Garmischer Eishockeygala ein voller Erfolg

Riessersee: Rettung in letzter SekundeRiessersee: Rettung in letzter Sekunde
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Trotz widriger Wetterverhältnisse und zahlreicher Staus rund um Garmisch pilgerten am Samstag immerhin 1600 Zuschauer ins Eisstadion, um die Helden früherer Jahre zu sehen, die anlässlich eines Benefizspieles zugunsten des SC Riessersee e.V. wieder einmal die Schlittschuhe schnürten. Doch nicht etwa Erich Kühnhackl, Alois Schloder oder Franz Reindl waren die Stars des Abends, Paul Ambros stahl allen die Schau. Der „Tiger vom Hopfensee“, mittlerweile im stolzen Alter von 68 Jahren, ackerte auf dem Eis wie vor 40 Jahren: Als einziger Spieler ohne Helm und Schulterschutz, checkte er die Gegenspieler ohne Rücksicht auf Verluste, legte sich mit Schiedsrichter Kompalla an und musste natürlich auch auf die Strafbank. Nicht wenige unter den Besuchern kannten den 89-fachen Nationalspieler noch aus seiner aktiven Zeit beim EV Füssen und später beim Augsburger EV, wo er sich zu einem der härtesten Verteidiger entwickelt hat, die je in deutschen Eisstadien zu sehen waren.

Doch auch die anderen Spieler legten einen großen Ehrgeiz an den Tag, sodass die Zuschauer voll auf ihre Kosten kamen. Das Ergebnis von 9:6 für die Nationalmannschaft der Ehemaligen war dabei natürlich nur Nebensache.

Viel wichtiger war die stattliche Summe, die bei diesem Benefizspiel für den SCR übrig blieb. Zwar wollte der Vorsitzende des e.V., Urs Peter Janetz, den exakten Betrag noch nicht beziffern, man kann jedoch von einem Überschuss im fünfstelligen Bereich ausgehen. Schließlich waren nicht nur die Zuschauereinnahmen zu verzeichnen, sondern auch Erlöse aus einer Tombola, aus Versteigerungen, der Gastronomie und aus diversen Spenden.

Janetz äußerte sich daher auch vorsichtig optimistisch, dass der SCR die Saison trotz der Insolvenz der Vermarktungs-GmbH mit einem blauen Auge überstehen wird.

Damit kann wohl Punkt eins der Riessersee-Rettungsaktion abgehakt, und die ganze Aufmerksamkeit dem zweiten Punkt (Erhaltung der Profilizenz) gewidmet werden.

Auch in dieser Hinsicht gab es in den letzten Tagen positive Signale. Nach einem Bericht des Garmischer Tagblattes hat der ehemalige, und später von Kress und Nominikat geschasste, Sportdirektor Rolli van Hauten einige Investoren davon überzeugt, in die insolvente GmbH zu investieren. Nur dann kann nämlich das Insolvenzverfahren eröffnet und die Lizenz für die Oberliga erhalten werden.

Auf Vermittlung des Altbürgermeisters Toni Neidlinger haben auch die Garmischer Urgesteine Peppi Heiß als Sportdirektor und Peter Gailer als Trainer ihre Zusage gegeben. Wenn dann noch der kompetente, engagierte Journalist und bekennender SCR-Fan Ralph Bader, der die Benefizgala zusammen mit seinem Kollegen Christian Winkler gekonnt moderiert hat, als zukünftiger Geschäftsführer gewonnen werden würde, könnte man in Garmisch wieder optimistisch in die Zukunft sehen. Gut sechs Wochen nach dem „Sudden Death“ des ruhmreichen SC Riessersee wäre plötzlich wieder Land in Sicht. (an)


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