Es ist ein Fehlstart!Heilbronner Falken

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Das gestrige Spiel kann man mit den Worten von Falken-Trainer Ken Latta zusammenfassen: „Die Mannschaft muss mehr und härter arbeiten!“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Das erste Drittel begann sehr zerfahren, beide Mannschaften spielten ihren Tabellenplätzen entsprechend. Bereits in der vierten Spielminute gerieten die Falken in Rückstand, nachdem Max Schmidle zur Führung für die Gäste aus Kaufbeuren getroffen hatte. Früh im zweiten Drittel schienen die Falken ihrer eigentlichen Favoritenrolle gerecht zu werden, drehten sie doch kurzfristig das Spiel und stellten den Spielstand auf 2:1. Die aufkommende Stimmung in der Kolbenschmidt-Arena fand aber ein abruptes Ende, als die Kaufbeurer zurückschlugen und ihrerseits den Ausgleich erzielten. Mit diesem Unentschieden ging es in die zweite Drittelpause. Unter den Zuschauern konnte man durchaus kritische und resignierte Stimmen hören. An einen Sieg der Falken wollten einige nicht wirklich glauben. Andere erwarteten einen erneuten Sturmlauf zu Beginn des letzten Drittels, der dann allerdings nicht mit einem neuerlichen Ausgleich beantwortet werden sollte. Die Skeptiker behielten jedoch Recht und die Falken gaben das Spiel binnen 83 Sekunden ab. Das 5:2 der Gäste durch Michael Kreitl fiel 14 Sekunden vor Spielende ohne große Gegenwehr der Hausherren.

Woran liegt es?

Diese Frage kann nicht abschließend beantwortet werden, wurde und wird aber sicherlich in Heilbronn hitzig diskutiert. Wir können hier nur das Sichtbare wiedergeben und da sind einige Baustellen zu finden. Eines vorweg genommen: Dass man auch mit weniger als zwölf Stürmern Spiele gewinnen kann, haben die Kaufbeurer gestern bewiesen. Allerdings konnte man durchaus Unterschiede bei den beiden Teams ausmachen. Zu oft gelangen die berühmten ersten und letzten Pässe der Heilbronner nicht. Viel zu oft wurde einem gut positionierten Falken-Stürmer der Puck unsauber auf die Rückhand gespielt, oder aber der Passempfänger musste sich aus seiner Position fortbewegen und die freie Schussbahn war nicht mehr gegeben. Ein geordnetes Zusammenspiel war nicht oft zu sehen, aber wenn es funktionierte, wurde es gefährlich. So fielen auch die beiden Tore der Heilbronner am gestrigen Abend. Allerdings reicht es nicht aus, dieses nur in zwei Minuten zu zeigen. Brady Leisenring sollte man hier allerdings ausklammern. Er wurde erst im Laufe der Woche verpflichtet und hat noch nicht genügend mit der Mannschaft trainiert, um seine Mitspieler und deren Laufwege zu kennen.

Ken Latta sagte, seine Spieler müssten das neue Spielsystem verstehen und umsetzen. Hier scheint genau der Knackpunkt zu liegen. In der Vorbereitung fehlten fast an jedem Tag Spieler, da diese krank waren. Über die Dauer der Vorbereitung wollen wir hier nicht philosophieren. Denis Shvidki hat die Vorbereitung größtenteils mit der Mannschaft absolviert, darf aber die Saison hier nicht spielen. Frantisek Mrasek wurde kurz vor dem ersten Saisonspiel mit einem Try-Out-Vertrag ausgestattet und nach vier Spielen durch Brady Leisenring ersetzt. Marco Habermann wurde ebenfalls erst eine Woche vor Saisonstart verpflichtet. Alexander Ackermann hat aufgrund der Förderlizenzregelung in Mannheim gespielt und gestern sein erstes Spiel für die Falken bestritten. Patrick Asselin hat auch einige Testspiele absolviert. Im Grunde hat die Falken-Mannschaft jedes Wochenende ein anderes Gesicht und so kann man (noch) nicht perfekt harmonieren.

Einbrüche zum Spielende

Auffällig sind die Einbrüche zum jeweiligen Spielende. In Rosenheim wurde aus einer 2:0-Führung eine 2:5-Niederlage. Im letzten Heimspiel ließ man die Eispiraten unnötigerweise wieder ins Spiel kommen und musste sich zum Sieg zittern. Gestern wurde das Spiel, wie bereits beschrieben, in 83 Sekunden verloren. Böse Zungen wollen hier eine gewisse Unzufriedenheit mit Coach Ken Latta erkennen. Richtig ist, dass die Spieler die Spiele entscheiden, im Positiven wie im Negativen. Aber Absicht zu unterstellen, um einen unbeliebten Trainer loszuwerden, ist gewagt und nach fünf Spielen verfrüht.

Dennoch muss Ken Latta seine Mannschaft und sein System in den Griff bekommen und das möglichst schnell. Am morgigen Sonntag reisen die Falken nach Bremerhaven, ehe am kommenden Freitag das erste Derby ansteht, wenn der Titelverteidiger aus Bietigheim nach Heilbronn kommen wird. Beide Teams sind stark besetzt und für die Falken in ihrer aktuellen Verfassung eine große Herausforderung.

Hoffen wir für die Falken, dass die Skeptiker des gestrigen Abends zumindest einmal Unrecht haben werden und Grün nicht die dominierenden Farbe am nächsten Freitag sein wird.

Tore:

0:1       Max Schmidle (Sami Ryhänen, Matti Näätänen) 3:14
1:1       Sachar Blank (Brady Leisenring, Michael Hackert) 24:16
2:1       Mike Card (Robert Hock, Alexander Ackermann) 25:35
2:2       Sami Ryhänen (Max Schmidle, Alexander Winkler) 27:24
2:3       Alexander Thiel (Max Schmidle, Christof Aßner) 54:19
2:4       Alexander Thiel (Matti Näätänen, Max Schmidle) 55:37
2:5       Michael Kreitl (Stephen Schultz, Maury Edwards) 59:46

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