EHC München zwischen Hoffen und Bangen

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Beim Blick auf das Portal eines Eishockeyforums war als letzter Eintrag „EHC München vor dem Aus ?“ zu lesen. Die Meldung sticht ins Auge, löst aber zunächst keine große Besorgnis aus. Schliesslich wird der Abgesang des Münchner Eishockeys ob dessen reger Vergangenheit immer gleich inszeniert, sobald ein Sponsor länger als drei Sekunden sein Engagement überdenkt. Nach dem Durchlesen der Publikation von Vereinsseite merkt man allerdings schnell, dass die Ernsthaftigkeit die Gestalt eines Riesen angenommen hat. Der EHC-München steht nach momentanem Stand der Dinge vor dem Rückzug aus der 2. Bundesliga. Als Grund für dieses Horrorszenario wird eine Unterdeckung des angesetzten Etats von mehr als 350.000 Euro genannt. Enstanden durch die negative Bescheidung von Verhandlungen seitens mehrerer Sponsoren aller Größenordnungen.

Anfang der Woche war die Welt beim EHC noch in Ordnung. Zuletzt feierte man zusammen mit den Fans nicht nur eine überaus erfolgreiche Saison, sondern auch die nach längerer Bedenkzeit eingegangene Zusage des Hauptsponsors über eine Verlängerung des Engagements. Fortan machten sich Christian Winkler und Harald Birk daran, eine Mannschaft für die kommende Spielzeit zu präsentieren. Zwar genoß der zuletzt wankelmütig gewordene Trainer Pat Cortina Priorität bei den Personalien Priorität . Nichtsdestotrotz führte man freilich auch diverse Gespräche mit Spielern anderer Klubs. So ergab es sich, dass Sportmanager Winkler dieser Tage die Verpflichtung der Verteidiger Markus Wieland und Eric Goldmann, sowie des jungen Angreifers Benjamin Barz hätte kundtun können. Das kann er sich jetzt ersparen. Stattdessen erteilte der frühere Torhüter des SC Riessersee sämtlichen Akteuren des bestehenden Kaders die sofortige Freigabe. „Wir können mit diesem Loch keine Lizenz beantragen“, begründet Winkler den Schritt. Vielmehr scheint Vorstand Jürgen Bochanski auch nicht gewillt, ein neuerliches Defizit abermals aus seiner Privatschatulle begleichen zu wollen. Wie es in der Vergangenheit bekanntlich zumeist der Fall war. Winkler, der vor Wochenfrist ein Angebot der Eisbären Regensburg mit Hinweis auf seine Tätigkeit in der Landshauptstadt abgelehnt hat, zeigte sich gleichermaßen sprachlos wie konsterniert. „Es ist alles wie ein Kartenhaus zusammengebrochen.“ Insbesondere von den Geldgebern, die bereits in der abgelaufenen Spielzeit mit im EHC-Boot saßen, zeigte sich der 36jährige enttäuscht. Den Etat einfach um den Fehlbetrag zurückzufahren scheint nicht möglich. Die hohen infrastrukturellen Kosten in München zehren jetzt schon gewaltig am Spielerbudget. „Dann hätten wir das Loch eben hinterher, weil sich Platz 14 in München niemand anschaut.“

Ganz aufgegeben haben die Verantwortlichen den Verein freilich noch nicht. „Wir werden jetzt 14 Tage eine brutale Offensive fahren und versuchen Geld reinzubekommen.“ kündigt Winkler an. Dann sind die finanziellen Planungen der ESBG im Zuge der Lizenzierung vorzulegen. „Da ziehen wir Bilanz und schauen ob es geht oder nicht.  Gefordert sieht der sportliche Leiter auch die Stadt München, wenngleich hier die Hoffnung limitiert zu sein scheint. „Jetzt kann die Stadt zeigen, ob sie das Produkt erhalten möchte.“ Konkrete Hilfe würde sich der EHC diesbezüglich bei der Sponsorenakquise wünschen. Schliesslich ist es auch die Stadt mit ihren Vorschriften, die dem EHC zahlungskräftige Geldgeber (Biersponsor, nicht aus München) vorenthalten hat.

Positive Signale hat Winkler eigenen Aussagen zufolge vom Großteil der Mannschaft erhalten. Viele Akteure wollen aus Verbundenheit zum Verein die zwei Wochen der Spannung abwarten. Gleichwohl riet der Manager jedem Spielerm sich zumindest umzuhören, damit es hinterher kein Böses erwachen gibt. Man darf gespannt sein ! (or)


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