Goalie Vajs bleibt ungekrönter Held des SpielsGerechte Punkteteilung im bayerischen Derby

Stefan Vajs lieferte im Kaufbeurer Tor ein starkes Spiel ab. (Foto: Jens Krauß - www.stock4press.de)Stefan Vajs lieferte im Kaufbeurer Tor ein starkes Spiel ab. (Foto: Jens Krauß - www.stock4press.de)
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Ein Befreiungsschlag war dieses Spiel für den Meister aber sicher nicht. Trotz  zeitweiligem Einbahnstraßen-Eishockey zeigten die Niederbayern zu wenig Esprit, um sich im Derby gegen schwäbische Nachbarn die volle Punktausbeute zu verdienen.

„Stefan Vajs sei Dank“, begann Joker-Coach Ken Latta deshalb seine Ausführungen zum Spiel und sein Gegenüber Jiri Ehrenberger war erleichtert, "endlich wieder gewonnen" zu haben. "Diese zwei Punkte nehmen wir gerne mit und müssen nun Schritt für Schritt vorankommen", zeugten seine Worte von der schwierigen Situation, in der sich sein Team nach wie vor befindet.

In einer Auseinandersetzung, in der echte Verteidigungsarbeit auf beiden Seiten meist auf den Torhüter beschränkt blieb, begannen die Hausherren offensiv mit vielen guten Vorsätzen ihren Start ins neue Jahr. Nicht von ungefähr traf Frantisek Mrazek, völlig allein vor dem Tor stehend, nach einem abgewehrten Schlagschuss von Blue-Liner Jakub Grof bereits nach vier Minuten für die Gastgeber. Einen Angriffswirbel der ersten Sturmreihe, in die Billy Trew nach Verletzungspause mit seiner ordnenden Hand wieder zurückgekehrt ist,  beendete der Sturmführer höchstselbst zum 2:0 aus wiederum kurzer Distanz.

Kaufbeuren blieb aber unbeeindruckt und spielte weiterhin einfaches, doch konsequentes Eishockey. Eine Dreieckskombination von der linken Seite der blauen Linie auf die rechte Stürmerposition vollendete Markus Eisenschmid, ebenfalls völlig allein vor dem Tor, zum Anschlusstreffer. Ein Pfostenschuss von Kapitän Christof Aßner hätte alsbald darauf den Gleichstand herstellen können. Die Isar-Kannibalen antworteten wieder mit einem Angriffswirbel der Trew-Reihe. Erfolgreich aber war erneut der erst 17-jährige Eisenschmid nach zu kurzer Abwehr von Goalie Timo Pielmeier und wiederum unbehelligt von einem Landshuter Verteidiger.

Fast eine Kopie dieses Tores war die erneute Führung der Gastgeber nach dem Seitenwechsel, als Mrazek einen Querpass von David Elsner, einen Meter vor dem Tor stehend, nur noch in dasselbe prallen lassen musste - völlig unbehelligt, versteht sich. Spätestens jetzt begann die Auseinandersetzung Vajs gegen Landshut, bei denen sich insbesondere der Deutsch-Lette Arturs Kruminsch immer wieder in die Liste der Verzweifelten eintrug: In der 27. Minute parierte Vajs auch seinen zweiten Nachschuss. In der 33. Minute stand der Kannibale allein im Slot, fand aber in Vajs seinen Meister. Und kurz vor Drittelende versuchte er, in halblinker Position, frei vor'm leeren Tor sein Abschlussglück, als Vajs wiederum blitzschnell seine Schiene vor den Torjubel schob. Stattdessen markierte Aßner mit einem Schlagschuss von der rechten Seite der blauen Linie ins linke Kreuzeck den Ausgleich der Joker.

Das letzte Drittel prägte ein munteres Scheibenschießen der Niederbayern auf das Schwabengehäuse, in dem sich neben Kruminsch vermutlich auch jeder seiner Mannschaftskameraden in die Liste der Erfolglosen eintrug. Bei aller Klasse des Schlussmanns darf jedoch auch nicht verkannt werden, dass der Meister seine Raffinesse des Vorjahres, die fliegenden Kombinationen und Überraschungsmomente, das verwirrende Kurzpassspiel völlig vermissen ließ. So endete das Spiel mit einem zufälligen Treffer von Max Brandl, über den der Siegtorschütze sagte: „Mir ist der Puck auf den Schläger gehupft; da konnte ich kaum noch vorbei schießen.“ - Glücklicherweise kam der Pass diesmal von Kruminsch und nicht der Abschluss...

So endete diesmal ein äußerst faires Derby, das auf der Cannibals-Website als Duell zwischen „Landswut“ und „Raufbeuren“ angekündigt war, mit einem erleichterten Sieger, der nach wie vor auf seine Stammkräfte Stephan Kronthaler (U20-WM), Cody Thornton (Beckenkammprellung), Heiko Smazal (Rippenbruch) und Martin Davidek (Innenbanddehnung am Knie) verzichten musste und einem nicht unzufriedenen Verlierer. Auf Kaufbeurer Seite wurde der erkrankte Topscorer Daniel Menge schmerzlich vermisst. Er soll in der kommenden Woche wieder zum Team stoßen. Zudem erwarten die Joker erst am Montag einen amerikanischen Außenstürmer-Ersatz aus AHL und ECHL für ihren abgewanderten Kontingentspieler Kevin Saurette, dessen Name Latta jedoch noch nicht preisgeben wollte.

Tore: 1:0 (4.) Mrazek (Grof, Kracik) 5-4, 2:0 (8.) Trew (Abstreiter, Kaspitz), 2:1 (12.) Eisenschmid (Krabbat, Hudson) 5-4, 2:2 (20.) Eisenschmid (Thiel, Goller), 3:2 (25.) Mrazek (Kracek, Elsner), 3:3 (40.) Aßner (Detsch, Oakley) 5-4, 4:3 (61.) M. Brandl (Kruminsch, Kaspitz)

Strafen: Landshut 10, Kaufbeuren 12
HSR: Haupt, LSR: Kees, Wimberger
Zuschauer: 2.105

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