EVL ringt undisziplinierte Pinguins niederLandshut - Bremerhaven 3:2

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Unter den Augen der Bundestrainer Pat Cortina und Ernst Höfner, der Trainer Toni Krinner (SC Riessersee), Axel Kammerer (Broncos Sterzing) und Niklas Sundblad (Ingolstadt Panther), der zusammen mit seinem Sportchef Jiri Ehrenberger an dessen alter Wirkungsstätte dem Geschehen beiwohnte, entwickelte sich von Anfang an eine temporeiche, umkämpfte Partie. Diese war von zahlreichen Nickeligkeiten geprägt, die von den beiden souverän leitenden Hauptschiedsrichtern konsequent unterbunden wurden. Spielerisch klar tonangebend waren zunächst die Gastgeber, so dass die Führung durch Billy Trew nur folgerichtig war: Bei angezeigter Strafe wurde er von Peter Abstreiter kurz vor dem Tor angespielt und setzte sich gegen zwei Pinguins-Verteidiger nebst Torwart Jonas Langmann durch, um die Scheibe dann flach einzuschieben. Dass dies der einzige Treffer im ersten Spielabschnitt blieb, lag vor allem an den glänzend aufgelegten Torhütern. So konnte weder Martin Davidek, im Slot von Riley Armstrong freigespielt, noch Stephan Kronthaler bei einem 2:1-Konter aus gleicher Position Langmann ein zweites Mal überwinden. Auf gegenüber liegender Seite vereitelte Brian Stewart unter anderem gegen Brendan Cook den Ausgleichstreffer, als dieser in Unterzahl allein auf den EVL-Schlussmann zufuhr.

Kurz nach Wiederbeginn war er bei einem 3:1-Konter gegen Ralf Rinke erneut auf dem Posten. Dann sammelten die Mannen von der Wesermündung binnen fünf  Spiel- ganze 43 Strafminuten. Und die Niederbayern zogen derweil konsequent davon: Nach einem Pfostenschuss legte Abstreiter die Hartgummischeibe um das Gestänge herum in die Maschen. Dann verwertete Cody Thornton einen Diagonalpass von Kronthaler per Direktabnahme aus halblinker Position zum 3:0-Zwischenstand. Doch als Jan Kopecky eine Zeigerumdrehung später Lukas Vantuch im Mitteldrittel per Crosscheck auf offenem Eis niederstreckte - "unsere einzige Undiszipliniertheit, die aber viel zu hart bestraft wurde", sagte Bremerhavens Coach Mike Stewart anschließend -, kippte das Spiel: Die Norddeutschen blieben danach gänzlich der Strafbank fern und besannen sich ihrer spielerischen Möglichkeiten. "Im Gefühl des sicheren Vorsprungs haben meine Jungs danach vielleicht versucht, den einen oder anderen Schritt zu sparen", versuchte Landshuts Trainer Andi Brockmann zu erklären, warum sein Team danach das Heft des Geschehens aus der Hand gab.

Die große Strafe verrann ungenutzt. Und binnen zwei Minuten verkürzte der Punktrunden-Primus zunächst durch Sam Verelst, der einen Pass von rechts im Slot direkt ins leere EVL-Tor verwandelte. Dann zog Andrew McPherson selbst vor das Tor und versenkte die Scheibe aus gleicher Position durch das Getümmel hindurch zum Pausenstand. Zwischen beiden Treffern verletzte sich Marian Dejdar an der Mittellinie, konnte im Schlussabschnitt aber wieder mitwirken: "Ein klarer Check gegen den Kopf" ereiferte sich Mike Stewart später. Die Szene blieb jedoch von den Referees ungeahndet, die eine andere Bewertung vornahmen.

Im Schlussdrittel verlegten sich die Hausherren darauf, den knappen Vorsprung über die Zeit zu bringen. Bei einem Pfostenknaller durch Dustin Friesen, der von der blauen Linie abzog, hatten sie Glück. Den Rest erledigte Brian Stewart. Als der Druck der Gäste drei Minuten vor dem Ende immer größer wurde, honorierte das begeisterte Publikum den Kampf ihres Teams mit durchgehend stehenden Ovationen. Und auch als Langmann das Eis 40 Sekunden vor Schluss zugunsten eines sechsten Feldspielers verließ, änderte sich am Spielstand nichts mehr.

Auch wenn ihr Trainer anschließend von einer "katastrophalen Schiedsrichterleistung" sprach, hatten sich die Fischtown Pinguins die Niederlage durch ihren undisziplinierten Auftritt in der ersten Spielhälfte selbst zuzuschreiben. So glichen sie ihren Vorteil, mit zwei Viertelfinalspielen weniger in den Beinen belastet zu sein, zunächst mit ihren Unterzahlspielen selbst aus und stärkten das unbändige Kämpferherz der Niederbayern. Am Mittwoch findet die Serie ihre Fortsetzung am Nordseestrand.

Tore: 1:0 (7.) Trew (Abstreiter, Smazal) 6-5, 2:0 (26.) Abstreiter (Geipel, Trew) 5-4, 3:0 (30.) Thornton (Godfrey, Kronthaler) 5-4, 3:1 (37.) Verelst (Hooton) 6-5, 3:2 (39.) McPherson (Walter) 5-4

Strafen: Landshut 16, Bremerhaven 23 + 10 Martinelli + Spieldauerdisziplinarstrafe Kopecky

HSR: Lenhart, Vogl; LSR: Bertele, Haas

Zuschauer: 3.052


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