Eisgehackel bis zum PenaltyschießenLandshut – Dresden 4:3 n.P.

Eisgehackel bis zum PenaltyschießenEisgehackel bis zum Penaltyschießen
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In einer zerfahrenen, doch jederzeit fairen Auseinandersetzung, die eigentlich keinen Sieger verdient gehabt hätte, siegte der EVL Landshut Eishockey gegen die Dresdner Eislöwen 4:3 (1:0, 1:2, 1:1, 1:0) nach Penaltyschießen. Nur 2.359 Zuschauer sahen im Duell zweier bislang ungeschlagener Teams einen penaltystarken Sieger, konnten sich am Spiel aber wenig erwärmen.

Ein tempo- und abwechslungsreiches erstes Drittel gab zunächst Hoffnung auf einen Eishockey-Leckerbissen: Die Eislöwen hatten den besseren Start und durch ihr offensives Spiel eine optische Überlegenheit. Dem EVL gehörten jedoch die klareren Chancen. Allein zweimal durchschnitten Steilpässe aus dem Landshuter Drittel auf die Mitte der gegnerischen blauen Linie die Dresdner Defensive, doch sowohl Ty Morris, als auch später Peter Abstreiter konnten den glänzenden Kevin Nastiuk im Tor der Elbstädter nicht überwinden. Aber auch Sami Kaartinen hatte auf der Gegenseite zwei vorzügliche Einschusschancen; eine im Slot wurde ihm von Elia Ostwald so überraschend serviert, dass er verzog, bei seinem Schuss vom linken Bullypunkt fand er in EVL-Torwart Brian Stewart seinen Meister. In der 20. Spielminute führte eine angezeigte Strafe gegen einen Dresdner Spieler zu turbulenten Szenen vor dem Eislöwen-Gehäuse und mit einem durch Morris abgefälschten Schuss von Andreas Geipel gingen die Hausherren Sekunden vor Drittelende in Führung.

Ein schönes Tor von Martin Davidek, der einen scharfen Pass seines Sturmführers Lukas Vantuch von der rechten Bande, etwa zwei Meter frei vor dem Tor stehend, in die lange Ecke prallen ließ, leitete das Mitteldrittel ein. Doch schon 30 Sekunden später gelang Arturs Kruminsch im zweiten Versuch aus sehr spitzem Winkel mit einem Rückhandschlenzer der Anschlusstreffer gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber. Dieses Tor, so gestand Trainer Jiri Ehrenberger später, „nahm Tempo und Sicherheit aus dem Spiel“ der Hausherren. Doch hüben wie drüben wurden die Aktionen der Teams jetzt ungenauer und zufälliger. Meist hatte das in Unterzahl agierende Team mit Breaks die besseren Einschusschancen, doch wurden diese fast immer geblockt, bevor die Schlussleute sich auszeichnen konnten. Einzige Ausnahme war der schön herausgespielte Ausgleichstreffer der Sachsen: eine schnelle  Dreieckskombination schloss Kruminsch aus dem Slot mit seinem zweiten, sehenswerten Treffer ab.

Die Zerfahrenheit fand im letzten Drittel sogar noch eine Steigerung, als selbst ungestörtes Aufbauspiel auf beiden Seiten kaum mehr funktionierte. Bezeichnend war die Gästeführung, die durch einen Fehlpass des unbedrängten Stephan Daschner an der eigenen blauen Linie eingeleitet wurde. Zwar konnten die Gäste ihre unverhoffte Einschusschance nicht nutzen, doch gingen sie durch den folgenden Bullygewinn kurz und trocken erstmals in Führung. Aber der Zufall ließ sich auch auf der anderen Seite nicht lange bitten, und so wurde die Moral der Niederbayern durch Billy Trews Nachstochern vor dem Tor belohnt. Gerechterweise verhinderte Nastiuk eine Sekunde vor Schluss einen Siegtreffer durch Trew, als dieser vom rechten Bullypunkt ungehindert abzog.

Die Qualitätsentwicklung des Spiels fand in der Verlängerung ihre Fortsetzung, so dass die Entscheidung im Penaltyschießen fallen musste. „Wer seine drei Penaltys verwandelt, hat den Zusatzpunkt auch verdient“, resümierte Eislöwen-Coach Thomas Popiesch anschließend. Tatsächlich waren alle Landshuter Schützen bei ihren Ausführungen souverän: Riley Armstrong mit einem Rückhand-Lupfer, Davidek bremste mit einem Haken Nastiuk aus und schob seelenruhig ein und Abstreiter versenkte in gewohnter Manier mit einem Handgelenkschuss in den Winkel. So blieb Kruminschs erfolgreicher Vorhand-Lupfer unbelohnt, weil bereits Tomi Pöllänen den Puck nicht an Stewarts Schonern vorbeibringen konnte, musste Sami Kaartinen gar nicht mehr antreten.

Tore: 1:0 (20.) Morris (Geipel, Abstreiter) 6-5, 2:0 (22.) Davidek (Daschner, Vantuch), 2:1 (22.) Kruminsch (Tepper, Boiarchinov), 2:2 (30.) Kruminsch (Tepper, Hajek) 5-4, 2:3 (54.) Th. Ziolkowski (Becker, Garten), 3:3 (57.) Trew (Daschner, Armstrong), 4:3 (65.) Davidek GWP

Strafen: Landshut 10, Dresden 10
HSR: Iwert, LSR: Meyer, Busse
Zuschauer: 2.359

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