Eine Erfolgsgeschichte - Eishockey in Regensburg hat sich verändert

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Das Regensburger Eishockey hat sich im Laufe der letzten 15 Jahre drastisch verändert. Vorbei die Zeiten, als die Spieler noch den Schnee von der Eisfläche schippen mussten, um diese bespielbar zu machen. Der damalige EV Regensburg ist professionell geworden. Inzwischen steht sogar mehr als nur eine spielentscheidende Angriffsreihe zur Verfügung.

Als in der damaligen Zeit Neuverpflichtungen angekündigt worden sind, kam es einem Wunder gleich, wenn einer dieser Spieler schon einmal die DEL-Bank drücken durfte, oder gar für einige Minuten in dieser Liga eingesetzt wurde. Sofort hieß es in der Presse „Regensburger angeln sich Ex-DEL-Spieler“. Entschuldigung, früher natürlich noch 1. Bundesliga.

Heutzutage wird ein Neuzugang schon dann kritisch beobachtet, wenn er nicht über langjährige Erfahrung in dieser oder einer ähnlich starken Liga verfügt.

Als Anhänger der vergangenen Zeiten schätzte man noch den besonderen Flair im alten Eisstadion an der Nibelungenbrücke. Die Situation über Jahre hinweg in vielen Spielen als Außenseiter antreten zu dürfen hatte schon immer seinen besonderen Reiz.

Doch der Fan an sich wächst mit der Aufgabe. Schnell wurden die Regensburger stärker und stärker. Die kontinuierliche Qualitätssteigerung des Eishockeys in der Domstadt machte sich insbesondere bei den steigenden Zuschauerzahlen bemerkbar. Viele gute Spieler fanden in Regensburg eine neue Heimat. Besonders die Reihe mit Kenny Petrash, John Samanski und Tracey Katelnikoff im Sturm, sowie Martin Ancicka und Layne LeBel in der Verteidigung leutete eine neue Ära ein.

Die nostalgische Note ging mit dem baldigen Umzug in die Donau Arena allerdings etwas verloren. Die spielerische wuchs dagegen unaufhaltsam. Und auch der Kampfgeist der damaligen Eisbärenmannschaft konnte durchwegs überzeugen.

Kurze Zeit später schlug das Regensburger Fanherz noch einen Tick höher. Durch die Verpflichtung einer für Oberligaverhältnisse absoluten Spitzenmannschaft schien das Regensburger Eishockeymärchen in eine neue Runde zu gehen. An der Spitze des Teams stand mit Jiri Lala nicht nur eine Eishockeyikone, sondern sogar ein ehemaliger Weltmeister. Die Saison verlief dann auch nach Wunsch und stellte alle bisherigen Spielzeiten in den Schatten. In den nervenaufreibenden PlayOffs konnten sich die jetzt schon als Eisbären geführten Regensburger im Finale gegen Duisburg durchsetzen und stiegen in die zweite Bundesliga auf.

Ähnlich wie beim Raumschiff Enterprise drang man zum Saisonbeginn 2001/2002 in neue Dimensionen vor. Doch schnell wurden die Eisbären wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Bereits nach dem ersten Zweitligajahr stand man als sportlicher Absteiger zurück in die Oberliga fest. Aufgrund vieler Umstände die es wohl nur im Eishockeysport gibt, durften die Regensburger weiterhin in der zweitbesten Liga verweilen.

Die Folgejahre, besonders unter dem damaligen Trainer Erich Kühnhackl, wurden besser und besser. Auch das Publikum wollte mehr und mehr. Die Krönung der ständigen Aufbauarbeit sollte die Saison 2006/2007 bringen. Ein Starensemble wie es in Regensburg lange nicht vorstellbar gewesen war konnte verpflichtet werden.

Wie sehr der Schuss nach hinten los ging weiß natürlich jeder. In der Donau Arena gab es so viele Pfiffe und Buhrufe zu hören, wie in kaum einer Saison zuvor. Der Spaßfaktor im Regensburger Eishockey ging gegen null. Der als Co-Trainer verpflichtete Beppo Schlickenrieder übernahm im Laufe der Saison das Amt von Chefcoach Peter Draisaitl.

Schnell war der anhaltende sportliche Höhenflug der Vergangenheit vergessen. Einen Schritt zurückzugehen tut wahrlich immer weh und passt keinem so richtig ins Konzept. Doch trotz einer stetig nur als verkorkst bezeichneten Saison schafften die Regensburger mit viel Glück den Sprung in die PlayOffs. Eine Euphorie entfachte diese Aufstiegsrunde dagegen nicht mehr. Sang und klanglos packten die Regensburger fern des erwarteten Fanzuspruchs gegen Kassel die Koffer. Die oft geäußerte Meinung, dass da ja selbst die kampfbetonten Oberligazeiten viel besser waren machte die Runde.

So wurde einmal mehr das Urteil bekräftigt, dass bekannte Namen nicht zwangsläufig Erfolg garantieren.

Und auch in der Kasse klafften auf einmal große Lücken. Eine schwache Saison hinterlässt in kaum einer Mannschaftssportart so deutliche Spuren wie im Eishockey.

Der Regensburger Erfolgsweg stellte sich plötzlich als Sackgasse heraus. Es folgte ein Drahtseilakt, der in letzter Minute doch noch zum gewünschten Ergebnis führte. Die Regensburger bekamen die Lizenz und traten erneut in der zweiten Bundesliga an.

Mit neuem Trainer und einer auf vielen Positionen runderneuerten Mannschaft starteten die Eisbären also in die laufende Saison. Die guten Spiele blieben dagegen Mangelware und auch die Punkteausbeute lässt bis zum heutigen Tage zu wünschen übrig.

Dennoch hat sich der Eishockeysport in der Domstadt geändert. Es steht hier keine Mannschaft auf dem Platz, die sich auf den Lorbeeren der Vergangenheit ausruht. Es ist ein junges Team zu bewundern, welches Mann für Mann um jeden Zentimeter Eis kämpft.

Auch die Stimmung ist trotz des Zuschauereinbruchs in der Arena eine andere als im vergangenen Jahr. Es wird nicht gepfiffen und gebuht. Die Fans sind enttäuscht, aber nicht verärgert. Das Regensburger Eishockey macht trotz der bitteren Tabellenplatzierung wieder Spaß. Die Anhänger identifizierten sich mit ihrer jungen Truppe und würden der Mannschaft den Erfolg von Herzen gönnen. Die Art und Weise, wie sich die Spieler beispielsweise über jedes Tor freuen macht wieder Lust auf den Eishockeysport in der Domstadt.

So zeigte das Team von Wayne Hynes in den ersten Saisonspielen durchaus das nötige Potential um in der zweiten Bundesliga eine gute Figur abzugeben. Bis auf den Ausrutscher in Bietigheim gab es nur knappe Ergebnisse, zumeist jedoch mit negativem Ausgang für die Eisbären, zu verzeichnen.

Das 3:9 Debakel am Freitag in Riessersee stellte dann aber selbst den Optimismus der eingefleischtesten Anhänger auf eine harte Probe. Die angespannte Finanzsituation und das unruhige Umfeld gehen natürlich auch an der Mannschaft nicht spurlos vorüber.

Beim darauf folgenden Heimspiel gegen den Spitzenreiter aus Kassel setzte das Team mit dem überraschenden 4:3 Sieg aber ein deutliches Ausrufezeichen zur rechten Zeit. Die beste Saisonleistung macht Mut für den restlichen Verlauf der Runde. Mit knapp 2500 Besuchern konnte auch die höchste Zuschauerzahl der laufenden Saison vermeldet werden.

Dennoch besteht kein Zweifel, der Kahn der Eisbären hat aufgrund zuletzt recht stürmischer Zeiten Schlagseite bekommen und ist nur durch regen Publikumszuspruch in den nächsten Wochen und Monaten wieder in ruhiges Fahrwasser zu bringen.

Durch die Präsentation diverser Ticketkonzepte auf einer vor kurzem stattgefundenen Pressekonferenz wurde der erste Schritt in die richtige Richtung getan. Auch die öffentliche Darlegung der Schuldensituation durch Geschäftsführer Markus Schrör kam bei den Fans positiv an.

Klar ist natürlich, dass dieser ganze Kampf vergeblich sein könnte, wenn die Regensburger auch am Saisonende in den unteren Regionen der Tabelle zu finden sind.

Sollte dies aber nicht der Fall sein, wird sich bestimmt jeder ärgern, der den auf den ersten Blick vielleicht nicht mehr für möglich gehaltenen Aufschwung der Eisbären verpasst hat.

Von Michael Pohl


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