Entscheidung vertagtDEL2 Play-Off-Finale Spiel5

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Die Hausherren gingen mit dem gewohnt druckvollen Start in die Partie, konnten die Norddeutschen früh unter Druck setzen und bereits in der dritten Spielminute in Führung gehen. Nach Zuspiel von Kapitän Adam Borzecki und Chris St.Jacques zog Frederik Cabana vor dem gegnerischen Gehäuse ab. Der Puck prallte von der Bande zurück und fand abgefälscht von Pinguins Goalie Langmann seinen Weg ins Gehäuse. Die Pinguins brauchten eine Weile, um sich von diesem Schock zu erholen und ließen in der Folge ein Powerplay ungenutzt. Bietigheim bot hingegen weiterhin spritziges Offensiv-Eishockey und ließ kaum einen geregelten Spielaufbau der Bremerhavener zu. Erst nach und nach fand der aktuelle Meister seinen Weg ins Spiel, doch zwingende Torchancen der Fischtown Pinguins blieben Mangelware. Einzig Jaroslav Hafenrichter und Sam Verelst prüften den Bietigheimer Schlussmann. Ein wuchtiger Schlagschuss von der blauen Linie durch Bremerhavens Pawel Dronia sorgte dann dennochfür den 1:1 Ausgleich. Zuvor hatten die Nordlichter eine zweiminütige Unterzahl schadlos überstanden und hatten sich dann im Drittel der Steelers festsetzen können. Die Gäste erhöhten nun die Schlagzahl und konnten nach einer Strafzeit gegen Markus Gleich in Überzahl in Führung gehen. Nach Vorarbeit von Tim Miller und Andrej Teljukin konnte Andrew McPherson die Scheibe aus kurzer Distanz über die Linie drücken. Im Gegenzug hatten die Steelers kurz vor Drittelende das 2:2 bereits auf dem Schläger, René Schoofs scheiterte jedoch aus aussichtsreicher Position an Jonas Langmann.

Bietigheim startete mit viel Wut im Bauch in den zweiten Spielabschnittund drängten sogleich auf den Ausgleich.  Doch vermeidbare Strafen zwangen den Hauptrundenmeister in die Defensive. Die Steelers hielten sich in Unterzahl lange schadlos, mussten aber schlussendlich doch den dritten Treffer der Pinguins hinnehmen. Auf Zuspiel von Andrew McPherson verwertete Marian Dejdar den Querpass zum 1:3. Den Bietigheimer Anschlusstreffer durch Chris St.Jacques gab das Schiedsrichtergespann nicht - eine mehr als offensichtliche Fehlentscheidung des Quartetts. Die Steelers drückten vorne erneut auf den Anschlusstreffer, Justin Kelly scheiterte knapp an Pinguins Keeper Langmann. Im Gegenzug präsentierte sich die Defensive der Schwaben absolut desolat und ließen den Bremerhavener Konter nahezu unbedrängt durch. Zu allem Überfluss leistete sich Sinisa Martinovic einen folgenschweren Patzer und leitete den Schuss von Jan Kopecky selbst ins Tor. Die Hausherren taten sich in der Folge schwer, ein funktionierendes Offensivspiel aufzuziehen und mussten damit mit einem Drei-Tore-Rückstand in die Kabine.

Im letzten Abschnitt nutzten die Pinguins einen katastrophalen Fehlpass in der Steelers-Offensive zum Konter, der zu einem weiteren Treffer für die Gäste aus dem hohen Norden führte. Brock Hooton hatte die Scheibe abgefangen und vollendete unbedrängt zum 1:5. Auf Bietgheimer Seite häuften sich nun die Frustfouls und bescherten den Pinguins eine weitere Überzahlsituation, welche gnadenlos genutzt wurde. Wieder war es Brock Hooton, der in doppelter Überzahl auf 1:6 erhöhen konnte. Die Vorarbeit lieferten Jan Kopecky und Andrew McPherson. "Bremerhaven hat heute gespielt wie eine Meistermannschaft - Sie haben Ihre Torchancen eiskalt genutzt.", zeigte sich Kevin Gaudet überrascht von der Effektivität der Gäste. Die Partie war damit endgültig entschieden und die Gäste nahmen  Tempo aus dem Spiel. Die Steelers mühten sich zwar nach Kräften, doch das Spiel der Hausherren wirkte weiterhin verkrampft und ohne Esprit. Dazu fehlte einfach auch das entscheidende Quäntchen Glück im Abschluss. Gut zehn Minuten vor Spielende erlöste Steelers-Coach Kevin Gaudet seinen entnervten Keeper und ließ BackUp Andreas Mechel noch einige Minuten Spielpraxis sammeln. 

"Unser Start war okay - der Rückstand war nicht optimal. Aber meine Jungs sind cool geblieben und haben weiterhin hart gearbeitet. Die Disziplin heute war der entscheidende Faktor zum Sieg - wir sind nie von unserem Plan abgewichen und haben unsere Torchancen heute eiskalt genutzt.", zeigte sich Pinguins Trainer Mike Stewart überaus zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. Kevin Gaudet hingegen haderte mit der Einstellung seines Teams. "Ich kann zum Spiel heute nicht viel sagen - ich habe gewusst, dass das heute das härteste Spiel des Jahres wird. Meine Spieler waren heute einfach nicht bereit, das Spiel zu gewinnen. In Bremerhaven haben die Verantwortlichen eine Meistermannschaft gebaut und sie haben heute wieder gespielt wie ein Meister. Hoffentlich lernen die Jungs daraus und sind am Dienstag bereit und fokussiert auf Spiel sechs."


Statistik:
1:0 - Frederik Cabana (Chris St. Jacques, Adam Borzecki) - 3.
1:1 - Pawel Droina (Andrew McPherson) - 15.
1:2 - Andrew McPherson (Tim Miller, Andrej Teljukin) - 17.
1:3 - Marian Dejdar (Überzahl) (Andrew McPherson) - 25.
1:4 - Jan Kopecky (Andrew McPherson) - 30.
1:5 - Brock Hooton (Unterzahl-Tor) (ohne Assist) - 46.
1:6 - Brock Hooton (Unterzahl-Tor 2) (Andrew McPherson, Jan Kopecky) - 47.

Schiedsrichter:
Markus Krawinkel , Sirko Hunnius

Strafzeiten:
Bietigheim Steelers: 16
REV Bremerhaven: 12