Geht der Traum zu Ende? - Landsberg verliert heißen Playoff-Fight

EVL2000: Spielabsage wegen Horror-VerletzungEVL2000: Spielabsage wegen Horror-Verletzung
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Es war bisher eine Traumsaison für den Aufsteiger aus der Bayernliga.

Vorrundensieger, Meisterrundensieger, und auch die erste Playoff-Runde

gegen Rosenheim mit 3:0 Siegen souverän bewältigt. Doch nach der

gestrigen 2:4  Heimniederlage in Spiel 3 gegen die Hannover

Indians scheint dieser Traum doch langsam aber sicher zu Ende zu gehen.

Doch der Reihe nach.


Knapp 3000 Zuschauer (darunter ca. 200 Hannoveraner)  im

vollgepackten Eisstadion am Hungerbachweg warteten gespannt und voller

Vorfreude auf das 3. Spiel der beiden Kontrahenten. Und es hielt von

Anfang an, was es versprach. Hohes Tempo, harte Checks und tolle

Kombinationen, Playoff-Eishockey pur waren die Markenzeichen des ersten

Spielabschnitts, in dem Hannover schon in der 2. Spielminute durch

einen Schlagschuss des Starverteidigers Robbie Sandrock das erste

Powerplay eiskalt ausnutzen konnte. Doch der EVL war nicht schockiert,

und nachdem Indians-Goalie Roman Kondelik gegen Adam Mitchell noch sehr

gut reagierte, sah er beim Schuss von Marc St. Jean, der ihm durch die

Hosenträger rutschte, nicht gerade gut aus. So stand es nach knapp 4

Minuten 1:1.  Als HSR Breiter dann 2 Hannoveraner auf die

Strafbank schickte, traf die beste Powerplay-Mannschaft der Oberliga

zunächst nur die Plexiglasumrandung, welche dabei zu Bruch ging und

ausgetauscht werden musste. Während dieser Unterbrechung verschwanden

beide Mannschaften in der Kabine. Nur 12 Sekunden nach Wiederaufnahme

des Spiels zeigte sich dann, dass Larry Mitchell wohl die besseren

Skizzen auf die Tafel gezeichnet hatte, denn nach einem schönen

Spielzug vollstreckte Jordan Webb in der 13. Spielminute zum 2:1 für

die Lechstädter. Doch diese Führung sollte nicht lange Bestand haben.

Denn auch die Indians nutzten ihre Chance bei 2 Mann mehr auf dem Eis,

nach einer ebenso tollen Kombination traf der vielgescholtene Brye

Cockburn zum Ausgleich (15. Minute). Mit diesem Ergebnis ging es dann

auch in die reguläre erste Pause.


Im 2. Spielabschnitt dauerte es ein wenig, bis beide Mannschaften

wieder ihre Betriebstemperatur erreicht hatten, doch dann fand vor

allem der EVL sehr gut ins Spiel und erarbeitete sich einige

Möglichkeiten, die jedoch Kondelik mit Glück und Geschick vereiteln

konnte. Ein schnell vorgetragener Konter der Indians führte dann zum

nächsten Aufreger. Der Puck lag im Landsberger Tor, doch wurde der

Treffer wegen „hohen Stockes“ nicht anerkannt. Durchaus strittig, denn

der Puck war vom Schoner des Landsberger Goalies Dennis Endras an den

Helm eines heranstürmenden Hannoveraners und von dort ins Tor geprallt.

Doch nachdem nur wenige Minuten später ein Schuss von Alex Wedl zwar im

Kasten der Indians einschlug (aber durch das Netz flutschte), und die

Unparteiischen diesem Tor ebenfalls die Anerkennung verweigerten, stand

es auch hier wieder Unentschieden. Allerdings war Hannover nun immer

gefährlicher in der Landsberger Zone, und Dennis Endras musste sein

ganzes Können aufbieten, um den Rückstand zu vermeiden. 


Vor dem letzten und entscheidenden Drittel war allen  Zuschauern

klar, dass das nächste Tor wohl eine vorentscheidende Wirkung haben

sollte. Und da sich dieses natürlich keiner einfangen wollte, ging es

zunächst auch eher abtastend in diesen Spielabschnitt. Nach 4 Minuten

kassierte dann jedoch Andrew McPherson die erste Strafe, und wie schon

in der Anfangsphase schlugen die Indians wieder zu. Einen abgefälschten

Schuss von Jan Welke konnte Dennis Endras zwar noch abwehren, doch der

Rebound wurde von Kapitän Dennis Meyer zum 3:2 Führungstreffer

verwandelt. Hoffnung keimte dann bei Landsbergs Fans noch einmal auf,

als man eine abermalige 3:5 Unterzahl überstanden hatte. Jedoch

spielten die Indians sehr konzentriert und clever und ließen kaum mehr

Chancen zu. Als sich dann 2 Minuten vor Ende  eine allerletzte

Überzahlmöglichkeit für das Team von Larry Mitchell ergab, riskierte

dieser alles und holte Dennis Endras vom Eis. 6 Landsberger Feldspieler

schafften es auch noch einmal, ganz gefährlich vor dem Hannoveraner Tor

aufzutauchen, doch Patrik Strauchs Schuss traf nur den Pfosten. Den

darauffolgenden Gegenzug vollendete Robbie Sandrock mit seinem 2. Tor

zur Entscheidung für die Gäste von der Leine. Dessen leicht aufreizende

Art diesen Treffer zu feiern gefiel wiederum Jordan Webb ganz und gar

nicht. Und so liess er sich zu einer völlig überflüssigen Aktion

hinreißen und checkte Sandrock von hinten in die Bande, was ihm zurecht

eine 5+SD einbrachte. Ein bitterer Schlusspunkt für den EVL, während

auf der Gegenseite bei Fans und Spielern der Indianer logischerweise

überschäumende Freude herrschte.


Nun kann Hannover bereits am kommenden Freitag alles klar machen und den Aufstieg in die 2. Bundesliga schaffen. (C. G.)


Tore

0:1 (1:33) Sandrock (Rask) (4:3)

1:1 (3:22) St Jean (Wedl, Mitchell) (4:3)

2:1 (12:10) Webb (McPherson, Wedl) (5:3)

2:2 (14:32) Cockburn (Gaudet, Sandrock) (5:3)

2:3 (44:21) Meyer (Welke) (5:4)

2:4 (58:51) Sandrock (Welke) (4:6)



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