Falken unterliegen auch EispiratenKein Erfolg im Kellerduell

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Was bleibt, ist eine 2:4 (0:2, 1:2, 1:0) Niederlage gegen die Eispiraten Crimmitschau, eine Mannschaft die sich ebenfalls am Tabellenende befindet. Wie es zu dieser Niederlage kam, war nach dem Spiel eine der meistdiskutierten Fragen rund um die Kolbenschmidt Arena. 35 zu 17 Schüssen zugunsten der Falken. Keine einzige Strafe auf Seiten der Unterländer, dazu drei eigene Powerplays. Doch auch diese Zahlen, eigentlich ein Indiz für einen Sieg, vermochten es nicht, den Falken drei Punkte zu bescheren. 

Die ersten Chancen des Spiels hatten die Falken. Die erste Chance der Gäste aus Westsachsen nutzen sie zum 0:1 durch Bernhard Keil (3.). Eispiraten-Kapitän André Schietzold: „Unser erstes Tor war sicherlich nicht förderlich für Heilbronn.“ Es folgten Chancen quasi im Minutentakt für die Falken, das nächste Tor jedoch schossen wieder die Gäste. Matt Foy (16.) traf zum 0:2. Bei diesem Treffer waren drei Gästestürmer alleine gegen Thomas Gödtel und Peter Holmgren unterwegs. Bereits nach 36 Sekunden im Mittelabschnitt stellten die Gäste auf 0:3. Nach zwei Vorlagen traf Crimmitschaus Topscorer Eric Lampe nun selber. Auch nun wiederholte sich das Bild, die Falken bekamen die Scheibe nicht an Ryan Nie vorbei: „Ryan Nie halt richtig gut. Er ist einer der besten Goalies der Liga und das zeigt er jedes Spiel.“ so nochmals Crimmitschaus Kapitän, der „Sven Felski aus Crimmitschau“ wie ihn Trainer Chris Lee nennt, nach dem Spiel. Auch Chris Lee selber ist voll des Lobes über seinen Schlussmann, vergisst aber die Abwehr nicht: „Ryan nimmt den ersten Schuss weg und unsere Abwehr verhindert den zweiten.“ Den Falken gelang es nicht, hier ein geeignetes Gegenmittel zu finden. Das 0:4 durch Dominic Walsh (36.) zeigte ein anderes Problem der Falken. Gegen vier Feldspieler und Goalie Peter Holmgren konnte Walsh sich durchsetzen und die Vorentscheidung erzielen. „Niemals darf der schießen, der hätte schon lange auf dem Eis liegen müssen!“ so ein Fan nach dem Spiel. Die Treffer des genesen Marvin Krüger (37.) und Brad Schell (48.) waren nur noch Ergebniskosmetik. Beide Tore zeigten allerdings deutlich, dass Ryan Nie nicht unüberwindbar war. Sie fielen noch schnellen Spielzügen und eben solche Spielzüge waren einfach zu selten. „Unser Team ist eine Einheit und unser defensives Zusammenspiel macht den Erfolg aus.“ so wiederum Andre Schietzold.

„Wir haben Crimmitschau in der Anfangsphase defensiv unterschätzt. Durch die beiden Gegentore läuft uns das Spiel weg.“ so Mannix Wolf nach dem Spiel. Stimmt, aber warum war sein Team, gespickt mit namhaften Spielern, nicht in der Lage eine passende Antwort zu geben? Fehlt es an Qualität oder an Glück? Ist es Pech oder Unvermögen? Eine Mischung aus beidem. Dass die Mannschaft das Spiel gestalten und den Gegner unter Druck setzen kann, zeigte sie annähernd das gesamte Spiel. Dass sie in der Lage ist, Tore zu erzielen, hingegen nicht. Erneut Mannix Wolf: „Wir haben im psychologischem Bereich einiges bewegt in den letzten Wochen. Das Selbstvertrauen kippt jedoch schnell weg. Wir dürfen einfach nicht mehr so leicht Tore bekommen.“  Der Trainer versucht Zeichen zu setzen und ließ im letzten Drittel Fabian Krull auf der Bank und gab den beiden jungen Verteidigern Steven Bär und Daniel Haase vermehrt Eiszeit: „Die jungen Verteidiger Steven Bär und Daniel Haase haben sich die Eiszeit, die sie bekommen haben, verdient. Damit wollte ich auch ein Zeichen für den Rest des Teams setzen. Dass Fabian Krull nicht mehr gespielt hat, war eine Bauchentscheidung. Auch das sollte ein Zeichen an das Team sein.“ Die nächsten Spiele werden zeigen, ob die derzeitige Situation mit „Unvermögen aufgrund einer Pechsträhne“ oder „Pech durch Unvermögen“ umschrieben werden kann.

Die kritischen Töne rund um die Kolbenschmidt Arena werden lauter, sind jedoch sehr unterschiedlich. Die einen fordern einen neuen Trainer, die anderen neue Spieler und wiederum andere ein Zeichen von Geschäftsführer Atilla Eren. Zum Thema neue Spieler wurde Mannix Wolf im Rahmen der Pressekonferenz gezielt angesprochen: „Wir scannen den Markt. Ich kenne viele Agenten in Deutschland und auch in Übersee. Wir schauen was möglich wäre, wir haben Listen und theoretisch können wir verpflichten. Aktuell ist das aber nicht geplant.“

Würde ein Trainerwechsel den erhofften Erfolg bringen? Im Sport gibt es genügend Beispiele für ein „Ja“ als Antwort. Genauso viele Beispiele gibt es hingegen auch für die Antwort „Nein“. Bedenken sollte man auch, dass Mannix Wolf nicht derjenige ist, der von 35 Schüssen gerade einmal zwei an Ryan Nie vorbei brachte.

Tore:

0:1 / 3. / Keil (Lampe, Foy)

0:2 / 16. / Foy (Keil, Lampe)

0:3 / 21. / Lampe (Foy, Lejdborg)

0:4 / 36. / Walsh (Wishart, Keil)

1:4 / 37. / Krüger (Haase, Gosdeck)

2:4 / 48. / Schell (Schmidt, Brace)

Strafen: Heilbronn: 0 – Crimmitschau: 6

Zuschauer: 1.652

Schiedsrichter: Maximilian Plitz


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