Heimniederlage! Löwen scheitern an Mastic und an sich selbst

Heimpleite gegen BietigheimHeimpleite gegen Bietigheim
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Es ist in dieser Spielzeit hinlänglich bekannt, dass die Tölzer

Löwen nur sehr bedingt für Videomaterial zur Veranschaulichung lehrbuchmäßigem

Angriffsspiel in Frage kommen. So drastisch wie gegen die Dresdner Eislöwen

offenbarte sich die Schwäche im gezielten Abschluss bislang noch nicht. Sechzig

Minuten lang waren die Isarwinkler das agilere, überlegene, schlichtweg bessere

Team. Nur im Toreschießen zeigten sich die Sachsen ausgebuffter, was

letztendlich zu einem knappen 3:2 (2:0,1:0,0:2) Erfolg ausreichte.

Bei den Zuschauern sind die Löwen derzeit in. Zwei Auswärtssiege in Folge,

daneben ein ganz frischer Transfer spülten erneut über 2000 Zuschauer in die

Arena. Unter ihnen ein prominentes Gesicht. Richard von Weizäcker, der frühere

Bundespräsident. Der sah vom ersten Angriff an überlegene Löwen. Der Wille,

die beiden gewonnenen Derbys mit einem Heimsieg zu vergolden, war sichtlich zu

erkennen. Micky Rohner verfehlte mit seinem Blueliner den linken Torpfosten um

Zentimeter, Jan Schinköthe traf nur die Latte. In der darauf folgenden 5-3 Überzahl

sollte sich das Schusspech fortsetzen. Als Hoffmann von der Strafbank zurückkam,

nutzen die Eislöwen eine kurzzeitige Irritation bei den Gastgebern zum Führungstreffer.

Mit der neuen Regelauslegung schienen die Tölzer besser zurecht zu kommen. Die

doppelte Anzahl an Strafen in einer nichtsdestotrotz außerordentlich fairen

Begegnung belegt dies. Doch was nutzen unzählige Powerplaysituationen, wenn die

überzählige Mannschaft kein Kapital daraus schlagen kann. Nach gut zwölf

Minuten durften die Löwen erneut mit zwei Spielern mehr anrennen, beinahe die

vollen zwei Minuten. Am Ergebnis änderte sich nichts. Dresden spielte ökonomisch,

wusste um die sich eröffnenden Möglichkeiten. Einmal selbst in Überzahl, war

es Andrej Kaufmann der freistehend am langen Pfosten wunderbar von 

Mikhail Nemirovski bedient wurde. 0:2 statt vielleicht 4:1 – eine

bittere Pille für Axel Kammerers Rasselbande. Doch was war mit dem Neuzugang ?

Troy Bigam, erst am Vortag verpflichtet, stürmte an der Seite von John Kachur

und Andi Kruck im zweiten Sturm. Im ersten Abschnitt hatte er gleich zwei tolle

Szenen. Einmal zeigte er glänzende Übersicht, als er beim Break abwartete und

den herannahenden Kachur bediente. Kurz vor der Pause war es Bigam selbst, der hätte

treffen müssen, jedoch an Mastic scheiterte.

Abschnitt zwei verlief nach dem gleichen Strickmuster. Die Löwen bemüht mit

optischen Vorteilen, wenngleich nicht mehr ganz so zwingend. „Mit zunehmender

Dauer ist das Selbstvertrauen etwas abhanden kommen“, beschrieb Axel Kammerer

die Folgen der Mängel im Abschluss. Erste Zweifel an einer möglichen Wende

kamen indes nach der dritten ungenutzten 5-3 Überzahl auf. Insgesamt durften

die Löwen in dieser Partie über vier Minuten das Tor der Eislöwen belagern,

ohne auch nur einen Treffer verbuchen zu können. Schnörkellos hingegen der

Gast. Gerade wieder komplett, kurvte Greg Schmidt in das Angriffsdrittel und zögerte

so lange mit dem Abspiel, bis Nemirovski ungehindert einschießen konnte.

Axel Kammerer stellte fortan auf drei Reihen um, versuchte einen finalen

Offensivdrang zu erzwingen. Ein erster Erfolg stellte sich nach 48 Minuten ein.

Wieder waren die Gastgeber mit einem Akteur mehr auf dem Eis vertreten, da

zimmerte Kapitän Schinköthe den Puck flach durch die Schoner von Mastic. Der

war wiederum zur Stelle, als John Kachur aus drei Metern freie Schussbahn

genoss. Neben Pech und Unvermögen auf Tölzer Seite, hatte Marek Mastic

unzweifelhaft einen Bärenanteil am Sieg seiner Mannschaft. Zwar gelang Michael

Baindl vier Minuten vor dem Ende noch das 2:3, für mehr reichte es an diesem

Abend aber nicht mehr.

Eislöwen-Trainer Jiri Kochta zeigte sich erleichtert über den Sieg. „Das war

heute nicht so optimal von uns. Teilweise mussten wir komische Strafen nehmen,

die Tölz nicht nutzen konnte. Für meine Spieler war die neue Regel schwer

einzuschätzen, es war ja das erste Mal. Der Schiedsrichter hätte manchmal mehr

Fingerspitzengefühl beweisen können.“

Ganz und gar nicht zufrieden gab sich Axel Kammerer. „Wir sind einzig und

alleine schuld, dass wir nicht gewonnen haben. Wir waren durchgehend die bessere

Mannschaft, haben aber einfach das Tor nicht getroffen. Im Abschluss fehlt uns

nach wie vor der letzte, entscheidende Biss. Mit Troy Bigam bin ich zufrieden.

Er kann uns sicher weiterhelfen.“

(Oliver Rabuser)

Tore:

0:1 (06:50) Stas (Schmidt, Hoffmann, 4-5), 0:2 (16:09) Kaufmann (Schmidt,

Nemirovski, 5-4), 0:3 (35:57) Nemirovski (Schmidt, Sochan), 1:3 (48:16) Schinköthe

(Bigam, Kachur, 5-4), 2:3 (56:08) Baindl (Borzecki, 6-5)

Strafminuten: Bad Tölz 

16  - 

Dresden  32


Schiedsrichter: F.J. Trainer (Bad Aibling)  - 

Baumann, Maier


Zuschauer: 2050


Spieler des Spiels: Gregory Schmidt