Falken in der Favoritenrolle

Zwei Siege am Wochenende - Entwarnung bei Jason DunhamZwei Siege am Wochenende - Entwarnung bei Jason Dunham
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Ein Aufsteiger in der Favoritenrolle? Das kommt in der 2. Eishockey-Bundesliga selten vor und doch scheinen die Falken für das nächste Wochenende in diese Rolle weniger zu schlüpfen, als gedrängt zu werden. Bei drei Siegen aus vier Spielen gegen als sichere Playoff-Anwärter geltende Teams kommt man einfach nicht umhin zu sagen, dass die Falken einen echten Traumstart in die Saison hingelegt haben. Und eben dies unterscheidet das Team von Rico Rossi von den Gegnern am Wochenende.

Am heutigen Freitag gastiert Mitaufsteiger SC Riessersee in der Heilbronner Lavatec Arena. Die Truppe von Neu-Trainer Marcus Bleicher, der letzte Saison in der Oberliga selbst noch für den SCR aktiv auf dem Eis stand, steht am Ende der Tabelle und kann nach vier Tagen nur einen Punkt aufweisen. Dabei war vor allem im ersten Ligaspiel gegen den EHC München der Aufsteiger die bessere Mannschaft, doch München verwertete die Chancen weitaus effektiver. Das scheint zu Saisonstart eine Schwäche des SCR zu sein. Sieben Treffer stehen 14 Gegentreffern gegenüber. Bester Scorer im Team ist Verteidiger Rob Brown, gefolgt von Stürmer Ken Magowan und Ulrich Maurer, alle drei konnten ihrem Team bisher zwei Tore beisteuern.

Im Tor stand in den bisherigen Partien Mark McArthur, der in der Oberliga die Stürmer noch reihenweise zur Verzweiflung brachte. Sein Backup Florian Hechenrieder spielte letzte Saison noch für Ligakonkurrent EHC München.

In der Verteidigung der Werdenfelser findet man einige bekannte Gesichter: Die Verträge von Andreas Paderhuber, Michael Höck, Josef Frank (Förderlizenz der Sinupret Ice Tigers) und Mats Lindmark wurden verlängert, mit Rob Brown stieß der einzige Ausländer in der Abwehr zum Team. Den Heilbronner Fans dürfte Defender Christian Völk noch aus seiner Zeit für die Falken bekannt sein.

Der Sturm der Bayern bekam mit Joe Cullen und Ken Magowan zwei neue Kontingentspieler. Ersterer hatte keinen guten Einstand in Deutschland. Schon im ersten Vorbereitungsspiel zog er sich einen Kieferbruch zu. Inzwischen steht er wieder für den SCR auf dem Eis, scheint aber noch unter der Verletzung zu leiden. Auch Magowan konnte an die Leistung in den Vorbereitungsspielen bisher nicht anknüpfen. Dritter Ausländer im Sturm der Blau-Weißen ist Brad Self, der schon letzte Saison für einige Tore sorgte. Ebenfalls geblieben sind Martin Pfohmann, Martin Buchwieser, Michael Rimbeck und Christian Mayr. Vom Vizemeister Kassel Huskies stieß Danny Beauregard zum Team, Simon Maier kam aus Peiting. Thomas Oppenheimer (Förderlizenz der Frankfurt Lions) und Ulrich Maurer (Förderlizenz Sinupret Ice Tigers) werden voraussichtlich nicht immer zur Verfügung stehen.

Am Sonntag haben die Falken die lange Reise nach Weißwasser vor sich um sich mit den Lausitzer Füchsen zu messen. Diese stehen einen Tabellenplatz vor dem Freitagsgegner SCR und zwar wegen eines Sieges gegen eben diesen am letzten Wochenende. Das Team von Trainer Thomas Popiesch zeigt aber einen deutlichen Aufwärtstrend. Verlor man die ersten Partien noch mit 3:5 (gegen Essen) und 3:6 (gegen Kassel), ging in den vergangenen Partien weitaus knapper zu (3:1 gegen Riessersee, 1:2 gegen Landshut). Bester Scorer im Team ist Ex-Falke Robert Brezina mit drei Toren, gefolgt von Ex-Tölzer Alan Reader mit zwei Treffern in vier Spielen.

Im Tor des ESW konnte Nolan McDonald gehalten werden. Er kriegt Verstärkung von den Goalies Boris Ackers und Christian Wendler, die beide eine Förderlizenz von den Frankfurt Lions besitzen.

Die Verteidigung hat sich im Vergleich zur letzten Saison kaum verändert. Nur zwei Neuzugänge müssen integriert werden. Hierbei handelt es sich um den Ex-Freiburger Robert Hoffmann, der in den Playoffs gegen die Falken ausschied, und um Thomas Vogl, der schon für Heilbronn auf dem Eis stand.

Im Gegensatz zur Verteidigung wurde der Sturm der Füchse fast komplett ausgetauscht. Einzig André Mücke, Christian Rösler, Jörg Pohling, Marco Noack, Thomas Götz und Chris Straube blieben erhalten. Wobei eben dies bei Letzterem lange nicht fest stand. Straube hofft auf einen Platz in einem AHL- oder ECHL-Team, da er darauf wohl noch eine Weile warten muss, stellt sich der Ex-Nationalspieler bis zum 21. Oktober den Füchsen zur Verfügung. Alle Kontingentstellen im Sturm wurden neu besetzt, so kam aus South Carolina (ECHL) Peter Szabo, aus Bridgeport (AHL) stieß Steve Crampton zum Team. Ersatz für den frühen Abgang Chris Chaput ist der Finne Tuukka Pulliainen. Ebenfalls Neuzugänge sind Carsten Gosdeck (Landsberg), Stefan Ortolf (Weiden), Alan Reader (Bad Tölz) und Robert Brezina (Bremerhaven).

Der Stempel „Favorit“ wird den Falken in diesen beiden Partien förmlich aufgedrückt, ob sie diesem auch gerecht werden steht auf einem anderen Blatt. Verzichten muss Coach Rico Rossi weiterhin auf Philipp Schlager und Christopher Fischer, die noch in Mannheim gebraucht werden. Dafür steht der Verteidiger Torsten Ankert von den Kölner Haien erstmals zur Verfügung. Er soll zusammen mit Nicolas Ackermann das vierte Abwehrduo bilden. Der noch 17-jährige Ackermann darf übrigens erstmals ohne Gitterhelm auflaufen! Ansonsten dürften alle Mann an Bord sein.

Bereits am Dienstag steht das nächste Heimspiel der Falken an. Zu Gast sind die Moskitos aus Essen. Auch die hinken ihrem Anspruch noch etwas hinterher. Vier Spiele, zwei Siege (5:3 gegen Weißwasser, 4:3n.P. gegen Bietigheim) und zwei Niederlagen (3:5 gegen Schwenningen, 2:3 gegen Regensburg) – noch nicht ganz die Leistung, die Trainer Jari Pasanen von seinem Team erwartet.

Im Tor der Westfalen stehen gleich drei zweitligaerfahrene Torhüter: Markus Hätinen (Kassel) und Daniel Wrobel (Bietigheim) bilden das deutsche Goalieduo, das von Jochen Reimer Unterstützung erhält. Wrobel und Reimer sind beide auch für die DEG Metro Stars spielberechtigt.

Die größte Veränderung des Kaders vollzog sich bei Essen in der Defensivabteilung. Mit Robin Sochan (Dresden), Carl-Johan Johansson (Bietigheim) und Elvis Beslagic (Wolfsburg) stehen drei offensivstarke Neuzugänge im Kader. Dazu kommen mit Sven Valenti (Kassel) und Benedikt Kastner zwei weitere starke Neuzugänge. Aus der letzten Saison geblieben sind Thomas Richter, Christopher Schadewaldt und Anton Raubal.

Im Sturm der Stechmücken befinden sich auch zwei Cracks, die mit den Falken den Sprung in die 2. Liga schafften. Fabio Carciola und André Schietzold wurden, ebenso wie Stürmer Peter Boon, von den DEG Metro Stars mit einer Förderlizenz für Essen ausgestattet und kamen bisher noch nicht in Essen zum Einsatz.

Im Sturm musste der Abgang von Tyson Mulock (Eisbären Berlin) verkraftet werden. Dies scheint mit dem Slowaken Martin Bartek geglückt zu sein. Er führt die Topscorerliste der Liga mit sechs Toren, zwei Assist und somit 8 Punkten einsam an der Spitze an. Ebenfalls neu im Kader stehen Herbert Geisberger (Wolfsburg), Martin Sekera (Dresden), Patrick Saggau (München) und Lars Müller (Weißwasser). Gehalten werden konnten Dean Beuker, Arturs Kruminsch, Mika Puhakka, Matt Hubbauer, Danny Albrecht, Boris Lingemann und Maris Kruminsch.

Bevor die Moskitos aber in Heilbronn zu Gast sind, versuchen sie zunächst ihre Gegner am Wochenende (Landsberg und Ravensburg) auszustechen.

Die Falken konzentrieren sich ebenfalls zunächst auf die beiden Wochenendpartien. Die Erwartungen an das junge Team von Rico Rossi sind hoch gegen diese vermeintlich leichten Gegner, doch beide Teams, sowohl Garmisch als auch die Lausitzer Füchse, stehen unter enormem Leistungsdruck – gegen solche Mannschaften zu spielen, könnte schwerer nicht sein. (FG82)