Indians gegen Cannibals chancenlosHannover Indians

Indians gegen Cannibals chancenlosIndians gegen Cannibals chancenlos
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Die 58. Minute war angebrochen, als im Powerplay, nicht gerade eine der Stärken der Hannover Indians, Jelitto seinen Mannschaftskameraden Patrick White (59.) bediente und dieser mit der Rückhand Landshuts starken Keeper Timo Pielmeier überwand. Der anschließende Jubel war ohrenbetäubend. Das Stadion stand kopf, die Mannschaftskameraden von White jubelten auf der Bank (Indians-Coach Künast: „Ich bin stolz auf diese Mannschaft. Obwohl sie kein echtes Ziel mehr haben, geben sie alles.“) Jeder, außerhalb des Stadions, hätte vermutet, dass die Indians das Siegtor geschossen hätten, aber dem war leider nicht so. Zuvor hatten die motivierten bayrischen Gäste sechs Mal getroffen und so war das Tor von White nur der Ehrentreffer, aber er zeigte etwas Besonderes an. Das Team kämpfte, zeigte im Gegensatz zu Spielen wie gegen Riessersee oder zuletzt Dresden, absoluten Kampfeswillen und steckte den Kopf nicht in den Sand, als es nach zwanzig Minuten schon 0:3 stand und eine Drittelpause später gar 0:5.

Dabei war der Start durchaus ordentlich. Die technische Überlegenheit der Niederbayern wurde mit Kampfkraft ausgeglichen, aber bereits in den ersten Spielminuten zeigte sich, dass es nur einer außerordentlichen Leistung bedarf, um dieses Topteam zu bezwingen. Cannibals-Coach Ehrenberger: „Ich hatte meine Befürchtungen, denn unser Spiel gegen Schwenningen war nicht leicht und Hannover ausgeruht.“ Die Entscheidung fiel dann bereits in der 11. Spielminute und zwar innerhalb von „neun“ Sekunden. Bill Trew und Frantisek Mrazek brachten ihre Farben mit 0:2 in Front, Trew erhöhte sieben Minuten später auf 0:3.

Kaum hatte das zweite Drittel begonnen, da markierte Mrazek (23.) sogar das 0:4 und in der 33. Minute besorgte der zweite Landshuter Oldie, Verteidiger Kamil Toupal, in seinem 623. Zweitligaspiel, das 0:5. Jetzt schien sogar ein Debakel für die Indians im Bereich des Möglichen, aber die Niederbayern drosselten das Tempo, liessen ihre niedersächsischen Gastgeber mitspielen, und verwalteten das Ergebnis. (Indians-Coach Christian Künast: „Ein, auch in der Höhe, verdienter Sieg der Cannibals. Als gebürtiger Landshuter wünsche ich dem EVL in den Play-Off`s viel Erfolg.“) Dazu kam, dass es Tage gibt, an denen praktisch nichts klappen will. Die Truppe vom Pferdeturm zeigte, wie bereits beschrieben, ein sehr engagiertes Spiel, aber auch die besten Chancen sollten nicht verwertet werden.

Im dritten Drittel erhöhte schließlich David Elsner (45.) auf 0:6, ehe Patrick White mit seinem Tor die blau-weiß-roten Fans jubeln ließ. Überhaupt zeigten diese Anhänger, welches Potenzial am Pferdeturm vorhanden ist. 3.044 Fans bei einem für die Heimmannschaft bedeutungslosen Spiel, dazu noch angereiste Fans aus Bremerhaven, so etwas gibt es nicht so häufig in Deutschland und es soll noch besser kommen. Beim voraussichtlich letzten Zweitligaspiel am Pferdeturm für die nächste Zeit, am kommenden Freitag gegen Crimmitschau, geht der Trend in Richtung „ausverkauft“.