Galavorstellung: Falken machen es zweistellig

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Die 1.948 Zuschauer im Heilbronner Eisstadion trauten ihren Augen kaum: Ihre ersatzgeschwächte Mannschaft bot am Freitagabend mit Interimscoach Gerd Wittmann hinter der Bande Eishockey vom Feinsten und schickte die bedauernswerten Lausitzer Füchse mit 10:0 auf die Heimreise. 54 Sekunden vor der Schlusssirene kannte der Jubel keine Grenzen, als Neuzugang Chris Capraro bei seinem Heimspieldebüt in Unterzahl ein netzte und Louis-Vincent Albrecht, der eingewechselte Ersatzkeeper der Sachsen, zum zehnten Mal hinter sich greifen musste.

Es war eine Partie, in der bei einem Team praktisch alles gelang, während auf der Gegenseite zunächst nichts funktionierte und dann auch das Pech dazu kam. Von Beginn hat zeigte der bisherige Tabellendritte aus der Lausitz große Löcher in der Defensive und leistete sich unerklärliche Fehler im
Spielaufbau. Schon nach anderthalb Minuten lief Calce allein auf Füchse-Keeper Boutin zu, der noch Sieger blieb, wenig später aber mit einer Adduktorenverletzung verletzt vom Eis musste. Dafür wurde Albrecht ins kalte Wasser geworfen, der zwar keine Sicherheit ausstrahlte, in der Folgezeit von seinen Vorderleuten aber auch schmählich im Stich gelassen wurde. So nahmen das Unheil der Gäste und der Galaauftritt der Falken, die dank Jungadler-Unterstützung in Person von Ackermann und Kurth mit vier Sturmreihen agieren konnten, ihren Lauf.

Überragend dabei der erste Block um Fabio Carciola, Francis Lemieux und insbesondere Bryan Marshall. Beim zuletzt oft kritisierten Amerikaner ist heute der Knoten hoffentlich geplatzt: Fünfmal überwand der 28-jährige den Gästekeeper, in 14 Spielen zuvor hatte er nur zweimal getroffen. Der
Torreigen wurde in der fünften Minute eröffnet: die Scheibe im gegnerischen Drittel erobert, Lemieux auf Marshall, 1:0. Wenig später schloss Carciola eine Kombination aus spitzem Winkel zum 2:0 ab. Gästecoach Rohrbach nahm eine Auszeit, um seine Mannen wachzurütteln, doch nur kurz hatte man den Eindruck, als würde Weißwasser ins Spiel finden. Dann kam die 12. Minute, Konter mit Pass von Adriano Carciola auf Urquhart, 3:0, und zwei Minuten später behielt Gelke die Übersicht und bediente Marshall, der unbedrängt das 4:0 nachlegte. Mapes und Calce scheiterten bei weiteren Großchancen, so dass es bis zur Drittelpause nicht noch schlimmer für die Gäste wurde.

Im zweiten Drittel machten die Unterländer da weiter, wo sie aufgehört hatten. 42 Sekunden waren gespielt, Carciola auf Marshall, 5:0. Drei Minuten später: Marshall auf Kozhevnikov, 6:0. Bei Heilbronn klappte bis dahin fast alles, während Weißwasser die Falken gewähren ließ. Körperkontakt war über weite Strecken ein Fremdwort in dieser Partie, in der Heilbronn dann einen Gang zurückschaltete und auch die Sachsen vermehrt zu Chancen kamen. Doch während es hinten permanent klingelte, wurden vorne beste Möglichkeiten nicht genutzt. Lehnigk (28.), Bartlick (37. Latte), Götz (37.) und Heyer (40.) – ein bis zwei Tore wären locker drin gewesen.

Für die Tore war an diesem Abend jedoch nur eine Mannschaft zuständig, und dabei insbesondere die Nummer 44: 44 Minuten waren gespielt, als Capraro Marshall in Szene setzte, der seinen vierten Treffer erzielte, zehn Minuten später legte er seinen fünften zum 9:0 nach. Zwischenzeitlich hatten auf den Rängen die Fans beider Teams ihre bestehende Freundschaft ausgebaut, auf dem Eis Urquhart das 8:0 erzielt, bevor, wie bereits erwähnt, Capraro den Schlusspunkt setzte.

Die Heilbronner Falken zeigten damit endlich auch in einem Heimspiel schnörkelloses und zielstrebiges Eishockey, die Chancenverwertung war deutlich verbessert. Bei den Gästen dagegen lief so ziemlich alles schief, allein am frühen Torhüterwechsel lag diese herbe Klatsche gewiss nicht.


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