Ich musste mich immer aufs Neue beweisenAuf einen EISTEE mit: Robin Niderost Teil 1

Robin Niderost (2005) auf dem Eis mit den Hannover Scorpions (Foto: Imago)Robin Niderost (2005) auf dem Eis mit den Hannover Scorpions (Foto: Imago)
Lesedauer: ca. 4 Minuten

Wenn man in der DEL2 an die Bietigheim Steelers denkt kommen einem viele Namen in den Kopf, egal ob Stürmer wie Justin Kelly, David Wrigley oder Jason Pinizzotto, oder die Verteidiger um Adam Borzecki und Dominic Auger. Manch einer mag auch an den Trainer Kevin Gaudet denken, diese Namen gehen meist durch die Presse. Doch selbst Kevin Gaudet gab letztens auf einer Pressekonferenz kund das Robin Niederost, seine Frau einen enormen Anteil am Erfolg hat. Robin Niederost ist die Fitnesstrainerin der Bietigheimer und hat enormen Anteil daran, das der Meister erfolgreich ist obwohl so viele Spieler verletzt sind. Wie Robin dazu kam Fitnesstrainerin zu werden, was ihr in Deutschland so gut gefällt und was Sie früher tat erfahren wir im zweiteiligen „auf einen Eistee mit...“

Hockeyweb: Wie ist es, in einem Umfeld zu arbeiten, welches größtenteils von Männern dominiert wird?

Robin Niderorst: Ich sollte damit anfangen, dass ich den Gesichtsausdruck der Leute liebe, denen ich erzähle womit ich mein Geld verdiene. Sie sagen Dinge wie: „Lass mich das klarstellen, du bist den ganzen Tag von 22 männlichen Sportlern umgeben? Du hast einen Traumjob!“

Ich liebe meinen Job, aber es war ein harter Weg dahin zu kommen, wo ich jetzt bin. Es hilft, dass ich nun älter als all die Jungs in der Kabine bin. Außerdem bin ich bereits seit zwölf Jahren in diesem Geschäft. Ich fühle mich sehr wohl bei den Steelers und habe eine gute Beziehung zu jedem Einzelnen. Die Balance zwischen Professionalität und Persönlichem stimmt. Ich habe gelernt, dass es enorm wichtig ist, einen guten Sinn für Humor zu haben. Ich lege großen Wert darauf, wenn die Jungs Spaß haben, aber hart arbeiten, wenn es an der Zeit ist hart zu arbeiten. Diese Einstellung haben wir hier etabliert.

Wann hast du dich entschieden Fitnesstrainerin zu werden? Wie war dein Werdegang?

Es gab einen entscheidenden Wendepunkt: Nach meinem ersten Abschluss war ich nicht ganz sicher, was ich mit meinem Leben anfangen will. Ich habe mich entschieden, beim Cirque du Soleil in Montreal vorzusprechen. Warum auch nicht? Ich war 21, sie haben mich genommen. Ich war sehr stolz, habe mich sehr gefreut. Gleichzeitig hatte ich jedoch auch riesige Schmerzen.

Sie stellten einen Wirbelbruch fest und sein Geld mit Salti zu verdienen war nun genau das, was ich nicht mehr tun durfte. Ich konnte nicht die Athletin sein, die ich sein wollte, also entschied ich mich zu studieren. Mit dem Ziel, anderen Athleten zu helfen. Ich hatte eine Leidenschaft. Ich habe an Turnwettkämpfen teilgenommen, bis ich 14 war, habe 25 Stunden die Woche trainiert. Auch danach habe ich immer weiter Sport gemacht, auch während des Studiums. Ich habe zwei Hochschulabschlüsse gemacht, einen davon als Physiotherapeutin.

All das führte dazu, dass ich Konditionstrainerin für Leistungssportler wurde. Ich arbeitete beim Univeritäts-Team in Montreal, aber auch für die Junioren-Mannschaft in Moncton.

Dann hast du Kevin kennengelernt? (Robin ist mit Steelers Headcoach Kevin Gaudet seit fünf Jahren verheiratet)

Genau, er hörte damals von mir. Er war gerade auf der Suche nach einem Fitnesscoach für den EHC Straubing (heute Straubing Tigers, Gaudet war dort zwischen 2001 und 2004 Cheftrainer Anm.d.Red.). Das war der zweite Wendepunkt meiner Karriere. Es war 2003, ich war frisch getrennt und habe gerade meinen Job als Managerin einer Trainingshalle gekündigt, als Kevin anrief. Ich war buchstäblich frei und konnte mir aussuchen was ich mit meiner Zukunft anfangen will. Wir lernten uns kennen und ich nahm den Job in Straubing an. Man kann sagen, dass mich die Liebe zum Reisen zu diesem Job gebracht hat.

Wie ging es dann in Deutschland weiter, bevor du nach Bietigheim gekommen bist?

Zunächst nahmen mich die Straubing Tigers als Konditionstrainerin unter Vertrag. Auch die folgende Saison (2004/05) durfte ich in Straubing arbeiten. Danach ging es nach Hannover zu den Scorpions und anschließend nach Wien zu den Vienna Capitals. Kein Team musste mich unter Vertrag nehmen, aber es war toll, dass sie es taten. Es gab einige Jahre, wo ich zu Hause blieb, um zum Beispiel meine eigene Trainingshalle in Moncton zu eröffnen. Seit drei Jahren sind wir nun in Bietigheim und es ist mit Abstand die beste Zeit, die ich je hatte.

Wie groß ist die Herausforderung, die Ehefrau des Headcoaches zu sein?

Naja, sagen wir es mal so, es macht es definitiv nicht leichter. Erstens - Ich bin eine Frau, in einer Männerdomäne. Zweitens – Jedes Team, zu dem wir gekommen sind, dachte zunächst, dass ich nur da bin, weil ich die Frau des Trainers bin und nicht, weil ich viel Schweiß und Arbeit in meinen Job gesteckt habe. Bei jedem neuen Spieler, jeder neuen Mannschaft musste ich mich aufs Neue beweisen. Ich musste mir das Vertrauen und den Respekt erarbeiten. Das war die Herausforderung.

In Teil Zwei des Interviews mit Robin lest ihr morgen die Unterschiede zwischen Deutschland und Kanada, wie ihr spezielles „Bootcamp“ aussieht und wie es ist, mit einem Cheftrainer verheiratet zu sein.

DEL 2-Play-offs: Löwen Frankfurt holen sich umkämpften Sieg
Bau der Multifunktionsarena am Frankfurter Kaiserlei nimmt Formen an

​Nach dem souveränen 3:1-Sieg am Ratsweg holen sich die Löwen Frankfurt am Sonntagabend den zweiten Sieg. Mit dem 2:0 in Viertelfinalserie haben die Löwen vor dem nä...

Play-offs und Play-downs in der DEL2
Dresdner Eislöwen düpieren die Bietigheim Steelers

​Vier Tore im letzten Drittel! Der Hauptrundenneunte der DEL2 sorgte mit dem 5:2-Sieg im Play-off-Viertelfinale für den Serienausgleich und eine Überraschung. Nach z...

3:1 im ersten Viertelfinalspiel
Löwen Frankfurt siegen zum Stelldichein gegen Eispiraten Crimmitschau

​Im ersten Play-off-Heimspiel am Freitagabend siegen die Frankfurter Löwen über die Crimmitschauer Gäste mit 3:1 (2:0, 0:0, 1:1) nach Toren von Max Faber, Carter Pro...

Play-off-Viertelfinale und Play-downs in der DEL2
ESVK siegt in der 107. Minute – in Bayreuth dauert die Overtime nur 56 Sekunden

​In der DEL2 haben am Freitagabend das Play-off-Viertelfinale und die erste Play-down-Runde um den Klassenerhalt begonnen. So lief es. ...

Der U-20 Nationalspieler im Interview
DEL2-Puckgeflüster mit Niklas Heinzinger von den Tölzer Löwen

Niklas Heinzinger von den Tölzer Löwen stellt sich beim wöchentlichen Interviewformat DEL2-Puckgeflüster vielen Fragen und beantwortet diese. Das Ganze zu sehen hier...

Der Kampf um die DEL2-Meisterschaft beginnt
Ausblick der Eispiraten Crimmitschau zum Playoff-Duell mit Frankfurt

Die Eispiraten haben sich mit ihrem 2:1-Sieg gegen die Kassel Huskies erneut für die Playoffs qualifiziert! ...

Finnischer Stürmer verlängert seinen Vertrag um ein weiteres Jahr
DEL2-Top-Torjäger Sami Blomqvist bleibt beim ESV Kaufbeuren

​Damit war vielleicht nicht unbedingt zu rechnen. Aber er bleibt doch ein Joker. Sami Blomqvist verlängerte am heutigen Dienstagnachmittag seinen Vertrag beim ESV Ka...

Jetzt die Hockeyweb-App laden!