Einmal Heilbronn, immer Heilbronn!Rico Rossi - Vom Trainer zum Sportdirektor

Nun Sportdirektor bei den Falken: Rico Rossi - Foto: Roland Krivec - www.stock4press.deNun Sportdirektor bei den Falken: Rico Rossi - Foto: Roland Krivec - www.stock4press.de
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Nachdem man in Heilbronn nach der Saison 2003/2004 nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich den Weg in die Oberliga-Süd antreten mussten, übernahm der aus Toronto stammende Rossi das Sagen hinter der Bande und sorgte mit dem Erreichen des ersten Platzes nach der Vorrunde gleich einmal für Aufsehen. Den Aufstieg und die Rückkehr in die zweite Bundesliga durfte man dann im April 2007 feiern. Das Ganze ist nun neun Jahre her und in den vergangenen Tagen wurde klar, dass auch Rossis Zeit als Trainer hinter der Falken-Bande zu Ende ist. Kaum ein anderer Trainer im deutschen Eishockey-Bereich kann so eine Konstanz vorweisen, wie Rossi es kann.

Die Frage, ob nach solch einer langen Zeit vielleicht die Luft etwas raus gewesen sei, verneint der frühere Flügelstürmer aber ganz deutlich. Im Laufe der Zeit habe es immer Veränderungen gegeben, sei es in Bezug auf die Konstellation der Mannschaft oder auch die Philosophie, mit der man an die ganze Sache gegangen sei.

Rossi - Play-off Garant!

Auch der Druck der Öffentlichkeit, gerade als sich die Falken gegen Ende 2012 in einem Tief befanden, schien keine bleibenden Schäden hinterlassen zu habe. Das gehöre mit zum Geschäft, so Rossi, es hänge von jedem selber ab, wie er mit dem Druck umgeht. Das wüssten nicht nur die Trainer, sondern auch die Spieler und Manager. In Heilbronn habe man, laut Rossi, auch während der “schwierigen Zeit” nie den Kopf in den Sand gesteckt und immer wieder versucht, etwas zu bewirken und zu ändern. Dass diese Arbeit am Ende nicht unbelohnt blieb, zeigt der Blick auf die Tabelle: Mit einem bemerkenswerten Endspurt sicherten sich die Falken wenige Spiele vor Ablauf der Vorrunde erneut einen Play-off-Platz. Auch wenn man wieder einmal im Viertelfinale gestoppt wurde, so hat man in Heilbronn seit dem Aufstieg nie die Play-off-Plätze verpasst. Dass nicht jede Anhänger in der zweiten Bundesliga mit diesem “Erfolg” verwöhnt sind, zeigt ein Blick auf die laufenden Halbfinal-Spiele. So mussten die Bietigheim Steelers beispielsweise vergangene Saison gegen den Abstieg kämpfen.

Einen Punkt, an dem sich Rossi während der laufenden Hauptrunde schon “gefeuert“ sah, gab es nach eigener Aussage nicht. Man kenne sich in Heilbronn nun schon sehr lange und so habe er immer gewusst, dass Rupp ihm den Rücken freihalten würde, damit er seine Arbeit verrichten könne. Während der Saison wurde viel kritisiert, vor allem, weil man sich mit Prominenz wie einem Michael Hackert verstärkt hatte und als Ziel vor dem Saisonstart auch die Meisterschaft ausgerufen hatte. In den Augen vieler blieben die Neuzugänge hinter den Erwartungen zurück. Die Schuld dafür wolle Rossi aber nicht allein auf sich nehmen und korrigiert, dass man als Mannschaft die Spiele verloren und das Ziel verfehlt habe. Es sei nicht angemessen, sich spezielle “Sündenbocke” raus zu suchen, führt Rossi fort.

“Ein Stück meines Lebens”

Auch wenn man nun fünf Jahre in Folge in der ersten Play-off-Runde gescheitert sei, so müsse man dennoch betrachten, gegen was für Gegner man antreten musste und dass man sich überhaupt seit dem Aufstieg in die zweite Bundesliga immer wieder ohne Umwege für die Play-Offs qualifizieren konnte, kontert Rossi die Frage, ob man nach dem erneuten Ausscheiden nicht auch seine Fähigkeiten in Sachen Trainer Dasein in Frage stellen würde. Ebenso wenig würde er etwas anders machen, wenn er könnte. Natürlich gäbe es sicherlich Punkte, die man im Nachhinein anders hätte machen sollen, doch es sind viele kleine Faktoren und kein spezieller Punkt, der für das Abschneiden verantwortlich sei.

Auch wenn ein neuer Trainer-Job mit einer neuen Mannschaft sicherlich eine Option für Rossi sei, so scheinen die neun Jahre Heilbronn nicht spurlos an ihm vorbei gegangen zu sein. Sehr oft betont er, dass Heilbronn ein Stück seines Lebens wiedergibt und er seine Entscheidung in Ruhe überlegen wird. Diese Entscheidung wurde nun am vergangenen Donnerstag getroffen, als bekannt wurde, das Rico Rossi in Zukunft als Sportdirektor bei den Falken fungieren wird. In wie weit das den “Neuanfang” mit einem neuen Coach an der Bande beeinflussen wird bleibt abzuwarten. Ginge es nach Manager Ernst Rupp, so wird auch der neue Trainier das gleiche Vertrauen erhalten wie einst Rossi.