„Heiß auf Eis“: Kaufbeurens Trainer Ken Latta im Interview

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Ken, letzte Saison erreichte der ESVK mit dem wohl kleinsten Etat der Liga schon fast sensationell den 5. Tabellenplatz nach der Hauptrunde. Rückblickend gesehen, was war das Erfolgsgeheimnis Ihrer Mannschaft?

Wir hatten bei den Verpflichtungen das glückliche Händchen, dass wir gute Spieler mit einem guten Charakter unter Vertrag nehmen konnten. Zudem hatten wir ein hartes aber sehr erfolgreiches Trainingslager und eine zu unserem Spielsystem passende Vorbereitung. In und um den Verein gab es mit allen Beteiligten, Fans, Spieler, Betreuer, Ärzte und Geschäftsleitung und Vorständen immer eine harmonische und konstruktive Zusammenarbeit. Obwohl wir in der Bundesliga sind, hatten wir nicht nur harte Arbeit, sondern zudem auch noch viel Spaß.

Denken Sie, dass sich ähnlicher Erfolg in der kommenden Saison wiederholen lässt und was ist Ihr Ziel mit der Mannschaft für die kommende Spielzeit?

Wir sind im Sport: ich glaube dass hier alles möglich ist. Großer Geldbeutel bedeutet nicht automatisch Erfolg und kleiner Geldbeutel nicht immer Misserfolg. Es liegt an vielen kleinen Stellschrauben, die man zum Teil planen und beeinflussen, zum Teil jedoch nicht unbedingt planen kann. Wir haben und werden auch diese Saison nach bestem Wissen und Gewissen vorbereiten. Als offizielles Saisonziel wurde die Play-Off-Qualifikation ausgegeben – direkt oder indirekt. Danach ist alles möglich – das Aus in der ersten Runde ebenso wie die Meisterschaft. Wir brauchen weniger Verletzungen, harte und ehrliche Arbeit und die Bereitschaft zum „Miteinander“ – das erhöht die Chancen auf Erfolg. Nur: wir sind ein junges Team und brauchen etwas Zeit und Geduld.

Mit Patrik Seifert und Martin Hoffman haben zwei Verteidiger den ESVK verlassen, dafür sind mit Yannik Woidkte aus Düsseldorf und Mathias Müller aus Füssen zwei sehr junge Talente zum ESVK gewechselt, wie sehen Sie ihre Rolle in der Mannschaft?

Beide sind jung und haben Talent. Sie brauchen Zeit in der Bundesliga Erfahrungen zu sammeln – und diese Zeit werde ich ihnen geben. Wie viel sie spielen liegt natürlich an ihnen und ihrer Leistung.

Genauso haben mit Petr Sikora und Mike Wehrstedt zwei Stützen im Sturm die Mannschaft verlassen. Was denken Sie, wer kann aus der aktuellen Mannschaft in deren Fußstapfen treten  bzw., wen haben Sie dafür vorgesehen und wie sieht die generelle Ausrichtung der Mannschaft aus?

Ich erwarte, dass das gesamte Team einen Schritt nach vorne macht, es geht nicht nur um ein oder zwei Spieler. Wir wollen unser System spielen und jeder hilft jedem. Innerhalb des Systems kann sich jeder mit seinen Stärken entfalten. Im Rahmen dessen was wir uns leisten können haben wir jeden Spieler bekommen, den wir auch wollen. Und ich finde - wenn man schon auf Statistiken schauen möchte – haben wir für Kaufbeurer Verhältnisse Spieler mit guten Anlagen und eine gute Mischung im Team.


Mit einem Durchschnittsalter von nur etwas über 24 Jahren, wird der ESVK wohl die jüngste Mannschaft aller Vereine der 2. Bundesliga stellen. Sie haben in den letzten Jahren beim ESVK ja schon bewiesen, dass Sie mit jungen Talenten sehr gut klar kommen und diese fördern. Es macht Ihnen wohl auch sehr viel Spaß, mit den jungen Leuten zu arbeiten, was ist da Ihr Erfolgsgeheimnis?

Ich bin mir nicht so sicher. Vielleicht liegt der Grund darin, dass ich zwei Teenager als Eishockeyspieler zu Hause habe und so manches verstehe, was die jungen Leute bewegt. Zudem versuche ich nicht die gleichen Fehler zu machen die ich bei Trainern bemerkt habe, die ich in meiner Jugend hatte.

Eine weitere Frage zu den Jungen Wilden in Ihrem Team: Welche unbedingten Voraussetzungen muss ein junger Spieler - vielleicht mal abgesehen vom Talent - alles mitbringen, um sich in der 2. Bundesliga durchsetzen zu können?

Das Wichtigste ist mir ein guter Charakter, zudem eine positive Einstellung, die Bereitschaft, hart zu arbeiten, den Spaß zu haben in Kaufbeuren spielen zu können und sich weiterentwickeln wollen.

Mit Crimmitschau, Weißwasser und vor allem Hannover haben Mannschaften, die der ESVK letzte Saison noch klar hinter sich lassen konnte den Namen nach stark aufgerüstet. Welche Teams sehen Sie dieses Jahr vom Papier her auf Augenhöhe mit dem ESVK?

Diese Frage kann ich noch nicht vollumfänglich beantworten, da die ich die neu verpflichteten Spieler der anderen Teams nur zum Teil kenne. Und auf Statistiken alleine gebe ich nichts. Ich denke aber, dass die Teams noch enger zusammengerückt sind und die Mannschaften aus Hannover, Schwenningen, Ravensburg und Bremerhaven sicher zu den Favoriten gehören.
Interview: esvk.de


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