"Im Derby muss ich bereit sein!"Lausitzer Füchse - Dresdner Eislöwen 2:4

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„Eigentlich ist der Fuchs schlau, aber wir haben heute dumm gespielt“, war das ernüchternde Fazit von Füchse-Trainer Dirk Rohrbach auf der abschließenden Pressekonferenz. Dabei sah es am Anfang gar nicht danach aus. Es entwickelte sich zunächst ein rassiges, temporeiches Spiel, bei dem beide Teams mit viel Körpereinsatz zur Sache gingen. Die wohl größte und eindeutigste Chance auf den ersten Treffer hatte wohl Dresdens Kris Sparre, als er allein vor Füchse-Goalie Jonathan Boutin zum Schuss kam, aber am Schoner des Torhüters scheiterte. Danach ging alles ganz schnell. Innerhalb von 57 Sekunden wurde der Spielstand auf 2:1 zugunsten der Gäste gestellt. Zuerst konnte Arturs Kruminsch (15.) die Eislöwen im Nachschuss in Führung bringen. Jonas Müller (16.) nutzte die darauf folgende Schockstarre der Lausitzer Abwehr und baute ohne Gegenwehr die Führung auf zwei Tore aus. „Es war ein Witz, wie wir da gearbeitet haben“, war Dirk Rohrbach auch sichtlich angefressen. „Im Derby, wo die Emotionen hoch sind, muss ich doch bereit sein, den Kampf annehmen und den Gegenspieler mit fairen Mitteln zur Strecke bringen.“ Gäste-Torhüter Peter Holmgren, der ein tolles Spiel bot, war übrigens so nett und sicherte dem Förderlizenzspieler aus Berlin den Puck seines ersten Treffers in der 2.Bundesliga. Auf der Gegenseite leistete sich aber auch die Dresdner Abwehr einen Aussetzer und bereits im nächsten Wechsel gelang Scott King (16.) der Anschluss. Und genau bei dieser Konstellation sollte es bis zum Spielende bleiben: Die Eislöwen legten vor und für mehr als den Anschluss sollte es für die Hausherren nicht reichen. Nur zu Beginn des letzten Drittels konnten die Lausitzer den Druck und Biss aufzubauen, den man braucht, um zu Hause ein Derby zu gewinnen. Lohn war ein Tor von Andre Mücke (46.), allerdings hatte zwischenzeitlich Sami Kaartinen (29.) bereits im Powerplay (zu seinem 130. Tor im Eislöwen-Dress) getroffen. Um es kurz zu machen: Die Dresdner waren Herr der Lage, verteidigten bis zur Schlusssirene clever, nutzten die sich nun zunehmend auftuenden freien Räume zum 4:2 durch Steven Rupprich (56.) und verhinderten durch ihr Spiel auch die Möglichkeit der Füchse, den Torhüter zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis zu nehmen. Carsten Gosdeck hätte in der 57. Minute bei einem Alleingang den Sack bereits endgültig zu machen können, aber auch er scheiterte Jonathan Boutin im Füchse-Tor.

„Ich denke, es war ein ausgeglichenes Spiel“, ist die Ansicht von Torschütze Andre Mücke. „Aber Dresden war einfach eiskalt und hat die Chancen besser genutzt.“ Der 31-Jährige musste heute das erste Mal gegen den Club antreten, für den er vier Jahre lang als unermüdlicher Kämpfer auf dem Eis stand. „Ein bisschen komisch war es schon“, gab „Fliege“ zu. „Auch der Mittagschlaf fiel etwas unruhiger aus. Aber das hat sich schnell gegeben.“ Sein Spiel auf dem Eis war so auch völlig frei von irgendwelchen Sentimentalitäten. Der „Plan“ allerdings, seine ehemaligen Teamkollegen im Vorfeld durch Anrufe oder SMS zu irritieren, ging offensichtlich nicht auf. Auch Carsten Gosdeck kehrte zurück an alte Wirkungsstätte, er jedoch weiterhin im Eislöwen-Dress. Dass er bei der Nennung seines Namens ausgepfiffen und auch beschimpft wurde, nahm er gelassen: „Es ist eine eigentlich eine Bestätigung meiner Leistung. Wenn di Fans meine Arbeit nicht geschätzt hätten, wäre es ihnen egal, wo ich spiele. Insofern ist es doch eine Art Anerkennung.“ Im Gegensatz zu Mücke wollte er Telefonate lieber nach dem Derby führen: „Das mach ich erst, wenn wir die drei Punkte geholt haben!“ Nicht schwer zu erraten, wer auf seiner Liste ganz oben stehen wird…

Tore: 0:1 (14:51) Arturs Kruminsch (Sami Kaartinen, Lukas Slavetinsky), 0:2 (15:25) Jonas Müller (John Koslowski, Stefan Chaput), 1:2 (15:48) Scott King (Dennis Palka, Danny Pyka), 1:3 (28:07) Sami Kaartinen (Arturs Kruminsch, John Koslowski/5-4), 2:3 (45:34) André Mücke (Markus Lehnigk, Sean Fischer), 2:4 (55:02) Steven Rupprich (Stefan Chaput, Kris Sparre)
Strafen: Weißwasser 10, Dresden 8 + 10 (Joni Tuominen)
Zuschauer: 2979

Schiedsrichter: Sven Fischer

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