„Ich war ein Kandidat der Clubs“Auf einen EISTEE mit: René Rudorisch – Teil 1

DEL2-Geschäftsführer Rene Rudorisch (li.) mit seiem Vorgänger Detlef Kornett - Foto: CitypressDEL2-Geschäftsführer Rene Rudorisch (li.) mit seiem Vorgänger Detlef Kornett - Foto: Citypress
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Außerhalb von Crimmitschau und außerhalb der DEL2 ist der Name René Rudorisch wohl nur den Eishockeyfans bekannt. Dabei lenkt der sympathische gebürtige Elsterberger (in Greiz geboren) seit einem Jahr die Geschicke der DEL2 als Geschäftsführer und ist somit einer der wichtigsten Funktionäre des deutschen Eishockeys. Wir trafen ihn in seinem Neusser Büro auf einen doppelten EISTEE.

Zunächst noch einmal kurz zu einem Thema, was für mächtig Aufsehen gesorgt hat. Im Hinblick auf den Lizenzentzug des EVL Landshut Eishockey wurden Sie mit den Worten „seit Mai war die Situation bekannt“ zitiert. Was meinen Sie damit?

Wir müssen den Clubs unterstellen, dass sie sowohl die Lizenzbedingungen als auch ihre eigenen Zahlen kennen. Der EVL hat am 24. Mai seine Lizenzunterlagen eingereicht. Die waren insofern eindeutig, als eine Lizenzerteilung ausgeschlossen war. Entsprechend haben wir natürlich Nachforderungen gestellt.

War eine Lizenz mit Auflagen im Bereich Ihrer Überlegungen?

Wir haben ein absolutes Ausschlusskriterium und das ist negatives Eigenkapital. Dieses fehlende Eigenkapital konnte bis Ende der Lizenzprüfung nicht ausgeglichen werden und daher konnte auch keine Lizenz mit Auflagen erteilt werden. Noch einmal: Es ging nicht um zusätzliche Forderungen der Liga-Gesellschaft, sondern allein um die Erfüllung der Lizenzbedingungen. Hierzu gab es auch zahlreiche Gespräche mit dem EVL.

War Heilbronn, als erster Nachrücker, über diese Schwierigkeiten informiert?

Nein. Weder Heilbronn, noch sonst ein Team. Ich habe den Heilbronner Geschäftsführer Atilla Eren zeitgleich mit der offiziellen Pressemitteilungen, die wir verschickt haben, informiert. Gleiches galt für die beiden in Frage kommenden Nachrücker Regenbsurg und Duisburg. Es war wichtig, dass wir den Prüfungsprozess ohne öffentlichen Druck durchlaufen konnten, denn auch für uns war der am Ende leider nötige Lizenzentzug nur die ultima ratio. Der Lizenzentzug ist auf den ersten Blick sicher negativ, er zeigt aber auch, dass wir ein verlässlicher Partner sind, der strickt nach Regeln arbeitet.

Wie sehen Sie die DEL2? Ist die Liga eher eine Ausbildungsliga oder eine vollwertige Profiliga?

In erster Linie sind wir eine Profiliga. Dies schließt die Bereitschaft und den Willen, junge Spieler auszubilden, natürlich nicht aus. Zudem sind fast alle unsere U-24-Spieler Profis, die bei einem DEL- oder DEL2-Team als Profisportler unter Vertrag stehen. Wir wollen die Verantwortung übernehmen, junge deutsche Spieler an den Sport heranzuführen, um diese dann perspektivisch zu Nationalspielern zu machen. Selbst DNL-Spieler müssen sich erst an das Niveau der DEL2 herantasten und sich in der Liga behaupten. Das dokumentiert, dass wir eine Profiliga auf gutem Niveau sind. Wenn wir uns die aktuellen Mannschaften ansehen, sehen wir hochklassige Spieler und Kader.

Die Regeln sehen eine Maximierung der Ü-24-Spieler vor. Wäre eine minimale Anzahl der U-Spieler nicht sinnvoller, da so zum einen die Einsätze zur Pflicht werden und z.B. bei Verletzung auch in der Summe mehr junge Spieler zum Einsatz kämen?

Hier gibt es verschiedene Modelle und es wird sich sicherlich in der Zukunft etwas verschieben. Alle Standorte sind bereit, junge Spieler zu fördern. Bei diesem Vorhaben ist es hilfreich, dass bereits jede Mannschaft der DEL drei Förderlizenzen vergibt. In der letzten Saison waren 48% der eingesetzten Spieler U-24 Spieler. Insgesamt waren das über 200 Spieler. Erlaubt sei an dieser Stelle die Frage, wie viele junge Spieler wir überhaupt haben? Die DEL, die DEL2 und die Oberliga brauchen junge Spieler gemäß ihren jeweiligen Regeln. Wir müssen realistisch bleiben und schauen, was am deutschen Markt machbar ist. Um den Einsatz von U-24-Spielern noch stärker zur Pflicht zu machen, brauchen wir genügend Masse und da reden wir aktuell von Kindern zwischen zehn und zwölf Jahren, die wir für unseren Sport begeistern, langfristig binden und zu Profis machen müssen. Der DEB, die DEL und auch wir in der DEL2 arbeiten daran, die Masse und auch die Qualität in den nächsten Jahren zu erhöhen.

Medial findet die DEL2 hauptsächlich bei Fachmagazinen und regional statt. Wie kann man die Aufmerksamkeit und Wahrnehmung erhöhen?

Wir dürfen nicht vergessen, dass wir nur eine zweite Liga einer Sportart neben dem Fußball sind. Daher müssen wir auch klären, welche Rolle wir spielen können. Sprade-TV ist ein kleiner, aber guter Baustein, um einen eigenen medialen Zugang zu den unterschiedlichen Stadien zu bekommen. Viele Clubs sind daran beteiligt. Wir können aktuell bereits unmittelbar nach den Spieltagen Highlights veröffentlichen. In Zukunft wollen wir dieses Material für TV-Sender nutzbar machen, um flächendeckender aufzutreten. Einige dritte Programm unterstützen bereits die DEL2. Besonders der MDR ist in einer Vorreiterrolle. Für die neue Saison ist angedacht, ggf. Spiele der sächsischen Mannschaften auf 14 Uhr zu verlegen, um so in der Sendung „Sport im Osten“ bewegte Bilder zeigen zu können. Dabei sind wir natürlich nicht nur auf Sachsenderbys begrenzt. Wir müssen die Medien aber auch dahingehend unterstützen, dass wir den Zugang einfacher machen um z.B. ungeplante Sendezeit  besetzen zu können. Auch bei der Bereitstellung von Bildmaterial wollen wir uns in den nächsten Jahren besser aufstellen. Optimal wäre ein Server mit Bewegtbildern, auf dem sich die Sender selbst bedienen können.

Wäre denn eine dezentrale Vermarktung von Live-Spielen möglich?

Ganz klares ja. Wir sind nicht durch einen Vertrag gebunden. Die Rechte liegen bei den jeweiligen Clubs. Da ist die DEL weiter, die haben den Partner ServusTV. Das wir bei deren Live-Spielen am Sonntag unser Top-Spiel des Wochenendes präsentieren können, ist ein positiver Nebeneffekt. Diese Rolle konnten wir zuvor nicht spielen. In Summe können wir die Liga gut präsentieren, aber ohne Eigeninitiative aller Beteiligten geht es nicht.

Einen neuen Weg beschreiten Sie mit dem ersten DEL2 Event Game am 09. Januar 2016.

Mit dem „Winter Derby Dresden“ möchten wir den Sport als Event darstellen, um Medien für uns zu interessieren. Wir wollen in der Event Game-Serie Spiele mit einem besonderen Charakter bieten und den Eishockeysport besonders präsentieren. Dafür haben wir auch ein eigenes Logo kreiert. Wir wollen uns und unseren Sport in besondere Regionen bringen, oder auch in eine besondere Kulisse. Spontan fällt mir da der Frankfurter Römer ein. Es kann nicht darum gehen, Zuschauerrekorde brechen, dass obliegt der obersten Liga. Lieber wollen wir etwas Außergewöhnliches auf die Beine stellen. Wir sind auch weder an den Januar, noch an ein Fußballstadion gebunden.

Wenn wir Ihre Karriere bis zum heutigen Tag zusammenfassen, sind Sie vom Cateringmanager der Eispiraten Crimmitschau zum Geschäftsführer der Liga aufgestiegen. War dieser steile Weg geplant?

Meine sportliche Heimat ist eigentlich der Fußball, da habe ich es als Spieler allerdings nur bis in die Bezirksliga geschafft. Auch meine Eltern waren lange Zeit mehr dem Fußball zugeneigt. Mein primäres Karriereziel war es, die Chance zu bekommen, im Sport auch nach meinem Studium zu arbeiten. Den ersten Kontakt zum Eishockey hatte ich am Ende meiner Schulzeit. Hier war ich erstmal bei einem Spiel des ETC Crimmitschau und war sofort vom Eishockeyvirus befallen. Bei Fantreffen und Diskussionsrunden habe ich dann auch viele Leute des Standortes persönlich kennengelernt und mich später, parallel zu meinem Studium, als Praktikant angeboten. Ich bin dankbar, dass ich so gut aufgenommen wurde und man mir Vertrauen geschenkt hat. Ich halte eine gute Kommunikation nach außen für sehr wichtig und habe dies über die Öffentlichkeitsarbeit angestoßen, um dem Verein so einen Identität geben zu können. Parallel dazu wurde ein neues Maskottchen gesucht, bei dieser Arbeit durfte ich ebenfalls mitarbeiten. Im Jahr 2005 habe ich dann die Verwaltung der Mannschaft übertragen bekommen. Parallel dazu auch den Cateringbereich weiter ausgebaut. Mit dem Umbruch am Standort und einer Neustrukturierung im Jahr 2007 hat man dann jemanden gesucht, der positiv verrückt genug ist, die Geschäftsführung der neu gegründeten GmbH zu übernehmen. Auch hier bin ich dankbar, dass die handelnden Personen mir das Vertrauen geschenkt haben. Ich hatte in Crimmitschau eine sehr schöne und lehrreiche, wenn auch nicht immer einfache Zeit.

Waren Sie Wunschkandidat als Nachfolger von Detlef Kornett?

Es ist schwierig diese Frage selber zu beantworten. Es war vereinbart, dass Detlef nur eine Übergangslösung war, der einen groben Weg vorgezeichnet hat, um der Liga ein eigenes Gesicht zu geben. Trotz Annäherung an die DEL wollten die Clubs jedoch mittelfristig ein eigenes Gesicht und eine eigene Führung der Gesellschaft wahren. Wir haben bei der Suche nach einem Nachfolger erst mal geschaut, ob es einen Kandidaten in den eigenen Reihen gibt. Im Rahmen dieser Suche und in Folge sicher auch des gemeinsamen Strebens nach einer Neuausrichtung der 2. Liga wurde mir dann die Frage gestellt, ob ich mir nicht einen solchen Job vorstellen könnte. Insofern kam der Anstoß schon von den Clubs. Die Entscheidung für die DEL2 und gegen die Eispiraten war nach 14 Jahren am Standort Crimmitschau nicht einfach, aber es war für mich die Richtige. Die Arbeit auf Ligaebene ist intensiv und für mich eine Ehre diese ausüben zu dürfen!

Teil 2 des Interviews - HIER >>

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