Heimsieg nach einem echten Eishockey-FightRote Teufel verlängern die Serie

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"Wir wollten Vollgas geben und haben dies heute getan. Unser Ziel war es, am Sonntag noch einmal nach Ravensburg zu fahren und das haben wir heute erreicht", sagte EC-Coach Petri Kujala nach dem ersten Sieg seines Teams in dieser Serie.

Bei den Hausherren stand Jan Guryca erstmals in dieser Saison von Beginn an zwischen den Pfosten, nachdem Mikko Rämö aufgrund seiner Fußverletzung nicht spielen konnte. Als Backup fungierte DNL2-Goalie Nils Flemming, da Felix Bick beim Kooperationspartner Düsseldorf benötigt wurde. Die freie Ausländerstelle besetzte Henri Laurila, so dass mit ihm und Joel Johansson erstmals zwei ausländische Verteidiger aufliefen. Für den ebenfalls verletzten Diego Hofland kam erwartungsgemäß Tim May zum Zuge, der Angreifer gesellte sich in eine Reihe mit Kyle Helms und Vitalij Aab, während Eugen Alanov mit Andreas Pauli und Harald Lange stürmte.

Die Roten Teufel begannen - angetrieben von einem frenetischen Publikum - überaus engagiert. Ravensburg verstand es aber - wie in den bisherigen drei Spielen auch - die Hessen weit vom eigenen Tor zu halten, so dass es kaum mal zu Torabschlüssen kam. Die Towerstars setzten immer wieder gefährliche Nadelstiche, wie z.B. von MacLean in der 10. Minute, doch Jan Guryca war hoch konzentriert und hielt seinen Kasten sauber. Die Kurstädter suchten heute sichtlich früher den Torabschluss, Laurila und auch Johansson zogen entsprechend von der blauen Linie ab, beide Male war Mathias Nemec im Tor der Oberschwaben zur Stelle. Dann die 16. Spielminute: nach einem langen Pass von Dusan Frosch war Dustin Cameron frei durch, konnte aber von der Ravensburger Defensive nur mit einem Foul gestoppt werden: Penaltyschuss. Der Kanadier trat an und überwand Nemec zum 1:0. Endlich mal eine Führung für die Roten Teufel - erstmalig in dieser Serie. Und es fiel den Hessen förmlich ein Stein vom Herzen, denn sie bestimmten die Schlussminuten des ersten Drittels und waren drauf und dran, das 2:0 nachzulegen. Vitalij Aab scheiterte in aussichtsreicher Position kurz vor der ersten Pause, so dass es mit der knappen Führung nach einem temporeichen und interessanten Drittel in die Kabinen ging.

Es waren gerade 26 Sekunden im zweiten Drittel gespielt, da eskalierte die Situation: nach einer angeblichen Attacke von Dustin Cameron gegen Ravensburgs Mathieu Tousignant schnappte sich Jonas Gerstung den Franko-Kanadier, der den Kampf jedoch nicht annahm. Cameron erhielt eine Spieldauerstrafe, während Gerstung gar mit 2+2+10 Strafminuten in die Kühlbox musste. Petri Kujala erhielt zudem eine Bankstrafe, so dass die Seele im Colonel-Knight-Stadion natürlich kochte. Vor allem Tousignant zog sich den Unmut der Fans zu, nachdem es in den bisherigen Spielen bereits einige Szenen gab, in denen der Gäste-Stürmer mit der Nummer sieben involviert war. Somit mussten die Gastgeber mehrere Minuten mit zwei Mann weniger spielen, der Ausgleich durch Roloff war damit fast eine Makulatur (22.) und nur eine Frage der Zeit. Diese Szenen schienen die Roten Teufel aber nur noch mehr zu motivieren: man überstand die Strafen und agierte nun mit Joel Keussen für Cameron im Angriff. Die Hausherren drückten auf die erneute Führung, die Dineen in der 29. Minute frei vor dem Tor fast erzielt hätte. Quasi im Gegenzug gingen die Gäste durch MacLean mit einem Tor aus dem Nichts in Front, als der Angreifer einfach mal von halblinks abzog. Die Kurstädter wollten aber unbedingt zurückschlagen und es war nun ein echtes Playoffspiel mit Emotionen und Torszenen und einem Publikum, das wir eine Wand hinter seinem Team stand. Und dies sollte belohnt werden: die Roten Teufel arbeiteten in der 35. hart vor dem Kasten von Nemec, was Vitalij Aab mit einem verdeckten Schuss zum vielumjubelten 2:2-Ausgleich nutzte. Die Wetterauer hatten gar noch Chancen auf weitere Treffer, doch sowohl Helms wie auch Frosch verzogen freistehend vor dem Goalie der Towerstars.

Im letzten Abschnitt war es ein wahres Taktieren von beiden Teams, denn keiner wollte den vielleicht entscheidenden Fehler machen. Glück hatten die Gäste, als Slaventinsky in Überzahl in der 50. Minute im Powerplay nur die Latte traf. Bad Nauheimhatte ebenfalls ein gute Szene - und die stach: Vitalij Aab stand nach einem Rebound goldrichtig und traf zum 3:2, als Nemec einen Moment nicht wusste, wo die Scheibe war. Ravensburg zeigte jetzt wütende Angriffe, während sich die Roten Teufel in alle Schüsse warfen, einfaches Eishockey spielten und die Scheibe immer wieder aus dem eigenen Drittel brachten. Die Uhr lief zu ihren Gunsten und auch Jan Guryca zeigte einige Klasseparaden, so dass es am Ende unter dem Jubel der Fans beim Heimsieg blieb und man sich am Sonntag um 18.30 Uhr in Ravensburg zu Spiel fünf wiedersieht. "Es war heute unglaublich laut und schwer zu coachen", sagte Ravensburgs Trainer Danny Naud. "Das Team, das den Tick mehr Willen zeigte hat am Ende gewonnen", so Naud.

EC Bad Nauheim - Towerstars Ravensburg 3:2 (1:0, 1:2, 1:0)
Tore:
1:0 (15:24) Cameron PS
1:1 (21:16) Roloff (Schmidt) PP2
1:2 (29:19) MacLean (Keller)
2:2 (34:25) Aab (Helms)
3:2 (53:17) Aab (Strauch)
Strafminuten: ECN 14 + 10 (Gerstung) + 5+SD (Cameron) / RTS 10
Zuschauer: 3.475

Pressemitteilung EC Bad Nauheim