Endgültiges Aus für Profieishockey in Garmisch?

Riessersee: Rettung in letzter SekundeRiessersee: Rettung in letzter Sekunde
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Am Aschermittwoch war alles vorbei: An diesem Tag lief das letzte Ultimatum für Ludwig Nominikat ab, den Alleingesellschafter der SCR-Vermarktungs-GmbH. Es wäre so schön gewesen: Nominikat übergibt seine GmbH-Anteile an den Insolvenzverwalter, das Insolvenzverfahren wird abgewickelt, die GmbH bleibt bestehen und der SCR spielt nächste Saison in der Oberliga. Doch einer spielte nicht mit: Nominikat. Er sitzt auf seinen Anteilen und denkt nicht daran, diese an den Insolvenzverwalter abzugeben. Niemand kann seine Vorgehensweise auch nur annähernd nachvollziehen. Durch diese sture Haltung verhindert er nicht nur den Erhalt des Profieishockeys in Garmisch, er leistet damit auch der Zerschlagung „seiner“ GmbH Vorschub, die im Anschluss an das Insolvenzverfahren unweigerlich aufgelöst werden würde, da keine Geschäftsgrundlage in Form eines Spielbetriebs mehr bestünde. Man kann nur vermuten, dass Nominikat zu dieser Vorgehensweise von seinem langjährigen Adlatus Jochen Kress animiert wurde, der sich immer noch in Garmisch aufhält. Kress, schon länger unter eklatantem Realitätsverlust leidend („der SCR wird das Real Madrid des Eishockeys“), macht seinem Kumpel anscheinend Hoffnungen, einen Teil des investierten Geldes zurückzuholen, was nach Expertenmeinung jedoch absolut ausgeschlossen ist.

Im Herbst letzten Jahres wurde das Team des SC Riessersee vom Spielbetrieb der 2. Bundesliga ausgeschlossen, weil die SCR-GmbH zahlungsunfähig geworden war. Nachdem der Hauptverein, der SCR e.V., mit einer beispiellosen Spendenaktion gerettet werden konnte, versuchten zwei Gruppen aus Garmisch, wenigstens die Spielberechtigung für die Oberliga (ein Zwangsabstieg nach Insolvenz ist laut ESBG-Statuten unumgänglich) zu retten. Dabei schienen die Bemühungen des Journalisten und bekennenden SCR-Fan Ralph Bader besonders erfolgversprechend. Mit tatkräftiger Hilfe einiger Geschäftsleute aus Garmisch, Nürnberg und München, die eine sechsstellige Summe zugesagt hatten, wäre ein Erhalt der GmbH möglich gewesen. Das Konzept: Ein realistischer Etat mit einer vernünftigen Zuschauerkalkulation, vorwiegend einheimische Spieler und ein Trainer aus Garmisch (Peter Gailer?). Es klang alles so vernünftig und wäre wohl realisierbar gewesen. Nur einer hätte noch mitspielen müssen, einer, der für das Scheitern des SCR hauptverantwortlich war und dem Eishockey noch einen letzten Dienst hätte erweisen können: Ludwig Nominikat. Durch seine Weigerung zur Kooperation fügt er dem Sport in Garmisch auf Jahre hinaus unermesslichen Schaden zu. Viele Einheimische glauben, dass er sich dadurch selbst einen Bärendienst erweist. Schließlich ist Nominikat ein im Werdenfelser Land angesehener Geschäftsmann, und das möchte er sicher auch bleiben.

Nachdem eine zwangsweise Abgabe der Gesellschaftsanteile an den Insolvenzverwalter nicht machbar zu sein scheint, hoffen die vielen Fans des SC Riessersee auf ein Wunder in letzter Sekunde: Vielleicht kommt Nominikat doch noch zu später Einsicht. Ansonsten gehen im Garmischer Eishockey endgültig die Lichter aus.


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