Frank Hördler kehrt zu den Selber Wölfen zurückOlympia-Silbermedaillengewinner verlässt die Eisbären Berlin nach 20 Jahren

Im Rahmen einer Pressekonferenz stellten die Selber Wölfe gerade ihren Neuzugang Frank Hördler vor. (Foto: Pauline Manzke)Im Rahmen einer Pressekonferenz stellten die Selber Wölfe gerade ihren Neuzugang Frank Hördler vor. (Foto: Pauline Manzke)
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Eine Karriere der Superlative

Der in Bad Muskau geborene Frank Hördler kam als 6-Jähriger mit seiner Familie nach Selb. Grund: Vater Jochen heuerte beim damaligen ERC Selb an. Die Hördlers wurden in Selb sesshaft und so durchlief Frank sämtliche Nachwuchsmannschaften der Selber Wölfe und kam als 16-Jähriger zu seinen ersten Einsätzen im Seniorenbereich. Bereits ein Jahr später war er fester Bestandteil der 1. Mannschaft des ERC Selb. Mit 18 Jahren folgte dann der Wechsel zu den Eisbären Berlin, wo der Verteidiger 20 überaus erfolgreiche Jahre verbrachte: 1026 Partien in der höchsten deutschen Spielklasse, neun Meistertitel, Gewinn der European Trophy, 123 A-Länderspiele, viele individuelle Auszeichnungen auf Club- sowie internationaler Ebene und nicht zu vergessen die olympische Silbermedaille 2018 in Pyeongchang mit der deutschen Nationalmannschaft. Frank Hördler reifte in Berlin vom Jungspund zu einem absoluten Führungsspieler und Vorzeigeathleten. Nun kehrt er zu seinem Jugendclub zurück und will dort mit all seiner Erfahrung und seinem Können vorangehen und dabei helfen, den Standort langfristig in der DEL2 zu stabilisieren.

„Ein Abschied ist immer schwer, besonders wenn er eine Legende wie Frank Hördler betrifft. Frank war ein wahrer Champion auf dem Eis und hat unser Team mit seiner Brillanz und Leidenschaft geprägt. Seine Spielweise war eine Inspiration für uns alle. Wir werden Frank und seine außergewöhnlichen Fähigkeiten vermissen. Möge sein nächstes Kapitel genauso erfolgreich sein wie seine Zeit bei unserem Club“, sagt Peter John Lee, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender, der Frank Hördler seine gesamte Karriere über bei den Eisbären begleitet hat.

Frank Hördler erklärt: „Ich danke den Eisbären Berlin für 20 unglaubliche und intensive Jahre. Die Entscheidung, die Eisbären zu verlassen, ist mir sehr schwergefallen. Die Eisbären hatten mir als Nachwuchsspieler die Möglichkeit gegeben, im Profibereich Fuß zu fassen. Ich hätte mir nie erträumen lassen, dass dabei am Ende über 1.000 DEL-Spiele und neun Meisterschaften herausspringen. Für mich ist es etwas ganz Besonderes, dass mir dies für die Eisbären gelungen ist. Ich möchte mich bei allen Verantwortlichen, meinen Trainern, Mitspielern und Betreuern der vergangenen beiden Dekaden ebenso bedanken wie bei den unglaublichen Fans. Ohne sie hätte ich die Erfolge nicht feiern können. Wir werden sehen, was die Zukunft bringen wird. Vielleicht sehen wir uns ja einmal bei den Eisbären in anderer Funktion wieder.“

„Ich möchte mich im Namen der Eisbären Berlin bei Frank Hördler bedanken. Es ist schade, dass sich unsere Wege nun leider trennen. Er ist eine Legende und das größte Aushängeschild der Eisbären. Einen Profi mit seinen Errungenschaften wird es so schnell nicht wieder geben. Frank ist ein absoluter Vorzeigeprofi sowie eine Führungspersönlichkeit, sowohl auf als auch neben dem Eis. Wir wünschen ihm und seiner Familie nur das Beste für die Zukunft. Die Tür bei den Eisbären steht für Frank immer offen. Er wird bei uns selbstverständlich immer willkommen sein“, sagt Eisbären-Geschäftsführer Thomas Bothstede.

Eisbären-Sportdirektor Stéphane Richer fügt hinzu: „Ich bedanke mich von Herzen bei Frank. Er steht für die Eisbären Berlin wie kaum ein zweiter Profi. Seine Laufbahn sucht ihresgleichen. Er wird definitiv eine Lücke hinterlassen. Frank stand jedem Mitspieler, egal welchen Alters, immer unterstützend zur Seite. Ein großes Dankeschön gebührt auch seiner Familie, die ihm stets den Rücken freigehalten hat. Ich wünsche der gesamten Familie Hördler alles Gute für die Zukunft.“

Die Trikotnummer 7, die Frank Hördler bei den Eisbären trug, wird in Zukunft nicht mehr vergeben.

Langfristige Perspektive über die aktive Laufbahn hinaus

Wölfe-Geschäftsführer Jürgen Golly ist gleichermaßen stolz als auch glücklich darüber, Frank Hördler für ein Engagement bei den Selber Wölfen gewinnen zu können: „Frank Hördler hat einen 2-Jahresvertrag als Spieler bei uns unterzeichnet. Darüber hinaus wird er aber auch zusammen mit seiner Familie seinen Lebensmittelpunkt nach Selb verlegen und anschließend an seine aktive Karriere im sportlichen Bereich in der Gesamtorganisation der Selber Wölfe tätig werden. Frank wird in den kommenden beiden Jahren ein stabilisierender Faktor in unserer Mannschaft sein. Er ist einer der ganz großen Namen im deutschen Eishockey und wir freuen uns natürlich riesig, dass es uns gelungen ist, ihn von einem Wechsel zu uns nach Selb zu überzeugen.“

Doch auch über den reinen sportlichen Aspekt hinaus, erwartet sich Jürgen Golly von der Verpflichtung Frank Hördlers viel positive Strahlkraft: „Maximilian Gläßl und er sollen mittel- und langfristig die prägenden Menschen sowie Gesichter des Selber Eissports werden.“

„Wir freuen uns unheimlich auf Selb“

Vom Hauptstadt-Club, einer der Top-Adressen des deutschen Eishockeys, zum „Dorf-Verein“ nach Selb in die DEL2. Einen Kulturschock wird Frank Hördler dennoch nicht erleiden: „Klar werde ich die ein oder andere Annehmlichkeit vermissen: Spätnachts noch einkaufen, die Straßenbahn, die vielen Restaurants, …. Aber letztendlich lieben meine Frau und ich auch das Ländliche. Wir leben ja jetzt auch etwas außerhalb von Berlin in einer ruhigen, eher ländlichen Gegend. Ganz im Gegenteil. Wir freuen uns schon unheimlich auf Selb und dass wir näher an der Familie dran sind. Auch die Umgebung und die Landschaft um Selb ist wunderschön. Ich freue mich darauf, zurückzukommen.“

Zumindest mit einem Auge hat der Defensiv-Routinier die Selber Wölfe immer beobachtet und auch Kontakt zur Wölfe-Führung gehalten: „Kontakt zu Jürgen Golly bestand über meinen Bruder David eigentlich schon über die letzten sieben Jahre regelmäßig. Im Februar haben Jürgen und ich dann zum ersten Mal persönlich telefoniert. Später haben Jürgen Golly, Thomas Manzei und ich uns in Selb getroffen und hatten ein wunderbares Gespräch. Wir kamen schnell auf einen gemeinsamen Nenner und haben uns darauf verständigt, dass eine langfristige Zusammenarbeit für beide Seiten Sinn macht. Letztendlich hatte ich nach dem Treffen das Gefühl, dass ich sehr gerne zurückkommen würde.“

Auch die Entwicklung des Standorts in den letzten Jahren hat den 38-Jährigen beeindruckt: „Das vorletzte Mal war ich zum Ende der Saison 2018/2019 in der Selber Eishalle. Das war das letzte Spiel meines Bruders als die Wölfe gegen die Tilburg Trappers aus den Playoffs ausgeschieden sind. Damals war die Halle eigentlich genauso wie ich sie 16 Jahre vorher verlassen hatte. Als ich dann neulich in der entscheidenden Playdown-Begegnung gegen die Heilbronner Falken vor Ort war, war ich schon beeindruckt, was seitdem passiert ist. Die Kabinen, die VIP-Lounge, allgemein die Professionalisierung: Selb entwickelt sich tatsächlich Schritt für Schritt zu einem Top-Club. Und ich hoffe, dass ich diese Entwicklung tatkräftig mitgestalten kann.“

Selbstverständlich freut sich Frank Hördler auch auf die neue Liga: „Ich bin schon sehr gespannt. Meine Erfahrung hilft hoffentlich, Spiele für uns zu entscheiden. Ich wünsche mir, dass wir so weit oben wie möglich spielen und die Playoffs erreichen können. Wir wollen den Standort schließlich auf das nächste Level heben.“

Auch mit seinem zukünftigen Headcoach hat sich der Routinier schon ausgetauscht: „Mit Sergej hatte ich bereits ein tolles Gespräch. Auch wenn der Kader noch nicht ganz steht: Die Basis ist geschaffen, dass wir ein gutes Team aufs Eis bringen.“


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