Eispiraten blasen zur Jagd auf die Kannibalen

Cory Gustafson kehrt nach Landshut zurückCory Gustafson kehrt nach Landshut zurück
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Mit der Partie am Freitag (Beginn: 20 Uhr) starten die Landshut Cannibals in das vierte Punktspiel-Wochenende der laufenden Zweitliga-Saison. Gastgeber für die Englbrecht-Truppe sind dabei die Eispiraten Crimmitschau, ehe am Sonntag um 18 Uhr (Stadion am Gutenbergweg) das Heimduell gegen die Duisburger Füchse auf dem Plan steht.

Die Cannibals mussten in den bisherigen sechs Saisonspielen noch nie als Verlierer das Eis verlassen. Lediglich beim Gastspiel in Regensburg benötigten die Mannen um Kapitän Kamil Toupal das "Lotteriespiel" Penaltyschießen, um das bessere Ende für sich zu haben - ansonsten gelang die Entscheidung jeweils während der regulären Spielzeit. Und darauf, auch am siebten Spieltag einen "Dreier" mit auf die Heimreise nehmen zu können, spekuliert man im Lager der Niederbayern natürlich, wenn es morgen beim Eishockey- und Tennisclub Crimmitschau zu bestehen gilt. Klar: Nicht nur angesichts der aktuellen Tabellensituation gehen die Dreihelmenstädter als haushoher Favorit in die Partie bei den Sachsen. Auch die durchaus unterschiedlichen Erwartungen, mit denen die beiden Klubs in die Saison gestartet sind, sprechen eine deutliche Sprache. Da ist zum einen der ETC, der wiederum den Klassenerhalt als oberstes Ziel ausgegeben hat, und zum andern der amtierende Vizemeister, der sich in diesem Jahr nicht mehr "nur" mit dem Erreichen der Playoffs zufrieden geben will, sondern einen Platz unter den ersten Vier, der bekanntlich das Heimrecht in den Playoffs bedeutet, anstrebt. Nichtsdestotrotz: Die Kannibalen wissen aus eigener Erfahrung, dass der Sahnpark nicht leicht zu erobern sein wird. Zwar gelang in der letztjährigen Punktspielrunde beim ersten Auswärts-Vergleich ein klarer 5:1-Erfolg und auch die beiden Begegnungen auf eigenem Eis konnten Toupal und Co. für sich entscheiden, beim zweiten Auftritt im "Hexenkessel" von Crimmitschau jedoch blamierte man sich bis auf die Knochen, als man den Gastgebern mit 5:1 den Vortritt lassen musste.

Für die Truppe von Jiri Ehrenberger begann die Saison 2004/2005 "normal", denn bei den Duisburger Füchsen kann man durchaus auch mal mit 2:5 den Kürzeren ziehen, zumal, wenn die Heimpremiere dann in Form eines 7:2-Kantersieges gegen die Kaufbeurer Joker als absolut gelungen betrachtet werden kann. Dieser Erfolg ließ bei den Sachsen die Hoffnung aufkommen, man könne in diesem Jahr eventuell eine weniger Nerven aufreibende Doppelrunde hinlegen. Zur Enttäuschung der Fans gab's in der Folge aber nicht nur eine 4:6-Schlappe bei Aufsteiger Essen, sondern auch die beiden Heimspiele gingen verloren. Besonders bitter aus Crimmitschauer Sicht natürlich das 1:4 gegen Neuling Bremerhaven, da man sich hier doch eine Chance auf den einen oder anderen Zähler ausgerechnet hatte, während die knappe 2:3-Niederlage gegen die Straubing Tigers zwar durchaus vermeidbar schien, aber wohl doch eher erwartet worden war. Trotzdem gingen die Eispiraten am vergangenen Sonntag mit gestärktem Selbstbewusstsein ins Sachsen-Derby bei den Lausitzer Füchsen, gewannen mit 3:2 nach Penaltyschießen und konnten die "Rote Laterne" an die Essener Stechmücken weitergeben.

Mit Radek Toth verfügt der ETC über einen Goalie, der zwar auf den Statistik-Seiten selten unter den Top-Goalies zu finden ist, was wohl aber mehr an der Gesamt-Zusammenstellung des Teams, denn an seiner eigenen Leistungsfähigkeit liegen dürfte. Zu oft wird der 36-jährige Tscheche einfach von seinen Vorderleuten im Stich gelassen. Dies dürfte freilich auch einen Grund darin haben, dass man mit einer Vielzahl neuer Akteure in die Saison gestartet ist. So stehen neben Kapitän Esbjörn Hofverberg, einem in Seoul geborenen Defender mit schwedischem Pass, mit Christian Heumann, Cristoph Klotz und Tomasz Mieszkowski nur mehr drei weitere Abwehrspieler aus dem letztjährigen Kader auch heuer vor Toth. Joe Vandermeer, von den Peoria Rivermen (ECHL) nach Sachsen gekommen, ergänzt die Abwehr zusammen mit einer Reihe junger Talente. In der Offensive findet sich neben ETC-Urgestein Torsten Heine in diesem Jahr auch Radek Vit, der von DEL-Aufsteiger Wolfsburg in den Sahnpark kam. Während Vit nach sechs Spielen bei vier Scorerpunkten (4/0) steht, sorgen zwei weitere Neuzugänge derzeit für reichlich Aufsehen: Eric Schneider führt mit 12 Punkten (6/6) nicht nur die team-interne, sondern auch die Bestenliste der Liga an und auch die acht Punkte von Garret Bembridge (3/5) können sich wahrlich sehen lassen. So bleibt auch festzustellen, dass der ETC als Tabellendrittletzter lediglich zwei Tore weniger geschossen hat, als sein morgiger Kontrahent aus dem Niederbayerischen. Grund genug also für die Englbrecht-Schützlinge, den Gegner keinesfalls auf die leichte Schulter zu nehmen. (gl)


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