In Sachen Kampf und Wille eine Klasse besser - ECT schlägt Regensburg

Heimpleite gegen BietigheimHeimpleite gegen Bietigheim
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Die Eisbären aus Regensburg bleiben weiterhin ein dankbarer Gegner für die Tölzer Löwen. In Spiel eins nach Hans Rothkirch zeigten die "Buam" eine kämpferisch starke Leistung und setzten sich am Ende verdient mit 5:3 durch. Bis tief in das finale Drittel konnten die Gäste das Spiel offen gestalten und die Tölzer Führungstreffer jeweils egalisieren, ehe Jeffrey Hoad mit einem Doppelschlag in der Schlussphase die Partie zugunsten des Altmeisters entschied. Die weiteren Tölzer Tore erzielten vor gut 1500 Zuschauern Morgan Warren, Tim Regan sowie Florian Zeller. 
 

Einen Crash-Kurs in Sachen Erwartungen und Einstellung habe er seiner Mannschaft verpasst, so Interimscoach Beppo Schlickenrieder nach dem Spiel. Also einen längeren Apell, wohl auch an die Ehre der Spieler. Dieses Vorhaben war auch vom Beginn weg spürbar zu erkennen. Mit den klassischen Tölzer Tugenden Leidenschaft und Kampf wurde den substanziell ausgeglichener besetzten Oberpfälzern entgegnet. Der Lohn für diese engagierte Darbietung fand in zwei relativ frühen Treffern seinen Niederschlag. Morgan Warren traf mit einem Shorthander, Tim Regan mit einer Art Bauerntrick. Nur mit dem Unterschied, dass Regan Mark Cavallin im Eisbären Tor nicht mehr zu überwinden brauchte. Er hatte ihm bereits zuvor in seiner schlitzohrigen Art die Scheibe hinter dem Tor stibitzt, als Cavallin selbige für seinen Verteidiger stoppen wollte. Als wenig später Florian Leitner auf die Sünderbank musste, dauerte es gerade einmal fünf Sekunden, bis die Gäste ihr Powerplay nutzen konnten. Kapitän Ancicka zog ab, Jason Miller hielt die Kelle in den Schuss, Anschlusstreffer.  
 
Nach dem Wechsel erarbeiteten sich die Eisbären allmählich eine optische Überlegenheit, ohne aber zunächst davon zu profitieren. Bei den Tölzern arbeiteten die Stürmer unglaublich viel nach hinten, um Brosi Fichtner so weit als möglich von gegnerischen Schüssen zu verschonen. Einmal gelang dies nicht vollends und schon stand es 2:2. Bei einem eher harmlosen Schlenzer von Martin Ancicka ließ sich der ECT-Goalie übertölpeln. War aber nicht weiter tragisch, denn die Antwort der Hausherren folgte auf dem Fuß. Einen Traumpass von Christopher St. Croix legte sich Florian Zeller elegant vor, so dass er ungehindert auf Cavallin zueilen und diesen überwinden konnte. Mit diesem Spielstand ging es dann auch in das letzte Drittel, welches das ereignisreichste an diesem Abend werden sollte.  
 
St. Croix´s knapp vorbeistreichender Blueliner war der Auftakt in die letzten zwanzig Minuten. Gefolgt vom erneuten Ausgleich der Kühnhackl-Truppe. Aus einer Spielertraube vor dem ECT-Gehäuse traf Jason Miller zum zweiten Mal an diesem Abend. Der Löwen-Defensive gelang es hier nicht, die Scheibe aus der Gefahrenzone zu schaffen. Kurioserweise fühlten sich nun aber die Hausherren in der Pflicht, sie motivierte der Ausgleich ungleich mehr. Angriffe im Minutentakt, abgeschlossen von den Protagonisten Regan, Kruck und Florian Curth, nötigten den deutschen Rekordnationalspieler dazu, eine Auszeit anzumelden, um seine Mannen noch einmal auf den Ernst der Sache hinzuweisen. Im Nachhinein gab Kühnhackl zu, es wäre wohl das Falsche gewesen, was er vermittelte. Von seinem Team war nämlich in der Folgezeit nichts mehr zu vernehmen. Dafür umso mehr von den Tölzer Löwen. In Überzahl gelang Jeff Hoad das vielumjubelte 4:3. St.Croix Diagonalpass sechzig Sekunden später in den Lauf von Hoad leitete die Entscheidung ein. Das Tor selbst war nahezu eine Kopie des vorigen Treffers. Toptorjäger Hoad avancierte somit zum Matchwinner. Schade nur, dass der Memminger Unparteiische Huber kurz vor Spielende seine bis dato tadellose Leistung mit einer in keinster Weise nachvollziehbaren Entscheidung trübte. Nach einem Zusammenprall zwischen Tim Regan und Peter Gulda, bei dem der Regensburger einige Zeit auf dem Eis liegen blieb, erkannte Huber auf vermeintlichen "Kniecheck" von Regan und bedachte diesen mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe. Sowohl Beine als auch der Schläger von Regan waren aber unten. Am Spielausgang änderte dieser Vorfall freilich nichts mehr. 
 
 Kühnhackel war indes sichtlich enttäuscht von seinem Team und verzichtete sogar darauf Mark Cavallin zugunsten eines weiteren Feldspielers zu opfern. Auch nach dem Spiel zeigte sich der Niederbayer ungewohnt wortkarg. Seine Mannschaft hätte ihn geärgert und in Sachen Einsatz Einiges zu wünschen übrig gelassen.  
 
Beppo Schlickenrieder zeigte sich hingegen äußerst redewillig. Die Mannschaft habe die Vorgaben gut umgesetzt. Mit dieser beherzten Art zu spielen würden auch bald wieder mehr Zuschauer den Weg in die Arena finden, so der Geschäftsführer. Es bleibt zu hoffen, diesen Elan für die kommenden Aufgaben mitzunehmen. Auf das Thema Trainerwechsel ging der 46jährige nur insoweit ein, dass man auf der Suche nach einem geeigneten Kandidaten sei und er die Doppelbelastung in keinem Falle längerfristig machen wolle. Obwohl er zugab, "gekribbelt hat´s schon"  
 
Am Rande:Christian Curth kehrte nach Verletzungspause wieder zurück und verteidigte an der Seite von St. Croix. Auch Andi Kruck war wieder mit von der Partie. Kapitän Derek Mayer wird voraussichtlich nächste Woche zurückkehren, selbst bei Patrick Couture scheint das Heilfleisch von gehobener Klasse zu sein. Eine Operation ist definitiv nicht von Nöten. (orab)   
 

Tore: 
1:0 (02:48) Warren (Stevens 4-5), 2:0 (10:30) Regan (F.Curth, Frank), 2:1 (12:07) Ancicka (Miller 5-4), 2:2 (36:02) Miller (Woolf, Ancicka ), 3:2 (36:34) Zeller (St.Croix,Regan), 3:3 (44:41) Miller (Woolf, Menge), 4:3 (55:37) Hoad (Stevens, Kottmair 5-4), 5:3 (56:38) Hoad (C.Curth, St.Croix 5-4) 
 

Strafzeiten: Bad Tölz 14 + 5 + Spieldauer (Regan) - Regensburg 20 
Schiedsrichter: M.Huber (Memmingen) - Fischer, Kees 

Zuschauer: 1509

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