Ein Punkt als TrostpflasterNiederlage nach Penaltyschießen gegen Kassel

Lesedauer: ca. 5 Minuten

Die Starbulls Rosenheim können gegen die Kassel Huskies einfach nicht gewinnen. Am 25. Spieltag
verloren die Grün-Weißen ihr Heimspiel gegen die Schlittenhunde mit 3:4 nach Penaltyschießen. Es
war die sechste Niederlage im sechsten Spiel gegen die Nordhessen seit deren Rückkehr in die
zweithöchste deutsche Spielklasse zur Vorsaison. Allerdings waren die Rosenheimer Eishockeyspieler nah dran an einem Erfolg, lagen bis eineinhalb Minuten vor Schluss in Führung und hatten in der Verlängerung reihenweise hochkarätige Torchancen, um zumindest zwei Punkte im
Kathreinstadion zu behalten.
Die Starbulls traten ohne ihren angeschlagenen spielstarken Verteidiger Peter Lindlbauer an, die
ersten Spielmomente der Grün-Weißen versprachen aber dennoch einiges. Daxlberger konnte nach
starkem Zuspiel von Stretch bereits nach wenigen Sekunden unbedrängt im Slot abschließen, sein
Schuss ging aber knapp über das Tor. Nachdem McNeely in der zweiten Spielminute das Kasseler
Tor aus dem linken Bullykreis ebenfalls nur um wenige Zentimeter verfehlte, verflachte die Partie aber wieder. Auch in Überzahl – Pallausch kickte den Schläger von C.J.Stretch weg, als ihn der
Rosenheimer Goldhelmträger wieder aufheben wollte – konnten sich die Hausherren zunächst keine
nennenswerten Torchancen mehr erarbeiten. Beide Teams gingen zwar mit vollem läuferischen und
körperlichen Einsatz zu Werke, taten sich im Spielaufbau aber schwer. Rosenheims Fabian Zick war
es schließlich, der sich an der Bande willensstark durchsetzte und ideal in die Mitte passte, wo aber
sowoehl Christian Neuert als auch Andrej Strakhov im Nachschuss an Gästekeeper Keller scheiterten (8.). Im Gegenzug prüfte Mathias Müller den im Rosenheimer Tor stehenden Timo Herden. Der musste aber dann bei der zweiten Torchance der Gäste bereits hinter sich greifen. Nach einem an der blauen Linie von der Rosenheimer Abwehr eigentlich schon erfolgreich unterbundenen
Angriffsspielzug war das Scheibenglück den Huskies hold, so dass Lennart Pallausch die Scheibe
flach im rechten Eck versenken konnte (13.). Die Starbulls hatten etwas Mühe, wieder ins Spiel
zurückzufinden – und Timo Herden hatte Mühe, einen flatternden Schuss von der blauen Linie von
Maginot zu entschärfen. Eine gute Minute vor der Drittelsirene fiel dann aber der Ausgleich für
Rosenheim. MacLeod spielte von hinter dem Tor auf Dominik Daxlberger und der überwand Huskies-
Torwart Keller mit einem Onetimer aus spitzem Winkel ins kurze Eck zum 1:1-Ausgleich (19.).

In den zweiten Spielabschnitt starteten die Gäste sehr offensiv – und waren in der neutralen Zone zu
offen. Die Starbulls hatten Räume und nutzten diese. David Vallorani traf nach einem schnellen
Gegenstoß zunächst nur das Eisen des Gästetores, stand aber beim nächsten Angriff ideal, um die
von Simon Fischhaber von der blauen Linie abgedrückte Scheibe für Gästetorwart Keller unhaltbar
abzufälschen (22.). Beflügelt vom Führungstreffer machten die Starbulls plötzlich viel Druck, zwangen die Gäste zu Strafzeiten und waren schließlich in Überzahl erfolgreich. Max Renner spielte von der blauen Linie zu David Vallorani und der zog sofort ab, so dass die Scheibe aus spitzem Winkel im kurzen Eck einschlug, bevor es Torwart Keller zumachen konnte – 3:1 (27.). Als mit C.J.Stretch zum ersten Mal ein Rosenheimer auf die Strafbank musste, dauerte es aber auf der anderen Seite nur 14 Sekunden, ehe Kassels Anschlusstreffer zum 3:2 zu protokollieren war. Mike Little hatte von der blauen Linie abgezogen, Timo Herden konnte zwar noch abwehren aber Manuel Klinge staubte mühelos ab (30.). In der Folge wurde das Spiel immer rasanter, wobei sich die Starbulls ein Chancenplus erarbeiteten und durch Stretch, Daxlberger, Neuert und Renner mehrfach nah am 4:2 dran waren. Die Huskies wehrten sich in einigen Fällen mit einer Zweikampfintensität am Rande der Legalität, die beiden Hauptschiedsrichter Benjamin Hoppe und Christoffer Hurtik drückten mehrfachdie Augen zu. Als die Gäste dann auch einmal in Überzahl agieren konnten, brannte es aber mehrfach lichterloh vor dem Rosenheimer Tor. Jeweils hatte der fast die vollen zwei Powerplayminuten auf dem Eis agierende Mike Little die Gefahren mit satten Schüssen eingeleitet. Dennoch gingen die Starbulls mit einer verdienten Führung, die Stretch in der 40. Minute zweimal an Keller scheiternd sogar noch ausbauen hätte können, in die zweite Pause.
Im letzten Spielabschnitt entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Die Starbulls konnten die
Kasseler Angriffsbemühungen aber bis auf wenige Ausnahmen mit leidenschaftlichem Einsatz effektiv stören. Die klareren Torchancen waren daher zunächst auf Seiten der Hausherren. Die größte Möglichkeit zum 4:2 vergab der von Zick perfekt eingesetzte Maximilian Vollmayer, der frei und
unbedrängt vor Torwart Keller das Gästetor verfehlte (50.). Als die drittletzte Spielminute gerade
angebrochen war, hatten aber die Huskies den Torschrei auf den Lippen, doch Timo Herden im
Rosenheimer Tor konservierte mit einer unglaublichen Parade gegen Michael Christ die knappe
Führung. In der 59. Minute war Herden dann machtlos. Die Gäste gewannen ein Anspiel in der
Rosenheimer Zone und nach zwei schnellen Pässe lag die Scheibe frei im Slot, von wo sie Carter
Proft aus kurzer Distanz zum 3:3 über die Linie drückte. Die Huskies standen dabei bereits mit sechs
Feldspielern und ohne Torwart auf dem Eis.
In der Verlängerung jagte zunächst MacLeod beim Abschluss eines schnellen Gegenstoßes die ihm
von Stretch ideal servierte Scheibe frei vor dem Gästekeeper über die Latte (61.), ehe McNeely nach
einem feinen Solo am Torabschluss nur noch unfair von Daoust gehindert werden konnte. In den
folgenden beiden Überzahlminuten hatten Stretch, Renner, Vallorani und MacLeod allesamt den
Siegtreffer auf der Schlägerschaufel, doch die Gäste retteten sich mit viel Glück und zwei
sensationellen Paraden von Torwart Keller ins Penaltyschießen. Dort traf zunächst C.J.Stretch für die
Starbulls, während Timo Herden im Duell gegen Kassels Klinge scheinbar Sieger blieb. Nach Reklamationen von Gästetrainer Rossi und Schütze Manuel Klinge beriet sich das Schiedsrichterteam aber und entschied schließlich auf technisches Tor, da Herden das Tor leicht verschoben hatte. Nach den erfolglosen Anläufen von MacLeod und Vallorani auf Rosenheimer und Pimm sowie Pallausch auf Kasseler Seite konnte schließlich der Goldhelmträger der Gäste, Jamie MacQueen, Timo Herden überwinden. Weil Stretch mit seinem zweiten Versuch scheiterte, ging der Zusatzpunkt an die Gäste aus Nordhessen.
Für die Starbulls ist der eine gewonnenen Punkt angesichts einer insgesamt starken Leistung und
zahlreicher vergebener Torchancen zum möglichen Sieg nur ein schwacher Trost. Zu allem Überfluss
verletzte sich in der 45. Spielminute auch noch Stürmer Christian Neuert am Knie, als er nach einem
Zweikampf mit hohem Tempo in das Tor der Gäste rutschte. Über die schwere der Verletzung wird
erst eine Kernspintomographie Aufschluss geben können.

Pressemitteilung Starbulls Rosenheim

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