Ein wenig schmeichelhaftes Ende des Dahindümpelns

Heimpleite gegen BietigheimHeimpleite gegen Bietigheim
Lesedauer: ca. 2 Minuten

Mit einer 1:3 (1:0,0:1,0:2) Niederlage gegen den REV Bremerhaven beendeten

die Tölzer Löwen die Vorrunde auf eigenem Eis. Die Partie war dabei in

Punkto Langeweile mindestens ebenso gähnend, wie die halbleeren

Zuschauerränge. Mit positiver Einstellung und Vereinsbrille behaftet, könnte

man von einer hohen dreistelligen Besucherzahl sprechen. Die Gäste -

immerhin bereits für die Runde der besten acht Mannschaften qualifiziert -

mussten ihrerseits keine außergewöhnlichen Mühen aufwenden, um zum zweiten

Male in dieser Spielzeit in der Kurstadt siegreich zu bleiben. Die Tore

erzielten Krestan, Gyori und Pyka auf Seiten der Pinguine, Jeffrey Hoads

frühe Führung sollte das einzige Tor an diesem Abend für die lethargisch und

lustlos wirkenden Hausherren bleiben.

Die Gewinner des Abends standen alsbald fest. Es waren diejenigen Zuschauer

aus dem Klientel der Isarwinkler, die sich heute für einen gemütlichen Abend

zuhause entschieden haben. Bis zu einem bestimmten Grat kann man die

Zurückhaltung der Mannschaft ja verstehen. Niemand mag sich vor dem

Abstiegskampf ernsthaft verletzen, auch die Kräfte der Spieler sollen nicht

unnötig strapaziert werden.. Allerdings ist es unstrittig als Zumutung

anzusehen, meidet man jedes Tempo, jeden Zweikampf. Oder um es mit den

Worten des Trainers auszudrücken: “Keiner wollte den schnellen Schritt

machen, die Bereitschaft zum Zweikampf war zu keiner Minute da”, urteilte

Peter Obresa über seine Eleven. Dabei begann die Partie durchaus positiv aus

Sicht der Tabellenzwölften. Nach nur drei Minuten erzielte Jeff Hoad die

Führung, nachdem der erst gestern eingeflogene Gardner-Ersatz Tim Knudsen im

Tor der Pinguine einen Schuss von Regan fahrlässig nach vorne abprallen

ließ. Überhaupt wirkte der Knudsen zu Beginn unsicher, insbesondere auf

seiner Fanghandseite. Doch um den Neuling nicht allzu sehr zu verunsichern,

mieden die Gastgeber fortan Schüsse in diese Richtung. Bedurfte es noch

eines Beweises hinsichtlich des Stellenwerts dieser Begegnung, folgte dieser

bei einer doppelten Überzahl in Minute dreizehn. Schön lief die Scheibe

durch die eigenen Reihen, mehr aber auch nicht.

Eine typische Tölzer Negativerscheinung in dieser Spielzeit waren bislang

schnelle Gegentreffer nach den Pausen. Diese nette Unart behielten die

“Buam” auch an diesem Abend bei, in dem sie Radek Krestan in der ersten

Minute des zweiten Drittels den Ausgleich ermöglichten. Würde man über

weitere nennenswerte Aktionen auf beiden Seiten in diesem Abschnitt

berichten, wäre die Authentizität dieser Einlassungen freilich niedrig. Im

Schlussabschnitt schaffte es immerhin Kapitän Mayer, einen halbwegs

gefährlichen Schuss in Richtung Knudsen abzugeben. Zu diesem Zeitpunkt war

das Spiel jedoch bereits entschieden. Dylan Gyori sowie Teamkollege Reemt

Pyka sorgten jeweils im Powerplay dafür, dass die richtige Mannschaft auf

die Siegerstraße einbog. Das Fehlen von Ausnahmekeeper Gardner, sowie den

Akteuren Wrobel, Juhasz, Hackert und Dejdar fiel in kleinster Weise auf.

Peter Obresa wunderte sich, warum von seinen jungen Kräften nicht mehr zu

sehen war. “ Wenn einer der Schlüsselspieler in so einem Spiel zurücksteckt,

kann ich das verstehen. Aber als junger Spieler biete ich mich doch in so

einer Situation an und fall nicht blöd auf dem Eis rum.” Gäste-Coach

Draisaitl kündigte an, dass mit dem überraschenden Erreichen der Playoffs

und dem dadurch vorzeitigen Klassenerhalt das Ende der Fahnenstange noch

nicht erreicht ist. “Die Mannschaft ist gewillt mehr zu erreichen” (orab)

Tore: 1:0 (03:07) Hoad (Regan, Mayer), 1:1 (20:56) Krestan (Boon, Bronilla),

1:2 (42:09) Gyori (Krestan, Kozhevnikov, 5-4), 1:3 (51:57) Pyka (5-4)

Strafen: Bad Tölz 16 + 10 (Warren) - Bremerhaven 12

Schiedsrichter: Harald Deubert (Bad Kissingen), Bertele, Ledermann

Zuschauer: 910


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