Huskies zeigen ihre wahre Stärke – deutliches 4:1 gegen Crimmitschau

Schafft es Manuel Klinge?Schafft es Manuel Klinge?
Lesedauer: ca. 4 Minuten

„Heute haben wir

Eishockey gespielt“, bilanzierte Huskies-Coach Stéphane Richer nach der fünften

Viertelfinalspartie seiner Schlittenhunde gegen den ETC Crimmitschau, „Das war

eine geschlossene Mannschaftsleistung und eine Steigerung von allen Spielern.“

Sichtlich zufrieden wirkte Richer nach dem deutlichen und auch in der Höhe

verdienten 4:1-Sieg, der die Nordhessen in der Serie mit 3:2 in Führung bringt.

Die Kleinigkeiten wollte

man nach der 0:3-Niederlage in Crimmitschau richtig machen. Und genau das taten

die Kasseler von Beginn an. Aus einer soliden Abwehr viel Druck aufs

gegnerische Tor auszuüben, das klappte bestens. Immer öfter kamen die Huskies

durch Klinge, McNeil oder Gerbig vor das Crimmitschauer Tor. Die Eispiraten hatten

ihrerseits wenige Chancen. Kamen sie jedoch in Überzahl in die

Powerplay-Formation, wurde es brenzlig. Boris Rousson im Tor der Kasseler hatte

jedoch zu alter Souveränität und Stärke gefunden und strahlte diese Sicherheit

auch wieder auf seine Vorderleute aus.

Im zweiten Abschnitt

legte ETC-Goalie Sinisa Martinovic den Huskies ganz schnell offen, dass er sehr

wohl bezwingbar war, man musste eben nur mal auf das Tor schießen. Und genau

das tat Shawn McNeil; sein Schuss prallte von der Bande hinter dem Tor ab und

Martinovic lenkte die Scheibe statt zur Seite direkt in das eigene Tor – 1:0

für die Huskies. Und dieses Tor gab dem Favoriten noch mehr Aufwind und

Selbstvertrauen. Unter den begeisterten Anfeuerungschören der Zuschauer

versuchten Kosick, Kraft, DelMonte und immer wieder Plachta ihr Glück. Erst

eine doppelte Überzahlsituation verhalf den Crimmitschauern wieder ins Spiel.

Patrick Grandmaître traf in der 37. Minute per Direktabnahme zum 1:1. Der

Ausgleich sollte die Huskies aber nicht irritieren.

Einziger Wermutstropfen

am gestrigen Abend: Husky Sven Gerbig fiel nach einem Zweikampf so unglücklich

auf sein Knie, dass er sich dabei das Innenband riss. „Es ist wirklich sehr

schade für Sven. Ich war in der Saison hart zu ihm, aber in der Serie hat er

unglaublich gekämpft und gezeigt, dass er ein wahrer Teamplayer ist. Es tut mir

sehr leid für ihn“, erklärte Trainer Richer nach dem Spiel. Dass die Saison

damit für Gerbig beendet ist, hielt den kämpferischen Stürmer aber nicht davon

ab seinen Teamkollegen nach der zweiten Pause im Kabinengang noch ein paar

motivierende Worte mitzugeben. Und siehe da, nach nur 14 Sekunden gelang Shawn

McNeil die erneute Führung für die Hausherren. Nach einem Schuss von Klinge nutzte

der Kanadier den Abpraller zum 2:1. Jetzt wollten die Kasseler mehr und endlich

machte sich auch die läuferische und spielerische Überlegenheit des Favoriten

bemerkbar. Nach einem Pfostentreffer von Boisvert in der 44. Minute war es

schließlich Kraft, der bei Überzahl und nach schöner Vorarbeit von DelMonte per

Schlagschuss das 3:1 erzielte (47.). Und der Favorit war weiter am Drücker. Ein

nicht gegebenes Tor von Captain Boisvert und Schüsse von Kraft und Palmer

später, war es nun Mike Pellegrims, dessen Schuss Martinovic erneut selbst ins

Tor beförderte. Endstand 4:1 für die Hausherren und es folgte eine unschöne

Szene gegen Schluss der Partie. Konstantin Firsanov, nicht gerade für sein

ruhiges Temperament bekannt, konnte am Ende froh sein, am Sonntag beim sechsten

Spiel und gleichzeitig ersten Matchball für die Huskies in Crimmitschau

spielberechtigt zu sein.

Interessanter Aspekt am

Rande: Auf der Suche nach einem neuen Motivationsschub für seine Mannen wurde

Stéphane Richer offenbar bei der Wahl der Trikots fündig. Statt in den extra

für die Play-Offs kreierten Jerseys, liefen die Huskies gestern in ihren

Hauptrundentrikots auf. Die scheinen jedenfalls ganz besondere Kräfte zu haben

– in 26 Hauptrunden-Heimspielen bescherten sie den Schlittenhunden ganze 25

Siege; plus einen dem Favoriten würdigen Play-Off-Sieg.

Stimmen zum Spiel:

Gunnar Leidborg, Trainer

ETC Crimmitschau:
„Kassel hat heute Abend

wirklich sehr gut gespielt. Wir haben auch gut gespielt - zwei Drittel lang.

Das 1:0 war leider ein sehr unglückliches Tor für uns. Dann hatten wir uns für

das dritte Drittel vorgenommen besonders wach und bereit zu sein und waren zu

passiv, da fiel das 2:1. Nach dem dritten Kasseler Tor war bei meinen Jungs

dann die Luft raus und die Energie beim Gegner. Aber es gibt keinen Grund zu

jammern, am Mittwoch hat Kassel ein unglückliches Tor kassiert, heute wir. Wir

werden jetzt versuchen noch einmal nach Kassel fahren zu dürfen.“

 

Stéphane Richer, Trainer

Kassel Huskies:
„Das war heute wieder ein

hartes Stück Arbeit. Meine Jungs sind heute konzentrierter in die Zweikämpfe

gegangen und haben über das ganze Spiel hinweg mehr Druck ausgeübt. Im dritten

Drittel war der Puck dann ein bisschen auf unserer Seite. Crimmitschau ist ein

unglaublicher Gegner. Aber das war heute erst das fünfte Spiel. Wir

konzentrieren uns jetzt auf Spiel sechs. Wir wissen, dass das Spiel ausverkauft

sein wird und die Stimmung in Crimmitschau besonders gut ist. Es wird hart und

wir müssen nach den beiden hohen Niederlagen besonders gut vorbereitet sein.“


Leona Malorny