Gesichter der Bundesliga: Christopher St.Croix (Bad Tölz)

Gesichter der Bundesliga: Christopher St.Croix (Bad Tölz)Gesichter der Bundesliga: Christopher St.Croix (Bad Tölz)
Lesedauer: ca. 2 Minuten

Als in Bad Tölz vergangenes Jahr bekannt wurde, dass die Zusammenarbeit mit Trevor Demmans nicht verlängert werden würde, waren die Erwartungen an den Nachfolger ungleich höher. Schließlich war die wacklige Defensive einer der Hauptgründe für den späten Klassenerhalt. Zwar galt Demmans als passabler Vorbereiter und guter Techniker, seiner eigentlichen Aufgabe - dem Stoppen gegnerischer Stürmer - kam er indes nur bedingt nach. Sein Ersatz kam, wie Demmans im Jahr zuvor, von Columbus Inferno. Den Transfer hatte der wenig später ausgeschiedene und durch Beppo Schlickenrieder ersetzte Franz Demmel eingefädelt. "In der Defensive eine Klasse besser", so die spärlichen Informationen über Christopher St.Croix. Daneben konnte man den einschlägigen Quellen entnehmen, dass der 25jährige im Jahre 1997 als siebter Kandidat von den Calgary Flames gedraftet wurde und seine ersten Profijahre bei den Kamloops Blazers und den Saint John Flames, einem Farmteam von Calgary, verbrachte. Manitoba und eben Columbus waren seine weiteren Stationen, ehe sich ihm die Möglichkeit offenbarte, nach Europa zu wechseln. Der Tipp kam von Patrick Couture, dem Torhüter des ECT.

Wie viele seiner Landsmänner vor ihm, benötigte der 1,89 m Hüne eine gewisse Anlaufzeit in der Bundesliga. Von "mehr erwartet" über "zu schlecht für einen Ausländer", bis hin zum "Fehleinkauf" waren die im Isarwinkel vorherrschenden Wertschätzungen für die Nummer 6. Auch intern wurde bereits über eine Nachbesserung zur winterlichen Wechselperiode nachgedacht. Vollzogen hat man diese nicht, der Finanzrahmen in Bad Tölz ist bekanntermaßen schmaler Natur. Plötzlich aber besserten sich die Leistungen von St. Croix. Er wirkte endlich wie ein fester Bestandteil der Mannschaft, bekam mehr Selbstbewusstsein. Zu Beginn des Jahres, beim 7:1 Erfolg der Tölzer über die Füchse aus der Lausitz, war der Verteidiger an nicht weniger als sechs Treffern beteiligt. Er besticht durch Übersicht, ist neben Derek Mayer der Stabilisator des gelb-schwarzen Abwehrverbundes. Auch Peter Obresa weiß um die Qualitäten. Der Löwen-Coach bringt St.Croix in Über- wie Unterzahl, hat Vertrauen zu seinem Spieler. Der dankt es mit einer ansteigenden Präsenz in den Scorerlisten. Mit derzeit 25 Punkten (5 Tore) ist St.Croix mit Abstand der beste Tölzer Defender. Zuletzt wurde er im Fanforum der Löwen sogar zum Spieler des Monats gewählt. Seine Leistung blieb den Anhang also nicht verborgen. In dieser Form wird St.Croix für seine Löwen in der Abstiegsrunde noch ein ganz wichtiger Faktor. Willkommen in der Bundesliga ! (orab)