Im Finish eine Spur glücklicher

Erster Neuzugang der IndiansErster Neuzugang der Indians
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Obwohl

das arktische Tief Daisy ihren Besuch für das Wochenende angekündigt hatte,

strömten über 3500 Fans ins Eisstadion am Pferdeturm, und wurden mit einem

Spiel belohnt, dass in Sachen Action und Spannung Spitze war, technisch naturgemäß

Mängel aufwies, dafür jedoch - darin waren sich später beide Trainer einig -

vom Speed Zweitligareife aufwies.

Wie

so oft in dieser Saison zeigte sich der Gastgeber anfangs spendabel. Bereits

nach 235 Sekunden konnte Garten einen Rebound zur Gästeführung nutzen. Aber die

Gastgeber wollten sich nicht ihrem Schicksal fügen. Mitreißend fighteten sie

zurück, scheuten keinen Zweikampf und versuchten ihrerseits dem Spiel ihren

Stempel aufzudrücken, und erhielten schnell den Lohn für ihren Kampfgeist. Der

an diesem Abend überragende Jelitto schickte seinen Sturmpartner Hughes (8.)

auf den Weg, und dieser verlud Gästekeeper Lusins zum 1:1. Jetzt hatten die Indians

Oberwasser, und die Glückswaage neigte sich zu ihren Gunsten. Hemmes bei

Überzahl kam an der blauen Linie zum Schuss. REV-Keeper Lusins konnte den Puck

nicht festhalten, und Jelitto (11.) schob zum 2:1 ein. Mitten in die

Jubelszenen der nächste Knaller. Saggau überraschte Lusins mit einem gefühlvollen

Schlenzer zum dritten Treffer. Jetzt zeigten sich die Gäste völlig

desorientiert und mussten froh sein, dass in der Folgezeit Atherton, Doyle und

Jelitto jeweils das Ziel verpassten. Mit einem hochverdienten 3:1, und der

Gewissheit dass vermutlich beste erste Drittel der Saison gespielt zu haben,

ging es in die Kabine.

Der

zweite Abschnitt begann wie sein Vorgänger. Die Indians übernahmen, auch mit

Hilfe eines Powerplays, schnell die Initiative und wollten das 4:1, aber sie hatten

die Rechnung ohne den Gast gemacht. Trotzdem hatten vorerst die Gastgeber

einige Torchancen zu verzeichnen, und lediglich den Künsten Lusins hatte es die

Truppe von Trainer Leidborg zu verdanken, dass die Aussicht auf drei Punkte in

der Fremde verflog wie eine Sternschnuppe. In der Folge kamen die Fischtowns

immer besser mit den Gastgebern zurecht und es schien, als ob die Indians ihrem

bis dato recht hohen Tempo Tribut zollen müssten. Jetzt übernahmen die Spieler

von der Weser das Kommando und Indians-Keeper Ziffzer hatte alle Hände voll zu

tun, um die Löcher in seiner Abwehr zu stopfen. Der Anschlusstreffer von Garten

in der 32. Minute war schließlich verdient, und die letzten Drittelminuten

gehörten eindeutig den Bremerhavenern, die allerdings mit den erarbeiteten

Chancen fahrlässig umgingen, oder an der aufmerksamen Indians-Abwehr

scheiterten.

Das

Abschlussdrittel war anfangs wie eine Kopie des zweiten Drittels. Die Gäste

übernahmen sofort das Kommando, ohne jedoch besonders zwingend zu wirken. In

diesem Spielabschnitt zeigten besonders Kozhevnikov und Baumgartner, sowie die

Stürmer Stanley, Lanier und Dejdar starke Leistungen, wurden jedoch knallhart

ernüchtert, als der Anfangs erwähnte Jelitto nach einem anfänglichen

Puckverlust Leisenring (48.) bediente, und dieser mit einem Rückhandschlenzer

Lusins überwand. Die Gäste holten nun die Brechstange raus. Aber auch sie

spielten mit den Neigungen der Glücksgöttin Fortuna. Hauner musste auf die

Strafbank, und Lanier (51.) konnte einen Unterzahl-Konter zum 3:4 ausnutzen. Dann

schickte Schiri Klau den starken Indians-Defender Martens vom Eis, und der beste

Bremerhavener Garten (56.) überwand Ziffzer zum 4:4 zum dritten Mal. Und es

ging noch spannender weiter. Jelitto (57.) traf im Powerplay zur erneuten Indians-Führung.

Die Entscheidung? Nein. Denn ausgerechnet in der Folgezeit nahm der eigentlich

starke ECH-Keeper Ziffzer eine Auszeit. Er vertändelte an der Bande unbedrängt

den Puck, der schließlich von Lanier (58.) angenommen und clever verwertet

wurde. In der Verlängerung hatten die Bremerhavener zwar optisch ein

Übergewicht, schafften auch ein positives Schussverhältnis, blieben aber

uneffizient, so dass das Penaltyschiessen entscheiden musste. ECH-Trainer West

brachte seine besten Tagesakteure Leisenring und Jelitto, die auch trafen,

während bei den Gästen Stanley traf, Dejdar und Lanier aber an Ziffzer

scheiterte und so die Entscheidung herbeiführten.

Stimmen: Joe West

(Hannover): „Wir haben durch die zweite Reihe jetzt ein anderes Gesicht. Am

Ende haben wir unglücklich reagiert. Hughes und Leisenring arbeiten für die

Mannschaft. Ziffzer hat ordentlich gehalten und ich hoffe, dass wir auch in

München bei optimaler Leistung eine Chance haben. Wir gehen in die richtige

Richtung.“

Gunnar

Leidborg (Bremerhaven): „Wir lagen zweimal zwei Tore zurück und haben uns

wieder heran gearbeitet, darum sind wir glücklich über den Punkt. Die Indians

waren erheblich schneller als zuletzt und haben deswegen auch verdient

gewonnen.“

Statistik: 0:1 (3:55) Garten

(O`Brien, Parent); 1:1 (7:11) Hughes (Jelitto, Stolikowski); 2:1 (10:20)

Jelitto (Hemmes, Hughes) 5-4; 3:1 (10:41) Saggau (Huhn, Atherton); 3:2 (33:01) Garten

(Parent, Schmidt) 5-4; 4:2 (47:15) Leisenring (Jelitto, Hughes); 4:3 (50:48) Lanier

(Kozhevnikov, Parent) 4-5; 4:4 (55:56) Garten (Parent, Schmidt); 5:4 (56:27) Jelitto

(Leisenring, Hemmes) 5-4; 5:5 (57:35) Lanier (Parent, O`Brien); 6:5 Jelitto

(GWS)

Strafminuten:

Hannover 12 – Bremerhaven 16 + 10 für Lanier und Hauner

Schiedsrichter:

Klau

Zuschauer:

3563

Manfred

Schneider


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