Endzeitstimmung in Garmisch

Riessersee: Rettung in letzter SekundeRiessersee: Rettung in letzter Sekunde
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Trotz der Siegesserie, die das Team des SC Riessersee in den vergangenen Spielen der 2. Bundesliga auf das Eis gelegt hat, herrscht derzeit in Garmisch so etwas wie Endzeitstimmung: Die SCR-Vermarktungs-GmbH ist offensichtlich zahlungsunfähig und kann ihren laufenden Verpflichtungen nicht mehr nachkommen. Ausstehende Spielergehalter, nicht bezahlte Stromrechnungen, Rückstände der Stadionmiete und Forderungen der Finanzbehörden sowie der Sozialversicherungsträger seien hier beispielhaft genannt. Zu allem Überfluss hat nun die ESGB gegen die GmbH wegen fehlender Unterlagen bei der Außenprüfung eine Verbandsstrafe von 30000,- Euro ausgesprochen. Weil die Verbandsabgaben ebenfalls nicht beglichen wurden, droht auch eine Heimspielsperre für den 30.11., jedoch glaubt in Garmisch mittlerweile kaum mehr jemand daran, dass dieses Spiel überhaupt noch stattfinden wird.

Wie der leidgeprüfte Coach des SCR, Doug Bradley, bestätigte, konnte das Dienstagstraining nicht durchgeführt werden, weil die Gemeindewerke wegen der nicht bezahlten Miete (es soll sich um 50000 Euro handeln) das Stadion gesperrt haben. Um dem Team vor den schweren Spielen gegen Landshut und Bad Tölz wenigstens ein wenig Eistraining zu verschaffen, hat sich Bradley entschlossen, die Miete für Mittwoch aus der eigenen Tasche zu begleichen.

In Garmisch geht bereits das Gerücht um, dass die AOK beim Amtsgericht die Insolvenz für die SCR-GmbH beantragt haben soll. Das Traditionsderby gegen den alten Rivalen aus Tölz dürfte also das letzte Zweitligaspiel des SCR sein.

Wie könnte es, nach dem erwarteten Ende, mit der Profimannschaft des SCR weitergehen?



Die erste Möglichkeit wäre der Einstieg eines Investors (Steven Barnes?), nachdem die Insolvenz beantragt und bevor das Verfahren eröffnet bzw. mangels Masse abgelehnt wird. Das Team könnte in der 2.Liga weiterspielen. Dieser Investor müsste dann allerdings die gesamten Verbindlichkeiten der GmbH übernehmen, deren Höhe noch nicht feststeht. Möglicherweise ein Fass ohne Boden und damit ein großes Risiko!

(Wahrscheinlichkeit: 10 %)



Zweitens könnte der SCR nach abgeschlossenem Verfahren nächste Saison in der Oberliga weiterspielen. Voraussetzung dazu wäre allerdings die Zustimmung der Mehrheit der Gesellschafterversammlung der ESBG. Ob diese Mehrheit erreicht werden würde, erscheint in Anbetracht der Betrügereien durch die Verantwortlichen der SCR-GmbH bei der Lizenzerteilung für diese Saison mehr als fraglich. Die Stimmung in der ESBG ist für Garmisch derzeit alles andere als positiv.

(Wahrscheinlichkeit: 20 %)

Sollte das Insolvenzverfahren mangels Masse überhaupt nicht eröffnet werden, und sich kein Investor finden, der es wagt, das Abenteuer Riessersee einzugehen, dann wäre es mit dem Profieishockey in Garmisch für längere Zeit vorbei. Die 2. Mannschaft, die in der Landesliga mehr schlecht als recht ihr Dasein fristet, wäre dann die erste Mannschaft und müsste versuchen, den langen Weg nach oben anzutreten. Wie schwierig das ist, kann man am Beispiel der Rosenheimer sehen, die sich seit Jahren vergeblich bemühen, in den DEB-Bereich zurückzukehren. Wenn kein Wunder geschieht, bleibt einem der ruhmreichsten Vereine des deutschen Eishockeys, dem SC Riessersee, dieser Weg wohl nicht erspart.

(Wahrscheinlichkeit: 70 %) (an)


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