Frankfurt und Bietigheim im Finale – Eispiraten gleichen ausDEL2 kompakt

Jubel bei den Bietigheim Steelers: Der Sieger der Hauptrunde steht im Finale der DEL2 und trifft dort auf die Löwen Frankfurt. (Foto: dpa/picture alliance/Pressefoto Baumann)Jubel bei den Bietigheim Steelers: Der Sieger der Hauptrunde steht im Finale der DEL2 und trifft dort auf die Löwen Frankfurt. (Foto: dpa/picture alliance/Pressefoto Baumann)
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Play-off-Halbfinale:

Kassel Huskies – Löwen Frankfurt 6:7 (1:0, 3:5, 2:2)
Play-off-Stand: 0:4

Die Kassel Huskies kamen gegen die selbstbewusst aus Frankfurt angereisten Löwen vor 5137 Zuschauern nur schwer ins Spiel. Die Gäste verstanden, es früh zu stören und nur wenige Chancen aufkommen zu lassen. Die Strafbank wurde den Frankfurtern allerdings zum Verhängnis, so schoss Manuel Klinge (11.) die Gastgeber in doppelter Überzahl zum 1:0. Gawlik und Laub waren wegen Haltens und übertriebener Härte für zwei Minuten vom Eis geschickt worden. Genau 23 Sekunden brauchte der Ex-Kassler Matthew Tomassoni (21.) im zweiten Drittel, um das Spiel wieder auszugleichen. Die Gastgeber machten es sich selber schwer und füllten ihre Strafbank mit Toni Ritter, Derek DeBlois und Drew MacKenzie. Dass das 1:2 eigentlich ein Eigentor der Huskies war, das C.J. Stretch (25.) angerechnet wurde, war für das Spiel der Nordhessen in diesem Moment bezeichnend. Kassel stand sich weiter selbst im Weg, nahm viele Strafen und kassierte in Unterzahl das 1:3 durch Pawel Dronia (30.). Derek DeBlois schoss die Kassel Huskies in der 32. Minute zurück ins Spiel. Die Gastgeber spielten danach selbstbewusster. In Überzahl feuerte Manuel Klinge (34.) aufs Tor und nach kurzer Beratung und einem Blick auf den Bildschirm entschied Schiedsrichter Kopitz auf Tor. Die Schlittenhunde hatten wieder ausgeglichen. Die Kassler Fans waren gerade aus ihrer Schockstarre erwacht und wollten die ersten Lieder anstimmen, da erzielte Christoph Gawlik (36.) den erneuten Führungstreffer für die Frankfurter. Nur wenige Minuten später erhöhte Richard Müller (39.) sogar auf 3:5. Doch Kassel ließ sich davon nicht beeindrucken und schloss durch Carciola (39.) etwa 30 Sekunden später wieder auf. Mit acht Toren im Mitteldrittel ging es in die Kabine und ähnlich torreich ging es auch im letzten Drittel weiter. Nach nur 54 Sekunden schoss Braden Pimm den Ausgleich für die Kassel Huskies. Den Pfosten traf DeBlois in der 45. Minute, Breitkreuz nutze den Abpraller für einen Konter und schoss die Gäste aus Frankfurt wieder in Führung. Mit der Angst vor dem frühzeitigen Sommerurlaub im Rücken schoss Pimm (51.) erneut den Ausgleich für die Kassel Huskies. Die Partie wurde kurz vor Schluss noch mal spannend, beide Teams versuchten Fehler zu vermeiden. 77 Sekunden vor dem Ende erlöste Pawel Dronia die mitgereisten Frankfurter Fans und schoss seine Mannschaft ins Finale.

ESV Kaufbeuren – Bietigheim Steelers 3:7 (2:2, 1:2, 0:3)
Play-off-Stand: 0:4

Die Spieler des ESV Kaufbeuren wollten noch nicht in die Sommerpause, das machten sie im ersten Drittel deutlich. Gleich zwei Mal legte Max Schmidle (2., 7.) vor 2600 Zuschauern für sein Team vor. Doch blieben auch die Gäste aus Baden-Württemberg nicht untätig und kamen durch Marcus Sommerfeld (8.) in Überzahl wieder auf ein Tor ran. Körperbetont ging es weiter und Schiedsrichter Stefan Vogl verteilte auf beiden Seiten einige Strafen. Kurz vor Ende des ersten Drittels nutzte Steingroß (20.) seine Chance in Überzahl und schoss den Ausgleich. Doch die Gastgeber ließen sich von der Aufholjagd nicht irritieren, kamen stark aus der Kabine und legten zu Beginn des zweiten Drittels durch Branden Gracel (23.) wieder vor. Die Freude hielt bei den Fans der Joker allerdings nicht lange: Prommersberger glich die Partie in der 28. Minute wieder aus. Der erneute Führungstreffer für die Gäste aus Bietigheim durch Matt McKnight (36.) brachte auf beiden die Seiten die Emotionen zum Überkochen und so wanderten kurz vor Ende des zweiten Drittels Stefan Vajs und Jannik Woidtke vom ESV Kaufbeuren und auf der Seite der Bietigheim Steelers Marcus Sommerfeld und Dominic Auger wegen übertriebener Härte für zwei Minuten auf die Strafbank. Auch das letzte Drittel wurde von beiden Mannschaften sehr körperbetont geführt, so waren immer wieder die Special Teams gefordert. Den Bietigheim Steelers gelang der Umgang mit der Scheibe in Überzahl besser, so traf Sommerfeld (49.) zum 3:5. Damit war der Damm gebrochen. Die Gäste erhöhten durch Robin Just (50.) und René Schoofs (51.) auf insgesamt 3:7.

Play-downs, 2. Runde:

Eispiraten Crimmitschau – Starbulls Rosenheim 5:4 (2:2, 2:1, 0:1, 1:0)
Play-down-Stand: 2:2

Zum vierten Spiel der Partie empfingen die Eispiraten Crimmitschau die Starbulls Rosenheim vor 2090 Zuschauern im Kunsteisstadion im Sahnpark. Angriffslustig betraten die Sachsen das Eis und Mark Lee (3.) schoss seine Mannschaft früh in Führung. Tyler Scofield wollte sich damit nicht recht zufriedengeben und zog in der achten Minute nach. Die Sachsen ließen sich davon nicht beeindrucken und stellten die Führung durch Pohl (12.) wieder her. Edfelder nutzte die Überzahl in der 15. Spielminute, nachdem Martin Bartek wegen Haltens auf die Strafbank geschickt worden war, um das Spiel wieder auf null zu setzen. Mit diesem Gleichstand ging es in die erste Pause. Das zweite Drittel ging dort weiter, wo das erste aufgehört hatte. Während Manuel Edfelder von den Starbulls Rosenheim wegen eines Hakens eine Pause auf der Strafbank einlegte, schoss sein Teamkollege Joseph Lewis (23.) die Gäste aus Oberbayern in Unterzahl zur Führung. Eine Minute später konnten die Sachsen die Überzahl allerdings auch selber nutzen. Martin Bartek (24.) erzielte das 3:3 für die Eispiraten Crimmitschau. Zum 4:3 schoss Ciernik in der 30. Minute seine Eispiraten. Die ersten Zuschauer wollten sich bereits auf den Heimweg machen, da erzielte Scofield (59.) den Ausgleich, der zweite Unterzahl-Treffer der Bayern an diesem Abend. An den Heimweg war erst mal nicht mehr zu denken, es ging in die Verlängerung. Dort erlöste Ivan Ciernik (64.) die Gastgeber und glich die Partie damit aus.

Franziska Bähr