ESVK bangt weiterhin um Eishockey-ZukunftDoch Bürgerentscheid in Kaufbeuren – Ein Kommentar

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Die Realität sieht derzeit anders aus. Eine Gruppe von Bürgern konnte sich mit dieser Entscheidung nicht abfinden und hat nun als Neues Kaufbeuren e.V., getrieben von wirtschaftlichen Bedenken, einen Bürgerentscheid initiiert. Demokratisch gesehen ist es ihr gutes Recht, allerdings werfen sie gerade den, auch demokratisch, gewählten Vertretern im Stadtrat Lagerbildung und mangelnde Konsensfähigkeit vor. Von welcher Seite man es auch betrachtet, ein Stadionneubau, wie es das Neue Kaufbeuren e.V. plant und durchsetzen will, ist das Ende des Profisports, das Ende eines Eishockey-Standortes mit Geschichte, die es in Deutschland nicht mehr oft gibt. Laut Neues Kaufbeuren e.V. kann es auch ohne DEL2-Mannschaft eine gute Nachwuchsarbeit geben. Aber, mit Verlaub, was nützt die beste Nachwuchsarbeit, wenn man dem Nachwuchs keine Zukunft geben kann? Denn diese Chance haben die Nachwuchsspieler des ESVK, auch in einer Profiliga, und das hat auch etwas mit Stolz und Tradition zu tun, für ihren Heimatverein spielen zu können. Damit sie diese Möglichkeit auch weiterhin haben, kämpfen die Anhänger des Eishockeys in Kaufbeuren mit allen verfügbaren Mitteln und erfahren hierbei Unterstützung aus alle Teilen Deutschlands. Ende des vergangenen Jahres trafen sich 17 Eishockeylegenden des ESVK, darunter die Bronzemedaillengewinner der Olympischen Spiele in Innsbruck Wolfgang Boos und Stefan Metz sowie der erste Nationalsturm mit eben genannten Wolfgang Boos, Manfred Hubner und Alfred Lutzenberger, den der ESVK hervor gebracht hatte. Ergebnis war eine Resolution, mit der sie an die Bürger der Stadt Kaufbeuren appellieren, das Eishockey in Kaufbeuren weiter zu erhalten. Auch am vergangenen Wochenende versammelten sich etwa 700 Anhänger des ESVK, um öffentlich auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. Hier nahmen neben Sponsoren, Nachwuchstalenten auch Spieler der ehemaligen und aktuellen Profi-Mannschaft teil, die zum Teil die gesamte Nachwuchsschule Kaufbeurens durchlaufen haben. Diesem Druck gab der Stadtrat nun nach und lud für den 12.Januar nochmals zu einer Bürgerveranstaltung zum Thema Eisstadion ein, um neben dem Stadtrat auch dem Neue Kaufbeuren e.V. die Chance zu geben, seinen Standpunkt darlegen zu können. Leider wird dieses Recht laut Tagesordnung der Faninitiative ProEisstadionKF, die sich maßgeblich für den Stadionneubau engagiert, nur in der anschließenden Diskussionsrunde zuteil werden, was sehr bedauerlich ist. Bereits am Montag machte jedoch die CSU als stärkste Fraktion im Stadtrat ihren Standpunkt unmissverständlich klar und bekräftigte damit nochmals die Gründe für die damalige Entscheidung gegen den Bürgerentscheid und für ein Eisstadion, was den DEL2-Normen entspricht. Auch sie lädt bereits am kommenden Freitag zu einer Informationsveranstaltung ein. Trotzdem wird nun der 18.Januar der Tag sein, an dem über den Fortbestand des Profieishockeys in Kaufbeuren entschieden wird.

Ein Problem, das das Kommunalrecht in diesem Fall mit sich bringt, ist der Umstand, dass nur Bürger Kaufbeurens teilnahme- und abstimmungsberechtigt sind. Allerdings ist auch das Umland betroffen, da das Einzugsgebiet des ESVK deutlich größer ist. So wären auch Kinder und Jugendliche, die im Nachwuchs des ESVK trainieren, aber in den Nachbarkommunen wohnen, betroffen - ihre Eltern dürfen aber nicht an der Abstimmung teilnehmen. Es ist zu hoffen, dass die Bürger Kaufbeurens auch in ihrem Sinn eine Entscheidung treffen werden.