat den Gästen gut, die ihr giftiges Pressing brav weiter spielten, die hannoverschen Sturmreihen im Mittelfeld attackierten und ihrem Keeper in der Folgezeit viel Arbeit abnahmen.  In der 33. Minute dann die Vorentscheidung in einer Aktion, die (fast) ungefährlich war. Benjamin Barz (33.) versuchte sich bei seinem ersten Saisontreffer an der blauen Linie mit einem mittelschweren Schlagschuss und die Indians-Versicherung Peter Holmgren griff daneben.  Torwartfehler zählen halt doppelt und jetzt merkte man den Hannover Indians doch an, dass das Freitagspiel viel Kraft gekostet hatte.  Die Konzentrationsfähigkeit ließ nach, die Passungenauigkeit wurde noch stärker und jeder Angriff wurde schwerfällig vorgetragen. Die erheblich spritziger wirkenden Garmischer ließen sich jedoch dazu verführen, die totale Offensive zu suchen. Mit stoischer Ruhe warteten sie die Angriffe der Gastgeber ab, fuhren nur Konter, die erfolgversprechend waren. So ging das Spielchen bis zur Schlussphase weiter, die sich durch eine Strafe für den SCR-Stürmer Andrew Lord drei Minuten vor Schluss spannend gestalten sollte. Indians-Coach Christian Künast nahm eine Auszeit, beorderte eine Minute später auch seinen Keeper aus dem Gehäuse, jubeln indes durfte nur sein Gegenpart, denn Tim Regan (60.) besorgte mit einem Empty-Netter das verdiente 0:3, das allerdings um ein Tor zu hoch ausfiel. Indians-Coach Christian Künast war zwar enttäuscht, wusste aber gleich eine Lösung, um dem Kraftverlust Herr zu werden: „Die Niederlage war zwar verdient, aber ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie hat alles gegeben und jetzt gibt es erst einmal zwei Tage frei, damit auch der Kopf wieder frei wird.“