"Hatten von Anfang an die Hosen voll"Roten Teufel verlieren gegen Bietigheim

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Keine Chance heute Abend für die Roten Teufel: mit 1:6 (0:2, 0:2, 1:2) verlieren die Hessen ihr Heimspiel gegen starke Steelers aus Bietigheim. "Wir hatten von Anfang an die Hosen voll. Es ist das erste Mal, dass ich heute so richtig enttäuscht bin", sagte nach dem Spiel EC-Coach Petri Kujala. "Wenn man so viele Strafzeiten kassiert, muss man damit rechnen, dass der Gegner zurückkommt. So haben wir es aber sehr gut gespielt", so Bietigheims Trainer Kevin Gaudet.

Das Match begann so, wie man sich das erwartet hatte: die Gäste drückten auf das Tempo und bekamen mit ihren technisch versierten Spielern zu einigen Torschüssen. Die Roten Teufel liefen den Steelers in der Anfangsphase mehr oder minder hinterher, was Kelly mit einem Flachschuss in der 4. Minute zur frühen Gäste-Führung nutzte, nachdem ihn Wrigley von hinter dem Tor mustergültig bediente. Als Sommerfeld in Überzahl in der 12. Minute mit einem Blueliner gar das 0:2 erzielte, befürchteten die rund 2.000 Fans schon Schlimmeres - sofern sie EC-Anhänger waren. Die Hausherren kämpften sich aber zurück und wurden durch Strafzeiten gegen die Steelers in einem eigentlich fairen Spiel zusätzlich begünstigt. Zunächst scheiterte Helms direkt vor Sinisa Martinovic (14.), in der nächsten Szene zog Marc Kohl mit einem Blueliner nur knapp über den Kasten. Die Gastgeber schienen nun ebenbürtig und nahmen das Tempo der Schwaben an - ohne sich jedoch weitere große Möglichkeiten zu erspielen. Die Steelers agierten entsprechend clever in der Defensive und hätten durch Auger in der Schlussminute vor der ersten Sirene fast noch das 0:3 erzielt, doch Rämö hielt mit Glück und Geschick den Schuss des Gäste-Stürmers.

Über welche Qualitäten die Gäste verfügen, das zeigten sie in der 25. Spielminute, als Palka seinen eigenen Rebound mit viel Willen zum 0:3 im Netz unterbrachte. Auch vier Powerplays in Folge brachten für die Hausherren anschließend nichts Zählbares, die Steelers standen hinten souverän, so dass Martinovic so gut wie nichts zu halten brauchte. Besser machten es die Bietigheimer: gleich ihr erstes Überzahlspiel im Mittelabschnitt verwertete Kelly zum 0:4 (34.). Die Gäste zeigten somit, dass sie derzeit in einer anderen Liga spielen, so dass die Roten Teufel einfach kein Mittel gegen den Tabellenzweiten fanden. Darüber hinaus gingen die Gäste mit ihren weiteren Möglichkeiten fast schon zu fahrlässig um, so z.B. Cabana, der am freien Tor in der 37.Minute vorbei zog.

Die Gäste ließen auch im letzten Abschnitt nichts anbrennen, das Spielgeschehen fand fast ausschließlich in der Bad Nauheimer Hälfte statt. Spätestens mit dem 1:5 durch Kelly in Überzahl in der 48.Minute waren auch die letzten Hoffnungen der Fans passé, auch wenn Leon Niederberger eine Minute später immerhin den Ehrentreffer für die Hessen markierte. Den Schlusspunkt setzte Justin Kelly mit dem 1:6 in der 56.Minute, was den vierten Treffer des Abends für den Bietigheimer Angreifer bedeutete. Weiterer Wermutstropfen: Dustin Cameron kassierte seine dritte Zehminutenstrafe der Saison und wird ausgerechnet bei seinem Ex-Club am Freitag fehlen.

"Wir gingen als bestes Unterzahlteam der Liga ins Wochenende, nun haben wir acht Tore in zwei Spielen mit einem Mann weniger kassiert. Es fehlte ganz einfach die Leidenschaft, aber auch unser Powerplay war einfach zu schwach. Ganze zwei Torschüsse in Überzahl ist einfach zu wenig", sagte ein enttäuschter Petri Kujala nach dem Schlusspfiff.

EC Bad Nauheim - Bietigheim Steelers 1:6 (0:2, 0:2, 1:2)
Tore:
0:1 (03:30) Kelly (Wrigley, Auger)
0:2 (11:28) Sommerfeld Wrigley, Pinizzotto) PP1
0:3 (24:37) Palka (Alt, Kelly)
0:4 (33:11) Kelly (Wrigley, Auger) PP1
0:5 (47:18) Kelly (Sommerfeld) PP1
1:5 (48:37) Niederberger (Dineen, Keussen)
1:6 (55:49) Kelly (Sommerfeld)
Strafminuten: ECN 20 + 10+SD (Cameron) / SCBB 22 + 10 (Borzecki)
Zuschauer: 1.725

Pressemitteilung EC Bad Nauheim