Franko-Kanadier J.F. Boutin letzter Neuzugang bei den Blue Devils

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Die Blue Devils 2004/2005 sind komplett. Beim gestrigen Fanstammtisch gab Jürgen Lehner die Verpflichtung von J.F. Boutin bekannt. Der 27 jährige Franko-Kanadier bildete bereits zwei Spielzeiten mit dem zweiten Kandier der Blue Devils Samuel St. Pierre in Johnstown ein sehr gefährliches Duo.



Zur Person J.F. Boutin: Der in Fleurimont (Provinz Quebec) im französisch sprechenden Teil Kanadas am 17.11.1976 geborene, 1,80m große Außenstürmer bringt 87 kg auf die Waage. Seine Karriere begann Boutin in der heimischen Quebec Major Junior Hockey League (QMJHL), die als große Talentschmiede in Nordamerika gilt. Zwischen 1993 und 1997 wechselte er zwischen verschiedenen Clubs dieser Liga und kam dabei in insgesamt 211 Spielen in der QMJHL auf 72 Tore und 104 Vorlagen, also 176 Scorerpunkte. Ein stattlicher Wert, wenn man die Stärke dieser Liga bedenkt, in der Spieler wie Mario Lemieux, Guy Carbonneau oder auch Luc Robitaille ihre ersten Erfahrungen gesammelt hatten.



Boutin gilt als pfeilschneller und unheimlich pucksicherer Spieler, der sich aber auch körperlich sehr gut behaupten kann. Sein Vorbild im sportlichen Bereich ist übrigens "Russian Rocket" Pavel Bure, der bekanntlich eine ähnliche Spielweise bevorzugt. Gerade seine "working ethic" wird von Freunden Boutins hervorgehoben. Er trainiert hart und versucht alles, um sich ständig zu verbessern und ist sehr ehrgeizig. Diese harte Arbeit hat Boutin dann auch in den nordamerikanischen Minor Leagues einen guten Namen beschert.



Begonnen hat seine Profi-Karriere in der Saison 1996/1997 bei den Wheeling Nailers (Foto von damals) in der East Coast Hockey League (ECHL). Dort trainierte er unter dem aktuellen Carolina Hurricanes und US-Nationalcoach Peter Laviolette sehr gut und die Nailers, die als totaler Au?enseiter gestartet waren, schafften es bis ins Playoffhalbfinale, wo sie knapp an den Hampton Roads Admirals scheiterten. Boutin machte seine ersten Tore, Vorlagen, seinen ersten Hattrick und wurde auch das eine oder andere Mal zum "Spieler des Tages" gewählt. Insgesamt hatte Boutin einen tollen Einstand in seine Profikarriere und am Ende standen 27 Tore und 36 Vorlagen in 79 Spielen auf seinem Konto, bei 185 Strafminuten, die belegen, das Boutin kein Kind von Traurigkeit war und ist. Am Ende seiner ersten Profisaison wurde J.F. zum "Rookie des Jahres" der Wheeling Nailers gewählt. Privat machte Boutin auch einige Erfahrungen und in Wheeling erlernte er relativ schnell Englisch mit Hilfe seiner Gastfamilie, die ihn damals als jungen Spieler aufgenommen hatte. Bis heute hat Boutin noch Kontakt zu dieser Familie.



Nach der Saison wurde Boutin zu den Peoria Rivermen transferiert, wo er in der ECHL bei 65 Einsätzen auf 29 Tore und 36 Vorlagen kam. Vor der Saison wirkte Boutin bei den Kansas City Blades in der IHL mit, doch zu Saisonbeginn gab es in Kansas genügend starke Flügelstürmer und so ging es zurück nach Kansas, wo Boutin zunächst etwas Eingewöhnungszeit benötigte. Im November platzte dann aber der Knoten gewaltig. Im Match gegen die Dayton Bombers gelangen Boutin sagenhafte fünf Treffer und eine Vorlage. Dies ist bis heute bei den Rivermen Rekord. Zweimal durfte Boutin damals „höherklassig“ Luft schnuppern. Bei den Worcester Icecats in der AHL, wo er in zwei Spielen auch gleich sein erstes AHL-Tor erzielte und bei den Orlando Solar Bears in der IHL. Die Saison beendeten die Rivermen als Zweiter ihrer Conference, aber in den Playoffs war dann bereits in Runde 1 Schluss. Am Ende der Saison lag Boutin auf Rang 2 der internen Topscorerwertung, nur neun Punkte hinter dem Topscorer Joe Rybar, der aber aufgrund der Einsätze von Boutin in AHL und IHL genau neun Spiele mehr absolvierte.



In der folgenden Saison 1999/2000 überschlugen sich dann die Ereignisse. Zunächst absolvierte Boutin wieder ein Trainingscamp beim IHL-Club Utah Grizzlies und kehrte dann zur Saisonbeginn wieder nach Peoria zurück. Bei den Grizzlies stand übrigens seinerzeit Butch Goring, der "Meistermacher" der Krefeld Pinguine 2003 hinter der Bande und der bescheingte Boutin sehr gute Leistungen. Da er aber nur einen Zwei-Wege-Vertrag angeboten bekam, ging er zurück nach Peoria.



Dort hatte er dann lange mit einer Innerohrinfektion zu kämpfen, die ihn enorm zurückwarf. Obwohl er sich unheimlich hart auf die Saison vorbereitet hatte, fiel er das erste Drittel der Saison komplett aus. Doch Boutin gab nicht auf, kehrte zurück und mit viel Wut im Bauch sollte es die bislang erfolgreichste Spielzeit von J.F. werden. In der Regular Season gelangen Boutin in 42 Spielen 22 Treffer und 19 Vorlagen und als dann die Playoffs begannen schlug die Stunde von J.F. Boutin. Mit 17 Treffern und 15 Vorlagen in nur 18 Playoffpartien führte der Frankokanadier sein Team fast im Alleingang zur Meisterschaft. Im Finale der ECHL um den Kellycup stand Peoria den Louisiana Icegators gegenüber und deren Topstar war ein gewisser John Spoltore, der in den Playoffs auf 8 Tore und 26 Vorlagen kam, also damit zum Playofftopscorer dieser Saison wurde. Dennoch besiegten die Rivermen die Icegators und Boutin wurde mit seinem Mannschaftskollegen Jason Christie gemeinsam zum MVP der damaligen ECHL-Playoffs gewählt. Die 17 Playofftreffer sind heute noch Rekord in der Geschichte der ECHL.



In der folgenden Saison 2000/2001 hatte die Vorbereitung einige Highlights für Boutin zu bieten. Durch die tolle Playoffserie waren die Detroit Red Wings auf J.F. aufmerksam geworden und im Camp spielte Boutin in der A-Formation mit Brendan Shanahan und Steve Yzerman. Dennoch reichte es nicht ganz für die NHL, wenngleich ihm die Scouts aus St.Louis, Boston und Detroit dennoch weiter beobachten ließen. Bei den Worchester Icecats in der AHL kam Boutin zu Saisonbeginn unter, aber die St. Louis Blues klopften im November dieser Saison an und gaben Boutin einen Vertrag und parkten ihn wieder bei den Peoria Rivermen in der ECHL. Bei den Icecats spielte er unter Trainer Granto, mit dem er die Saison vorher noch Meister der ECHL wurde und der nach dem Triumph zu den Worchester Icecats wechselte.



Für J.F. war die Tatsache, dass er zurück nach Peoria gehen konnte, vielleicht gut, denn 73 Spiele machte Boutin in dieser ECHL-Saison noch und dabei kam auf gute 30 Tore und 37 Vorlagen. In den Playoffs erreichten die Rivermen dann auch noch das Halbfinale, aber insgesamt fehlte einfach der Coach Granato und so konnte man nicht an die Leistungen des Meisterjahres anschließen.



Dies bewegte dann Boutin auch dazu, die Zelte bei den Rivermen abzubrechen und zu den Johnstown Chiefs zu wechseln. Mit den Chiefs gings dann zumindest wieder in die 2001/2002-Playoffs, wo aber auch in der zweiten Runde Schluss war. In Johnstown erzielte Boutin in 60 Spielen 15 Treffer und 31 Vorlagen bei 111 Strafminuten. Dies war für Boutin eine „Übergangssaison“, die auch von einer Verletzung, die er gleich zu Saisonbeginn erlitten hatte, negativ beeinflusst wurde. In der nächsten Saison sollte sich wieder mehr Erfolg einstellen.



In der Saison 2002/2003 verpflichteten die Chiefs dann nämlich Samuel St. Pierre und mit dem Neu-Weidener bildete Boutin ein sehr gefährliches Sturmduo, das es richtig krachen ließ. Beide erzielten über 20 Treffer und ergänzten sich sehr gut. Sicher wäre mehr drin gewesen in Johnstown, doch Boutin bekam die Chance wieder einmal AHL-Luft zu schnuppern und wechselte (übrigens gemeinsam mit St. Pierre) zum AHL-Club St. Johns Flames. Dort bestritt Boutin (St. Pierre kam dort nur zweimal zum Einsatz) dann den Rest der Saison und kam auf 27 AHL-Einsätze mit drei Treffern und 11 Vorlagen. Alle drei Treffer, die er erzielte waren übrigens Game-Winning-Goals. In der folgenden Sommerpause gab es in der ECHL einige Probleme und Unsicherheiten (deshalb wechselten auch viele Spieler aus dieser Liga vor der letzten Saison nach Deutschland und Europa). Boutin wagte diesen Schritt noch nicht und versuchte sich in der UHL (dort wo auch Dustin Whitecotton die meiste Zeit seiner Karriere verbrachte).



Bei den Jackals spielte Boutin dann wieder richtig erfolgreich in der vergangenen Saison. 58 Spiele bestritt er in der normalen Saison und 23 Tore + 35 Vorlagen konnte er auf seinem Konto gutschreiben. In den Playoffs gings dann wieder sehr weit und Boutin lief wieder einmal in der entscheidenden Phase zu Hochform auf. 12 Spiele bestritt Boutin in den Playoffs mit 7 Treffern und 9 Vorlagen. Damit führte er die Jackals in das Finale um die UHL-Meisterschaft um den Colonialcup. Leider waren dann aber die Muskegon Fury unschlagbar und die Fury wurden dann auch ohne Niederlage in den Playoffs UHL-Meister.



Während seiner Profilaufbahn bestritt Boutin bislang insgesamt 498 Spiele, erzielte 194 Treffer und 272 Vorlagen, also 466 Punkte und kassierte aber auch 1031 Strafminuten.



Viele der Infos aus diesem Bericht sind aus einer privaten Homepage von Mark D. Burge, der die Karriere von J.F. Boutin schon seit den Anfängen verfolgt. Übrigens war Mark auch derjenige, der Boutin Englisch bebrachte und sein „Patenonkel“, bei dem er während seiner ersten Profisaison gewohnt hat. (bluedevilsfan.de)

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