Falken: Letzte Tests gegen Kassel

Zwei Siege am Wochenende - Entwarnung bei Jason DunhamZwei Siege am Wochenende - Entwarnung bei Jason Dunham
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Nächstes Wochenende wird es ernst. Dann beginnen die Punktspiele in der 2. Eishockey- Bundesliga. Mit dabei sind die Heilbronner Falken. Doch bevor es soweit ist, steht noch ein Testwochenende für die Käthchenstädter auf dem Programm.

Am Freitag empfangen sie die Huskies aus Kassel, bevor es am Sonntag zum Rückspiel nach Nordhessen geht.

Die letzten Testspiele der Falken haben es in sich. Die Kassel Huskies sind Aufstiegsfavorit Nummer 1 und, zumindest auf dem Papier, am besten aufgestellt. Letzte Saison traf es die Nordhessen hart. Man rechnete sicher mit dem Aufstieg, nachdem die gesamte Hauptrunde unter der Dominanz aus Hessen stand. Viertelfinale und Halbfinale meisterten die Schlittenhunde mit einem Sweep (4:0 gegen Regensburg, 3:0 gegen München). Im Finale trafen sie auf den EHC Wolfsburg, dem ebenfalls im Viertel- und Halbfinale ein glatter Durchmarsch gelungen war. Die Grizzly Adams setzten gar noch einen drauf und beendeten die Aufstiegsträume der Huskies mit einem weiteren Serien-Sweep (3:0).

Diese Saison soll das nicht noch einmal passieren, vor allem, weil es wohl erst mal die letzte Chance ist aus der 2. Bundesliga in die DEL sportlich aufzusteigen. Die Chance wollen die Huskies wahrnehmen und haben das Team aus der letzten Saison punktuell verstärkt, sodass es kaum zu toppen sein dürfte:

Im Tor der Schlittenhunde steht der erste von vielen prominenten Neuzugängen. Boris Rousson kann auf neun Jahre DEL-Erfahrung zurückblicken und stand zuletzt bei den Hamburg Freezers unter Vertrag. Vor kurzem bekam er seinen deutschen Pass und belegt daher keine Kontingentstelle. Auch für die Falken ist er kein Unbekannter, sorgte er doch in der letzen Saison im DEB-Pokal dafür, dass sich die Falkenstürmer reihenweise die Zähne an ihm ausbissen. Jetzt soll er für die Huskies seinen Kasten sauber halten. Sebastian Elwing heißt der Mann, der ebenfalls auf Einsätze zwischen den Pfosten des Huskie-Tores hofft. Er spielte schon in der vergangenen Saison für die Nordhessen und zeigte in den Play-offs, wie stark er ist. Der dritte Mann, Adam Ondraschek, kommt aus dem eigenen Nachwuchs der Huskies.

Die Abwehr der Schlittenhunde hat sich kaum verändert. Einzig Justin Harney und Jan-Philipp Priebsch mussten den Verein verlassen. Ersetzt werden diese durch Markus Busch (Essen) und Semen Glusanok (Bremerhaven). Mit Guy Lehoux, Drew Bannister, Mike Pellegrims und Brad Burym konnten die Leistungsträger der Kasseler Defensivverteidigung gehalten werden. Vor allem Pellegrims und Bannister zeichneten sich in der letzten Saison durch Offensivcharakter aus, was sich in ihrer Punkteausbeute niederschlägt. Ebenfalls seinen Vertrag verlängert hat Daniel Rau.

Den Sturm der Nordhessen verließen nach Saisonende gleich fünf Akteure: Sven Valenti, der seit 2001 für die Huskies aktiv war, wechselte nach Essen. Weitere Abgänge waren Wayne Hynes (Karriereende, jetzt Trainer in Regensburg), Danny Beauregard (SC Riessersee), Adriano Carciola (Dresden) und Andreas Attenberger (unbekannt). Neu hinzugekommen sind dafür Dylan Gyori (München), Thorben Saggau (Eisbären Berlin jun.), Jacek Plachta (Hamburg) und Michael Christ (Mannheimer Jungadler). Letzterer stand letzte Saison in drei Spielen für die Falken auf dem Eis und erhält nun wie Saggau, Walsh und Glusanok eine Förderlizenz um gegebenenfalls beim Kooperationspartner Hannover Indians Spielpraxis zu sammeln.

Aus der letzten Saison erhalten bleiben den Huskies die Ausländer Hugo Boisvert (KAN), Ryan Kraft (USA) und Shawn McNeill (KAN). Sie stürmen gemeinsam mit altbewährten Akteuren wie Daniel Del Monte, Steve Palmer, Sven Gerbig, Tobias Schwab und Christian Kohmann. Besonderes Augenmerk gilt dem Eigengewächs Manuel Klinge. Dieser war immerhin der interne Topscorer der letzten Saison und durfte sich kürzlich über eine Berufung zur Nationalmannschaft freuen.

Die Vorbereitung des EC Kassel ließ bisher noch keine Dominanz erkennen. Fünf Spiele, davon zwei Siege (5:2 gegen die Hannover Indians (OL), 5:3 gegen die Moskitos Essen (BL)), ein Unentschieden (2:2 gegen die Moskitos Essen) und zwei Niederlagen (2:5 gegen die Düsseldorfer EG (DEL), 1:5 gegen die Iserlohn Roosters (DEL)). Vor allem die Spiele gegen Ligakonkurrent Essen können als Gradmesser bezeichnet werden, traf man doch auf diesen Gegner auch in der ersten Runde des DEB-Pokals. Ein Hockey-Krimi, der seinesgleichen sucht, denn erst vier Minuten vor Spielende gelang den Huskies der 1:0-Siegtreffer.

Trotz der durchwachsenen Vorbereitung bleibt der Aufstieg in die DEL klares Saisonziel der Kassel Huskies. Das Ziel der Falken ist weitaus bescheidener: Klassenerhalt, vielleicht der Bonus Play-offs. Ein erster Schritt zur Einschätzung, wie realistisch das Ziel der Falken ist, dürften die beiden Testspiele gegen den Aufstiegsfavoriten darstellen. (FG82)