Erfolg kann man nicht kaufen...Auf einen EIS-Tee mit: Ernst Rupp

Ernst Rupp - Foto: Heilbronner FalkenErnst Rupp - Foto: Heilbronner Falken
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Die Heilbronner Falken ohne Ernst Rupp – ein nur schwer vorstellbarer Gedanke. Der 70-Jährige lebt Eishockey und war im Sommer der notarielle Vater der DEL2. Im Interview sprach er über sportlichen Erfolg, seine Arbeit und seinen Erwartungen an die neue Saison.

Herr Rupp, Sie waren federführend bei Gründung und Realisierung der DEL2. Welche Punkte wurden bereits für die kommende Saison umgesetzt?

In allererster Linie profitieren wir natürlich von den Förderlizenzen. Wir konnten unsere Kooperation mit den Adler Mannheim wieder aufleben lassen. Jetzt können wir wieder Spieler ausbilden, die in der DEL noch nicht genügend Eiszeit bekommen. Und wir bekommen einen Spieler quasi kostenfrei. Wir müssen weder Gehalt bezahlen noch ein Auto oder eine Wohnung stellen. Vor einigen Jahren sind wir in die Oberliga abgestiegen und haben im Rahmen der Partnerschaft mit Mannheim viele junge Spieler hier gehabt, die heute Nationalspieler sind. Das sind z.B. Benedikt Kohl, Matthias Plachta und Ulrich Maurer. Dazu haben hier auch Lukas Lang, Felix Brückmann, Marc El-Sayed und Sachar Blank gespielt. Es ist ein beiderseitiges Geben und Nehmen. Außerdem akzeptiert uns die DEL als Partner. In Amerika wird das seit Jahren so gehandhabt und die großen Teams haben oft zwei Farmteams. Eins in der AHL und dazu ein weiteres in der ECHL.

Welche Veränderungen oder Zielsetzungen streben Sie in der Liga noch an? Die Fans schreien nach einem geregelten Auf- und Abstieg.

Wir werden von der DEL akzeptiert und sind quasi eine Ehe eingegangen. Wie in einer jeden Ehe müssen sich Dinge entwickeln und wir werden das Beste daraus machen. Ich sage immer: Alles kommt von alleine. Vielleicht wird ja diese Saison ein Team die DEL2 gewinnen, was über die benötigten Rahmenbedingungen verfügt, um in die DEL aufzusteigen. Sofern dort ein Team z.B. aus finanziellen Gründen sich ein oder zwei Jahre in der DEL2 erholen will, könnte es schon diese Saison einen Auf- und einen Absteiger gebeen.

Was erwarten Sie in der kommenden Saison von Ihren Falken?

Wir betreiben Sport und können Erfolg nicht kaufen. Man braucht einen Trainer, der die Mannschaft auf den richtigen Weg bringt. Man braucht Spieler, die diesen Weg gehen. Wenn jeder Spieler zu jedem Zeitpunkt auf dem Eis alles gibt, dann kann man große Ziele erreichen. Die bevorstehende Saison ist sehr lang und dann folgen die Play-Offs. Für mich ist es Ziel und Traum, den nächsten Schritt zu machen und mal weiterzuspielen, als nur bis zum Viertelfinale. Besonders wichtig ist mir das auch für unsere Fans.

Die Fans der Falken sehen die Ausgangsposition eher skeptisch, besonders da keine vier Sturmreihen vorhanden sind. Können Sie diese Ansicht nachvollziehen?

Die Fans würden sich sicherlich über einen vollen Kader freuen, aber wir warten erst mal ab und werden keinen Schnellschuss machen. Wenn die Adler Mannheim in die Saison starten und ihren Kader zusammen haben, werden wir sehen, was passiert. Vielleicht kommen noch Talente über die Förderlizenzregelung zu uns. Die könnten dann auch, im Rahmen der gesetzten Richtlinien, wieder für Mannheim auflaufen. Die Trainer können ja sehen, wie sich die Spieler im Spielbetrieb entwickeln. Mir ist dieser Weg lieber, als nachher einen Spieler auf die Tribüne zu setzen, der dann Gehalt, Auto und Wohnung von uns bekommt. Was nützt uns ein voller Kader, wenn danach Schluss ist mit Eishockey? Erfolg kann man, wie bereits gesagt, nicht kaufen. Letztes Jahr z.B. haben wir nur bis März gespielt, ich musste aber auch noch den April bezahlen. Wir müssen auch bedenken, dass wir Generalpächter der Eishalle sind und dafür zwischen 30.000 und 35.000 € Kosten pro Monat aufzubringen haben.

Sie haben namhafte Spieler wie Robert Hock, P.J. Fenton und Sachar Blank zurück nach Heilbronn geholt. Auf welchen getätigten Transfer sind Sie besonders stolz?

Besonders stolz bin ich auf einen einzelnen Transfer nicht. Lassen Sie uns mal Robert Hock betrachten. Er hat mir mal gesagt, dass er bei mir seine großartige Karriere beenden will. Da hat er noch gegenüber von mir gewohnt. Uns war klar, wenn Robert Hock weiter spielen will, dann können wir einen solchen Spieler aufnehmen. Er kann mit seiner Erfahrung die Mannschaft, besonders die jungen Spieler führen und will und wird dies auch machen. 

Sie haben sehr früh die genannten Spieler verpflichtet. Hat keiner dieser Spieler auf ein DEL-Angebot warten wollen?

Das kann ich nicht sagen. Die Spieler wissen aber, dass Heilbronn ein gutes Pflaster ist. Wir tun alles für die Spieler, damit sie auch den Kopf frei haben. Sie können sich zudem darauf verlassen, dass das Gehalt pünktlich auf dem Konto ist.

Sie haben gemeinsam mit Rico Rossi bereits eine Rabattaktion für Vereinsmitglieder ins Leben gerufen. Auf welche Aktionen abseits des Eises dürfen sich die Fans noch freuen?

Wir haben die genannte Rabattaktion für Mitglieder des Stammvereins. Hier haben wir was ganz tolles umgesetzt. Die Mitglieder bekommen bis zu 50% Nachlass bei Partner und Sponsoren. Wenn Sie z.B. einen Kasten Bier unserer Brauerei gekauft haben, bekommen Sie einen zweiten geschenkt. Wir haben das bewusst an die Vereinsmitgliedschaft gekoppelt. Für mich gehört zum Fan-Sein auch die Identifikation mit dem Stammverein und das Bekennen zu diesem. Zudem braucht der Verein auch die Mitgliedsbeiträge um die Jugendtrainer zu bezahlen. Im Grunde muss man doch nur mal rechnen: Man kann als Mitglied bis zu drei Spiele der Falken umsonst anschauen und somit kostet die Mitgliedschaft dann irgendwann nichts mehr. Wir als GmbH haben von dieser Aktion nichts. Das Geld fließt einzig der Jugend zu.  Parallel haben wir dazu unsere neue App entwickelt, quasi die Falken für die Hosentasche.

Wir haben auch noch Busse für unsere Jugend angeschafft. Unsere Jugendmannschaften können damit nun zu Spielen fahren. Die Leasingrate und das Benzin zahlen wir, unsere Sponsoren können sich auf dem Fahrzeug präsentieren und unterstützen die Aktion damit. Wir haben einige Jugendspieler zwischen 14 und 16 Jahren aus Mannheim bei uns. Fünf Eltern haben sich zusammengetan, die einen dieser Busse nutzen, um ihre Kinder, also die Spieler mehrfach pro Woche zum Training und zu den Spielen nach Heilbronn zu bringen. Zielsetzung ist hier ganz klar die Bundesliga. Wir wollen in die Schüler- bzw. Jugendbundesliga kommen. Die DNL ist für uns kein Thema, da sind wir nicht stark genug vertreten.

Die Saison geht los, Spieler- und Sponsorenverträge sind ausgehandelt und unterschrieben. Was machen Sie in den nächsten Monaten?

Für mich geht es jetzt erst richtig los. Ich habe einen Betrieb mit 30 Menschen zu leiten. Ich verwalte das Stadion als Generalpächter. Ich habe die Gastronomie unter mir, verwalte und führe das Personal und die Mannschaft. Der Mann der die Eismaschine fährt, den habe z.B. ich eingestellt. Ich stehe in der Finanzverantwortung. Ich kümmere mich um unsere Partner, um unsere Sponsoren. Dazu organisiere ich den Spielbetrieb. Die Trainer sollen sich eigentlich nur um die Spieler kümmern. Jetzt habe ich Rico Rossi als Unterstützung, vorher habe ich das mit meiner Sekretärin alleine gemacht. Ich kümmere mich quasi um alles. Ich mache die Getränkebestellung und bin auch für die Abfallentsorgung zuständig. Außerdem können sie sich darauf verlassen, dass ich seit 25 Jahren beim „Eismachen“ dabei bin. (Anmerkung der Redaktion: seine Augen strahlen, wie bei einem Kind am Weihnachtsabend)

Vielen Dank für Ihre Zeit Herr Rupp. Wir wünschen Ihnen einen erfolgreiche Saison.

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