Faire Partie litt unter schwachem Schiedsrichter – Tölz vs Essen 5:6 n.P.

Heimpleite gegen BietigheimHeimpleite gegen Bietigheim
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Der Eishockeysport hierzulande scheint fürwahr bedroht. 66

Strafminuten in einer absolut fair geführten Begegnung zwischen den Tölzer Löwen

und den Moskitos Essen sorgten für kollektives Kopfschütteln bei den 1400

Besuchern. Es wurden Entscheidungen getroffen, die selbst unter Zuhilfenahme

ausgeprägter Phantasie nur schwer zu verinnerlichen waren. Das Spiel war eine

Aneinanderreihung von Über- und Unterzahlspielen. Dass es letztendlich 5:5

(1:2, 3:0, 1:3) unentschieden endete, war nichtsdestotrotz leistungsgerecht.

Beim abschließenden Shout-Out hatte der Tabellenletzte das glücklichere Ende.

Das Überzahlspiel gehört wahrlich nicht zu den Stärken der Tölzer Löwen. So

brachte es auch keinen merklichen Vorteil, als Referee Huber die ersten beiden

Strafen an den Gast verteilte. Die Essener wiederum bekleckerte sich auch nicht

mit Offensivruhm bei drei aufeinander  folgenden

Powerplaysituationen. Die Minuten, in dem das erste Spieldrittel von beiden

Teams vollzählig bestritten wurde, waren an einer Hand abzuzählen. Und gerade

in dieser Phase fielen die ersten Treffer. Nach einem Anspiel fanden sich zwei

Moskitos-Angreifer plötzlich in einer 2-1 Situation vor dem Tölzer Gehäuse

wieder, wobei Torschütze Houde erst im Nachsetzen erfolgreich war. Die Antwort

der Löwen beinhaltete brachiale Gewalt. Michael Rohner drosch die auf ihn

zukullernde Scheibe von der blauen Linie an Essens neuem Schlussmann Dshunussow

vorbei in die Maschen. Wenig später klappte es sogar einmal in Überzahl,

allerdings für das Tabellenschlusslicht. Ausgerechnet der frühere Tölzer

Publikumsliebling Yannick Dube bestrafte den ungenügenden Klärungsversuch der

Tölzer Hintermannschaft.

Nach der Pause standen dann aber auch auf Seiten der Hausherren die ersten Überzahltore

zu Buche. Rod Stevens egalisierte den Spielstand nach 24 Minuten und sorgte auch

für die erstmalige Führung. Hierbei war er und seine Nebenleute gar mit zwei

Spielern mehr auf dem Eis als der Gegner. Zweifelsohne von Glück sprechen

konnten die Moskitos, dass der Unparteiische eine regelwidrige Stockattacke in

das Gesicht von Sepp Kottmair nicht gesehen hat, welche durchaus mit einem frühzeitigen

Ausscheiden des Übeltäters geahndet hätte werden können. Die Strafe folgte

auf andere Weise. Der „Hecker aus Berlin“ schlug zu, zum wiederholten Male

war der junge Förderlizenztorhüter der Berliner Eisbären nicht im Bilde.

Zu Beginn des Schlussabschnitts rückte der Memminger Unparteiische immer mehr

in den Mittelpunkt. War der Anschlusstreffer durch Dube 13 Sekunden nach

Wiederbeginn noch auf die Schlafmützigkeit der Tölzer zurückzuführen, begünstigte

Herr Huber durch eine merkwürdige Strafenverteilung die Gäste in einem Maße,

das wesentlich zur zwischenzeitliche Wende in diesem Spiel beitrug. Was und

warum bisweilen gepfiffen wurde, war  auch

seitens der Akteure auf dem Eis selten nachzuvollziehen. Fortan war es eine

einseitige Begegnung, in der die Tölzer Löwen auf den Ausgleich hinarbeiteten.

Den schaffte gut zwei Minuten vor dem Ende John Kachur nach toller Vorarbeit von

Benjamin Hecker. Jason Deleurme beendete letztendlich mit dem sechsten Penalty

die Findung des Siegers. Unentschieden endeten dagegen die Spitzfindigkeiten das

Regelwerk betreffend. Essens Trainer Pasanen wechselte nach 43 Sekunden den Torhüter,

um auch Ken Passmann einen Einsatz im Sinne der Förderlizenzregelung zu

sichern. Und wer bei Adam Borzeckis dritter zehnminütiger Disziplinarstrafe Böses

denkt, der ist freilich ein Schelm. Der Pole wird am morgigen Donnerstag am Knie

arthroskopiert.

Oliver Rabuser

Tore:

0:1 (13:33) Houde (Deleurme, Sheptak), 1:1 (14:30) Rohner (Kachur, Bigam), 1:2

(15:51) Dube(Puhakka, David, 5-4), 2:2 (24:22) Stevens (Hoad, Borzecki, 5-4),

3:2 (34:40) Stevens (Borzecki, Harmer 5-3), 4:2 (38:23) Hecker (Stevens, Hoad,

6-4), 4:3 (40:13) Dube (Puhakka, Kruminsch), 4:4 (45:55) David (Busch, Sheptak,

4-3), 4:5 (46:21) Puhakka (Dube, 5-3), 5:5 (57:10) Kachur (Hecker, Kottmair),

5:6 (65:00) Deleurme (GWS)

Strafminuten: Bad Tölz

26 plus 10 (Borzecki) -  Essen 

30


Schiedsrichter: M.Huber (EC/DC Memmingen) -  Barth,

Gasda


Zuschauer: 1374


Spieler des Spiels: Rod Stevens