Falken trotzen Jokern in der Nacht des SchreckensKaufbeuren – Heilbronn 1:2

Falken trotzen Jokern in der Nacht des SchreckensFalken trotzen Jokern in der Nacht des Schreckens
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Kaum ein Spielort hätte für die Gäste zu Halloween passender sein können, versetzen doch sonst lustige Joker die Falken stets in Angst und Schrecken: Nur eines der letzten fünf Spiele vermochten die Unterländer gegen die bayerischen Schwaben für sich zu entscheiden. Auch ihr erster Sieg dieser Saison gelang den Jokern am fünften Spieltag in der Käthchenstadt und leitete zugleich einen Umschwung ein. Seither wurden sechs Spiele gewonnen, nur noch vier verloren und der Anschluss an die Play-off-Plätze geschafft. Lediglich der leichte Aufwärtstrend seit dem Trainerwechsel der Falken, mit sieben von fünfzehn möglichen Punkten, vermochte ihnen einen Hoffnungsschimmer in der dunklen Nacht des Schreckens zu geben. Zudem meldeten sich Mike Card und David Danner aus dem Krankenstand zurück, in dem nur noch Brady Leisenring weilt. Auf der Gegenseite musste Matti Näätänen mit einer Kopfverletzung passen und wurde durch den 19-jährigen Kapitän der DNL-Mannschaft (Deutsche Nachwuchs-Liga) Martin Wenter ausgezeichnet ersetzt.

Das Spiel begannen die Gäste jedoch alles andere als angstvoll. Von Anfang an rangen zwei technisch gute Mannschaften in hohem Tempo mit offenem Visier um den Sieg. Die erste hochkarätige Chance gehörte Heilbronn, als Mitch Versteeg mit einem Steilpass in die Mitte der Angriffslinie Frantisek Mrazek allein auf den glänzend reagierenden Stefan Vajs im Tor schickte. Zwei Minuten später lief die Kaufbeurer Nummer 89, Hans Detsch, allein auf Gäste-Keeper Sinisa Martinovic zu, umspielte ihn und lupfte die Scheibe mit Rückhand am Gehäuse vorbei. Im direkten Gegenzug nahm er zum Überfluss auch noch die erste Strafe des Spiels und wurde prompt bestraft: Versteeg zog von der blauen Linie ab und fand Robert Hock vor dem Tor, der dankbar zum Führungstreffer abfälschte. Kurz vor Drittelende enthauptete Stephen Schultz, nachdem er sich über rechts durchspielte, Martinovic mit einem Schlagschusshammer. Tatsächlich lag aber nur der inhaltslose Helm auf dem Eis, und der Goalie konnte sich weiterhin als Meister über die Kaufbeurer Scharfschüsse verdingen.

Auch zu Beginn des Mittelabschnitts war für Mrazek mit einer Großchance aus Halbdistanz bei Vajs Endstation, doch der direkte Gegenzug führte diesmal zum Ausgleich: Zwar wurde Maury Edwards Distanzschuss von der rechten Bande durch einen Verteidiger geblockt, doch senkte er sich als Bogenlampe über die rechte Schulter des Schlussmanns in dessen Gehäuse - glücklich, aber nicht unverdient zu diesem Zeitpunkt. Zur Halbzeit eröffnete sich Max Schmidle bei einem 1:0-Unterzahl-Break die Gelegenheit zur Führung, hätte ihm Martinovic nicht im Wege gestanden. Allerdings war mit zunehmender Spielzeit selbst das Unentschieden für die Hausherren schmeichelhaft. So kritisierte Gästecoach Gerd Wittmann anschließend einzig die Chancenverwertung seines Teams, während sich sein Gegenüber Dieter Hegen bei Vajs bedankte, in dieser Phase im Spiel geblieben zu sein. Handgreiflich stritten sich zum Drittelende schließlich noch Falke Fabio Carciola und Joker Markku Tähtinen um Süßes oder Saures – ohne erkennbaren Sieger.

Als Adriano Carciola seinem Bruder im Schlussabschnitt zeitweise Gesellschaft auf dem Sünderbänkchen leistete, erarbeiteten sich die Allgäuer im Powerplay einige Großchancen, ohne Martinovic überwinden zu können. In der 54. Minute fand Schultz in einer Dublette der Enthauptungsszene wiederum seinen Meister im Gästekeeper. Im Gegenzug machte es Mrazek in seiner Wiederholungssequenz nach Steilpass von P.J. Fenton diesmal allerdings besser: abgezockt lockte er in vollem Lauf Vajs in die rechte und legte den Puck sodann in die verwaiste linke Ecke des Tores. Kurz darauf scheiterte Adriano Carciola in einer ähnlichen Situation ebenso an Vajs wie zwei Minuten später, völlig frei stehend nach Querpass seines Bruders Fabio, aus kurtzer Distanz. Kurz vor Spielende setzten die Joker alles auf eine Karte, nahmen Vajs zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis und sorgten nochmal für einige Turbulenzen vor dem Falken-Gehäuse – letztlich erfolglos.

Hegen gratulierte anschließend „zu einem verdienten Sieg der Gäste“ und sah die Ursache vor allem in der Müdigkeit seines Teams, das während der Woche mit Grippe und Erkältungen zu kämpfgen hatte. Wittmann nahm „einen wichtigen Sieg“ mit nach Hause. „Wir arbeiten am Konzept unseres Spiels und haben uns, insbesondere im Defensivverhalten, wieder Stabilität erarbeitet“, beschrieb er den Therapieansatz seiner zuvor gebeutelten Mannschaft. Ausgerechnet zu Halloween verlieren die Joker also an Schrecken für die wiedererstarkenden Falken.

Tore: 0:1 (10.) Hock (Fenton, Versteeg) 5-4, 1:1 (25.) Edwards (Schultz), 1:2 (54.) Mrazek (Hock, Fenton)

Strafen: Kaufbeuren 12, Heilbronn 12 + 10 F. Carciola (übertriebene Härte)
HSR: Müns, LSR: Sauer, Tschirner
Zuschauer: 1.528

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